Schule im Regelbetrieb

Schulstart in Frankfurt: Die Schule geht wieder los – Das Corona-Konzept der Stadt

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Schulbeginn trotz Corona: Auch in Frankfurt sind jetzt die Sommerferien zu Ende. Das sind die Corona-Regelungen und Konzrepte des Landes Hessen und die Stadt.

  • Am kommenden Montag (17. August) enden die Sommerferien in Hessen und die Schulen starten im Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen.
  • Der Magistrat in Frankfurt stellt nun sein Konzept zum Schulstart vor.
  • Schulstart in der Corona-Pandemie: Hessen beschließt die Maskenpflicht in Schulen.

Frankfurt – Am Montag, 17. August, steht nach den regulären Kita-Öffnungen und der schrittweisen Öffnung der Grundschulen die Öffnung der weiterführenden Schulen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie bevor. Die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt sind mit Blick auf den Schulstart in Frankfurt im Regelbetrieb und die Betreuung in den Kitas nach den Sommerferien zuversichtlich - trotz voll belegter Gruppen und Schulklassen. Die Stadt sieht sich gut gerüstet für die kommenden Monate unter Pandemie-Bedingungen.

Schulbeginn in Hessen: Dieses Konzept hat die Stadt Frankfurt vorbereitet.

Maskenpflicht an Schulen: Das sind die Regeln in Hessen und Frankfurt

Die hessische Landesregierung hat am Donnerstagvormittag in einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Alexander Lorz die landesweiten Regelungen zum Schulstart in der Corona-Pandemie erklärt. Unter folgenden Rahmenbedingungen soll der Schulstart in Hessen möglichst reibungslos verlaufen:

  • Zum Schulstart in Hessen am Montag, den 17. August gilt landesweit eine Maskenpflicht in Schulgebäuden.
  • Im Klassenraum während des Unterrichts müssen die Schülerinnen und Schüler dagegen vorerst keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Zudem haben Lehrerinnen und Lehrer, genauso wie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, die Möglichkeit, sich im Zeitraum von August bis Oktober bis zu fünf mal kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen.
  • Zusätzlich wurde zum Schulstart ein „Schnupfen-Papier“ erstellt, dass Eltern und Erziehern den Umgang mit der Erkältungssaison in der Corona-Pandemie erleichtern soll. Demnach sollen Kindergarten- und Schulkinder mit einem Schnupfen künftig in Hessen nicht mehr sofort nach Hause geschickt werden.

Hessen ist nicht das erste Bundesland, das trotz Corona nun wieder in den Regelbetrieb startet und wird daher auch auf die Erfahrungen anderer Länder zurückgreifen, so Kultusminister Lorz. Man müsse sich nach dem Schulstart am Montag Schritt für Schritt auf die Situation in den Schulen einstellen und die Maßnahmen regelmäßig anpassen. Für die Schulen in Hessen gab es zu Beginn und etwa in der Mitte der Ferien bereits Orientierungshilfen für ein entsprechendes Hygienekonzept. Diese Orientierungshilfen sollen mit den neu beschlossenen Regelungen angepasst und konkretisiert werden. Und so stellt die Stadt Frankfurt ein Konzept vor, dass die Schulen beim Start in den Regelbetrieb unterstützen soll.

Stadt Frankfurt stellt Konzept für Schulstart unter Corona-Bedingungen vor

„Wir haben in den vergangenen sechs Wochen unser Bestmöglichstes dafür getan, dass unsere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ihre Arbeit wiederaufnehmen können“, sagt Frankfurts Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber am Donnerstag (13.08.2020). Das Recht auf Bildung der Kinder müsse auch in der Corona-Pandemie im Fokus stehen.

Weber betonte, es müsse im Zuge des Schulstarts vorrangiges Ziel sein, durch vorbeugende Maßnahmen die erneute Schließung von Kitas und Schulen möglichst zu vermeiden. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann betont: „Alle Studien der letzten Wochen haben gezeigt, wie dringend notwendig, ja fast existenziell, der Regelbetrieb in Kitas und Schulen vor allem für das Fortkommen unserer Kinder ist. Das Coronavirus ist aber nicht verschwunden.“

Das Schutzkonzept der Stadt Frankfurt zum Schulstart umfasse daher, angelehnt an die Vorgaben des Landes Hessen, drei Säulen:

  1. Information und Aufklärung
  2. Prävention durch eine weitgehende Maskenpflicht
  3. regelmäßige Testungen aller Beschäftigten

Schulstart in Frankfurt am Montag: Informationsflyer für Schulen, Kitas und Eltern

Gesundheitsdezernent Stefan Majer und Bildungsdezernentin Sylvia Weber haben Informationsflyer mit Regeln und Kontaktadressen an alle Schulen und Kitas verschickt, um die Verfahrens- und Kommunikationswege zum Schulstart in Frankfurt sicherzustellen. Die Stadt Frankfurt hat zudem einen Flyer für die Eltern mit wichtigen Informationen zum Schul- und Kita-Besuch unter Corona-Bedingungen online veröffentlicht. Dieser werde außerdem in der kommenden Woche in gedruckter Form an alle Eltern verteilt. „Dieser Flyer wird außerdem in die wichtigsten Frankfurter Verkehrssprachen übersetzt und steht ebenfalls zeitnah online zur Verfügung, um so viele Familien wie möglich zu erreichen“, erläutert die Dezernentin.

Die vom Gesundheitsamt und dem Stadtschulamt erarbeiteten Informationsflyer erläutern im Falle eines Corona-Ausbruchs in einer Schule oder einer Einrichtung detailliert die wichtigsten Schritte. Sie bringen zum Schulstart in Hessen Klarheit für die verantwortlichen Schul- und Kitaleitungen, für die Träger, aber vor allem auch für die Eltern.

In den Sommerferien im Corona-Risikogebiet: Schulen dürfen Kinder nach Hause schicken


Mit Blick auf die Sommerferien und die damit verbundenen Urlaubsreisen ist es Dezernentin Weber besonders wichtig, auf die Bestimmungen zur Rückkehr aus Risikogebieten hinzuweisen: „Wer sich im Urlaub in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu infizierten Personen hatte, muss sich testen lassen und sich beim Gesundheitsamt seines Wohnortes melden“, sagt sie. So lange kein Ergebnis eines Corona-Tests vorliegt, dürften die betroffenen Kinder nicht in die Kita oder Schule kommen und müssten sich in Quarantäne begeben. Im Zweifelsfall hätten die Einrichtungen nach dem Schulstart auch das Recht, Kinder wieder nach Hause zu schicken oder ein ärztliches Attest zu verlangen.

Die Stadt Frankfurt begrüßt zudem die Entscheidung der Hessischen Landesregierung zum Schulstart eine Maskenpflicht in den Schulen zu verordnen. Die Entscheidung, ob Schüler und Lehrer auch im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sollen, überlässt die Stadt den Schulen und Lehrkräften. Die Frage, ob in einem Raum Unterricht stattfindet oder nicht, sei für die Infektionsgefahr mit dem Coronavirus allerdings nicht von Bedeutung, kritisiert Weber. „Ein gut durchlüfteter Flur ist weniger risikobehaftet als ein Klassenraum, in dem die Schülerinnen und Schüler dicht gedrängt sitzen und die Fenster nicht geöffnet werden können“, erklärt sie. Sei dies der Fall, sollte es auch keine generelle Befreiung von der Maskenpflicht im Unterricht geben. Sind die räumlichen Bedingungen allerdings andere, die Schüler können Abstand halten, auf ihren Plätzen sitzen und und es besteht die Möglichkeit dauerhaft zu Lüften, spreche nichts dagegen, die Masken abzunehmen. Dies sollten die Lehrkräfte nach dem Schulstart in der jeweiligen Situation entscheiden können, sagt Stadträtin Weber.

Schulstart in Frankfurt Kostenlose Corona-Tests für alle Beschäftigten an Schulen und Kitas

Außerdem sollen kostenlose Corona-Tests für alle Beschäftigten an Schulen, in Kitas und in der Kindertagespflege angeboten werden, also auch für Schulsekretariate, Schulhausverwaltungen, Hauswirtschaftsangestellte sowie Beschäftigte in der Jugendhilfe und im Ganztag. Die Stadt Frankfurt erweitert damit den Schritt des Landes Hessen, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher zu testen. Gesundheitsdezernent Majer erklärt: „Das Angebot des Landes erreicht nicht alle an den Schulen Beschäftigten. Deshalb werden darüber hinaus alle Personen, die an den Schulen Kontakt mit Schülerinnen und Schülern haben, von uns Testmöglichkeiten erhalten.“

Der Regelbetrieb unter so genannten Pandemiebedingungen an den Kitas sei bereits seit dem 6. Juli erfolgreich angelaufen, sagt Weber. „Wir hatten im Juli trotz der Ferien mit über 40.000 Kindern schon fast wieder ‚full house’. Alle Träger und Einrichtungen sind sehr bemüht und sich ihrer großen Verantwortung in der Corona-Zeit bewusst. Die Eltern sind nach wie vor umsichtig und verständnisvoll und unterstützen den Öffnungsprozess trotz Corona gut.“ Diese Haltung sei vorbildlich und auch für den Schulstart in Frankfurt wünschenswert.

Schulstart in Frankfurt: Magistrat appelliert in der Corona-Pandemie an die Vernunft

Dezernentin Weber ergänzt, dass die Stadt Frankfurt auch in den Wochen nach dem Schulstart in Hessen weiter daran arbeiten wird, den Gesundheitsschutz für Schüler, Lehrer und Eltern in Frankfurt sicherzustellen. Außerdem sei es wichtig, dass jeder seinen Beitrag dazu leiste, den Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen so reibungslos wie möglich zu gestalten. Majer sagt: „Ein Ende der Pandemie ist leider noch immer nicht abzusehen. So lange es keinen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 gibt, ist es weiterhin absolut notwendig, dass wir uns alle, wo immer dies möglich ist, an die AHA-Regeln halten – Abstand halten, auf Hygiene achten und Alltagsmaske tragen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.“ iwe

Erstes Lehrer-Fazit: Die Maskenpflicht im Unterricht ist unzumutbar. Die GEW stellt eine klare Forderung an das Land Hessen. Ab Montag (06.09) wird an weiterführenden Schulen in Frankfurt für Lehrer und Schüler während des Unterrichts die Maskenpflicht wieder abgeschafft.

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