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Schulterschluss fürs neue Gymnasium

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Von: Matthias Bittner

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Emilija Stefanov, Arno Roth, Uli Labonté, Arijana Neumann und Christian Berk (von links) von der SPD Bornheim werden am 26. Februar für den Bau des Gymnasiums Ost auf die Straße gehen. Sie stehen in der oberen Wetteraustraße, an der Einfahrt zum provisorischen Schulstandort am Günthersburgpark (hier im Bild). Sie hoffen auf rege Beteiligung..
Emilija Stefanov, Arno Roth, Uli Labonté, Arijana Neumann und Christian Berk (von links) von der SPD Bornheim werden am 26. Februar für den Bau des Gymnasiums Ost auf die Straße gehen. Sie stehen in der oberen Wetteraustraße, an der Einfahrt zum provisorischen Schulstandort am Günthersburgpark (hier im Bild). Sie hoffen auf rege Beteiligung.. © Sauda

SPD ruft zur Kundgebung für Standort am Rande des Günthersburgparks auf

Die SPD Bornheim lässt ihren Worten nun auch Taten folgen: Nachdem die Genossen um ihren Vorsitzenden Ulrich Labonté sich kürzlich in einer Pressemitteilung vehement für den Bau des Gymnasiums-Ost am Rande des Günthersburgparks ausgesprochen hatten, rufen sie nun für Samstag, 26. Februar, zu einer Kundgebung mit dem Titel "Goethe statt Gurken" auf. "Nachdem Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Grüne Lunge den Standort in Frage gestellt haben, ist es an der Zeit, ein Zeichen zu setzten und laut dafür auf die Straße zu gehen", heißt es in dem Aufruf.

Tatsächlich hatte die BI zuletzt mit Äußerungen zum Schulstandort Günthersburghöfe aufhorchen lassen. Der Bau des Gymnasiums dort, also auch auf versiegelten Flächen, werde generell abgelehnt, verkündete BI-Mitglied Katharina Bornscheuer im Planungsausschuss. Sie sagte, der geplante Standort sei ungeeignet, weil es die Natur schädige, wenn Menschen in der "Grünen Lunge" herumliefen. Dafür gab es Kritik. Der Vorstand der BI um Folkhart Funk wehrt sich dagegen. Bornscheuers Wortmeldung sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Die BI werde dargestellt, als gönne sie Schülern keine grüne Umgebung. Das sei falsch. Der Gymnasiumsbau sei "nachträglich" in die Pläne eingefügt worden. Das ehemalige Areal einer Gärtnerei definiert die BI als nicht versiegelt. "Deswegen kommt dieser Standort nicht in Frage", sagt Funk.

Schüler sind willkommen

Schüler als störend und schädigend zu bezeichnen sei schon ein starkes Stück, kritisiert Labonté. Er erinnerte daran, dass der BI die Gärten in der Grünen Lunge nur unter der Auflage überlassen worden seien, wenn diese für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. "Die Äußerung der BI zeugt von purem Egoismus", ist Labonté entsetzt und sagt: "Wir sagen mit unserer Demo: Schüler sind willkommen."

Die Meinungen zum Schulstandort auf Gelände an der Dortelweiler Straße sind nicht erst umstritten, seit die grüne Basis Ende 2020 dem ursprünglich von der Partei selbst begonnenen "Günthersburghöfen" die Unterstützung entzog. In der Römer-Koalition beharrt aber die FDP auf den Standort. Im Ortsbeirat 3 (Nordend) wurde eine CDU-Forderung, den Schulstandort unabhängig vom vorläufigen Aus für das Baugebiet weiter zu planen, abgelehnt.

Für die nächste Sitzung bringt SPD-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Koch einen Antrag mit der Forderung an den Magistrat ein, zu prüfen, ob und wie ein kompaktes, mehrstöckig gebautes vierzügiges Gymnasium auf dem Areal westlich des Kleingartenwegs errichtet werden kann. In der Bildungsregion Ost gebe es einen gravierenden Mangel an Gymnasialplätzen. Stadtplanungs- und Stadtschulamt sowie Amt für Bau und Immobilien seien aufgefordert, den Standort auf seine Machbarkeit für eine Gymnasium dieser Größe zu überprüfen.

Dabei sollten aber der Bildungsauftrag der Stadt für ihre Kinder und Jugendlichen und die notwendigen Bemühungen gegen Klimawandel und für Artenvielfalt nicht gegeneinandergestellt werden.

Dem stimmt Labonté zu. Frankfurt sei die deutsche Großstadt mit dem höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen. "Das ist ein schönes Kompliment an unsere Stadt, Familien mit Kindern fühlen sich hier offenbar wohl." Damit verknüpft sei allerdings die Herausforderung, der steigenden Schülerzahl auch gerecht zu werden. Aktuell müssten mehr als 20 weitere Schulen gegründet werden, Standorte dafür zu finden sei nicht einfach. Labonté und seine Mitstreiter sind aber überzeugt, dass der Standort am Rande des Günthersburgparks gut geeignet ist - ob für ein Gymnasium, eine Grundschule oder andere Schulform. Er sei gut angeschlossen und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Und er würde vielen Schülern lange Wege ersparen.

Einladung an andere Parteien

Treffpunkt für die Kundgebung ist um 12 Uhr in der oberen Wetteraustraße, in der Einfahrt zu den Schulcontainern. Labonté, der für die SPD im Ortsbeirat 4 sitzt, will eine Veranstaltung für 40 Personen anmelden. Er lädt aber auch Vertreter anderer Parteien ein, sich an der Kundgebung zu beteiligen.

Matthias Bittner

Der Ortsbeirat 3 tagt

Freitag, 18. Februar, um 19.30 Uhr, Rathaus Römer, Plenarsaal, Römerberg 23

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