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Nur etwa 100 Meter länger müsste die Lärmschutzwand der A 661 sein, meint Jürgen Richter. foto: Mag

Seckbach: Verkehrsplanung

Schutzwand verlängern: Kleine Maßnahme, große Wirkung

  • vonNiklas Mag
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Lärmwerte werden nicht überschritten. Verfahren abgeschlossen. Kaum Hoffnung für die Anwohner.

Jürgen Richter ist Anwohner der Wilhelmshöher Straße und steht auf seiner Dachterrasse. Vor rund zwei Wochen hatte er sich mit einer E-Mail an die Landesbehörde Hessen Mobil, das Straßenverkehrsamt in Frankfurt und die Medien gewandt. "Angesichts des weiteren Ausbaus der A 661 halten wir den jetzt geplanten Lärmschutz für unsere Wohnhäuser für nicht ausreichend", schrieb er darin. Er fordert, die 100 bis 200 Meter große Lücke der Lärmschutzwand zu schließen. "Auch wenn die gesetzlichen Werte knapp unterhalb der vorgeschriebenen Höchstwerte liegen, so könnte mit dieser vergleichsweise wenig aufwendigen Baumaßnahme ein großer Effekt erzielt werden."

Belastung war bekannt

Auf Nachfrage präzisiert er sein Anliegen und weist auf eine große Tanne hinterm Haus: "Die haben wir extra so stehen lassen, denn sie bietet noch etwas mehr Lärmschutz." Die A 661 ist mehrere hundert Meter entfernt. Es ist kein penetrantes Geräusch, doch die Autobahn ist deutlich zu hören.

"Wir sind hier an dieser lebhaften Straße eingezogen, weil wir wussten, dass die Aussicht in Richtung Süden das Besondere ist." Auch vom Bau der Autobahn hätten er und seine Frau beim Kauf des Hauses bereits gewusst. "Die ist seit Jahrzehnten geplant und es wurde für den Lärmschutz viel getan", meint Richter. "Deshalb ist es auch so schade, dass nur so ein kurzes Stück der Lärmschutzwand jetzt fehlt, um die Geräuschkulisse völlig zu entfernen", bedauert er.

Die Autobahn sei hier nicht laut, der Lärm bringe ihn nicht um den Schlaf. Doch an Sommertagen mit geöffneten Fenstern und Wetterverhältnissen, die den Schall gut tragen, sei der Lärm der Straße doch deutlich zu hören und störend.

Die Stelle der Autobahn, die Richter als Quelle des Lärms ausgemacht hat, ist der Knick der 661, den diese auf Höhe des Depots der Verkehrsbetriebe macht, kurz vor der Seckbacher Galerie. Diese Stelle liegt damit außerhalb des Streckenabschnitts zwischen Abfahrt Friedberger Landstraße und Seckbacher Galerie, für den derzeit eine Einhausung geplant wird.

"Vom Offenbacher Kreuz aus kommend, beginnt die Lärmschutzwand erst kurz nach dieser Kurve. Damit wir hier keinen Schall mehr abbekommen, müsste aber die gesamte Kurve mit einer Lärmschutzwand versehen werden", sagt der Anwohner. Nur 100 bis 200 Meter mehr Lärmschutzwand wären es, die dem Stadtteil signifikant mehr Ruhe verschaffen könnten.

Doch für mehr Lärmschutz werden Lärmwerte benötigt, die nach gesetzlichen Vorgaben zu hoch sind. Das ist an dem Hang nicht der Fall. "Deshalb argumentiert Hessen Mobil eben auch, dass der Lärmschutz an dieser Stelle ausreichend ist", so Richter. Baulich kein großer Aufwand, aber sehr viel Wirkung für den Stadtteil, meint er.

Auf rund 2000 Bewohner schätzt er das Gebiet Seckbachs, das von der Verlängerung der Lärmschutzwand profitieren würde. "Und auch für Teile des Riederwalds wäre das bestimmt eine gute Sache."

Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) ist das Problem nicht unbekannt. "Ich glaube, dass es so ist, wie Jürgen Richter es sagt, aber an dieser Stelle ist rechtlich alles geprüft und das Planfeststellungsverfahren ist lange abgeschlossen", erklärt er. Ihm gegenüber habe Hessen Mobil auch damit argumentiert, dass sie nicht einfach Geld für Maßnahmen ausgeben könnten, die über die rechtlichen Vorgaben hinausgehen.

"Die gefragte Kurve liegt südlich der Seckbacher Landstraße und aktuell wird im Anhörungsverfahren der nördliche Teil besprochen." Man könnte in das Verfahren vielleicht einbringen, dass der südliche Teil, in dem sich die Kurve befindet, in den neuen Planungen noch einmal mitberücksichtigt wird, doch als Ortsbeirat könne man sich dem nicht annehmen. "Das können wir als Gremium nicht tun. Wir können zwar an den Magistrat appellieren, aber mehr auch nicht", so der Ortsvorsteher. In der Vergangenheit habe sich der Ortsbeirat schon oft für den Lärmschutz eingesetzt und immer wieder Anträge gestellt. Für den Lärmschutz wird nun viel Geld in die Hand genommen. Für 258 Millionen Euro will die Stadt die A 661 zwischen der Friedberger Landstraße und der Seckbacher Landstraße komplett überdachen. Niklas Mag

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