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SymbolbildWenn das Gericht Zeugen lädt: Nichts als die Wahrheit sagen

Prozess

Schwangere Ehefrau im Bett erstickt - Lebenslange Haft wegen Mordes

Nach dem Tod einer Frau kommt ihr Ehemann vor Gericht. Die Kammer glaubt nach mehreren Monaten Verhandlung seiner Darstellung nicht und verkündet das Urteil.

Weil er seine hochschwangere Ehefrau im Bett erstickt haben soll, ist ein 37 Jahre alter Mann am Montag vom Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging von einem heimtückischen Mord aus, weil die 30-Jährige zum Tatzeitpunkt im September vergangenen Jahres "arg- und wehrlos" gewesen sei. Die Richter sahen den angeklagten Afghanen nach der mehrmonatigen Beweisaufnahme der Tat als überführt an. Hinweise auf einen anderen Täter, einen Selbstmord der Frau oder einen natürlichen Tod habe es nicht gegeben, hieß es im Urteil. Der Angeklagte hatte selbst die Tat energisch bestritten und weinte während der Urteilsbegründung heftig.

Nach Ansicht des Gerichts diente dieses Verhalten jedoch lediglich dem "Selbstmitleid". In dem gesamten Verfahren habe der Mann nicht ein einziges Mal das Bedauern über den Verlust der Frau zum Ausdruck gebracht, sagte der Vorsitzende Richter. Zahlreiche Zeugen aus dem Umfeld der Eheleute hätten dem Gericht glaubwürdige Hinweise auf Probleme in deren Beziehung gegeben. Offenbar versuchte der Mann mehrfach, sich aus der von seinem Vater arrangierten Ehe mit der 30-Jährigen zu lösen. "In der lauen Septembernacht war in dem beengten Schlafzimmer dann der Zeitpunkt gekommen", so der Richter. Auch die beiden kleinen Kinder des Paares waren bei der Tat anwesend.

Während die Staatsanwaltschaft zufrieden über das seinem Strafantrag entsprechende Urteil war, bezeichnete es der Verteidiger als "falsch". Er kündigte Revision an.

(dpa)

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