Unterwegs im Kletterwald: einer der neuen Nasenbären.
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Unterwegs im Kletterwald: einer der neuen Nasenbären.

Tierisch

Schwanheim: Nasenbären genießen ihr neues Leben

  • Michael Forst
    VonMichael Forst
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Ein putziges Trio hat im Kobelt-Zoo Einzug gehalten.

Schwanheim -Gute Nachrichten meldet der Schwanheimer Kobelt-Zoo: "Drei süße Nasenbären sind gerade bei uns eingezogen", berichtet Monika Greitzke gegenüber dieser Zeitung. Sie wurden privat, nicht artgerecht gehalten - und deshalb beschlagnahmt, wie sie erklärt. Für den Kobelt-Zoo sei das ein Glücksfall, denn die Nasenbären gelten mittlerweile als invasive Art und hätten unter anderen Umständen gar nicht an den Zoo vermittelt werden dürfen. "Wir freuen uns, sie jetzt intensiv bemuttern zu können, und können sagen: Es wird ihnen bei uns gutgehen", betont Greitzke. Der Zoo hat dafür eine Sondergenehmigung vom Regierungspräsidium Darmstadt bekommen.

Zehn Jahre alt sind die drei Gesellen - und könnten somit noch einige glückliche Jahre vor sich haben, glaubt sie. "Denn die letzten, die wir hatten, sind etwa 16 oder 17 Jahre alt geworden", erinnert sich Greitzke. Sie sagt: "Eigentlich hatten wir danach wegen des neuen Verbots mit Nasenbären abgeschlossen."

Zwei Helfer seien auch schon gefunden, die sich jetzt intensiv im Wechsel um das Wohl der Nasenbären kümmern. "Noch sind sie etwas mager", erklärt Greitzke, "aber schon ziemlich zutraulich und fressen unseren Pfleger aus der Hand". Aber auch nach Würmern buddeln sie schon fleißig mit ihren langen, an der Spitze sehr beweglichen Nasen. Untergebracht sind sie in einem Stall auf dem Eck-Grundstück gegenüber vom Schlangenhaus.

Doch es gibt noch weitere Neuzugänge im Kobelt-Zoo: Fünf Totenkopfäffchen, eine reine Männergruppe, die allerdings noch ein bisschen brauchen dürften, um sich im Schwanheimer einzuleben. "Sie sind nicht mehr für die Zucht geeignet und teilweise auch behindert, weil sie bei Rangkämpfen verletzt worden sind", erklärt Monika Greitzke. Deshalb seien sie kastriert und aus dem Erhaltungszuchtprogramm EEP (ein zooübergreifendes Projekt zur koordinierten Zucht von in Zoos gehaltenen Tierarten, Anm. d. Red.) herausgenommen worden. "Deswegen bekommen wir sie nun", erklärt Greitzke. Und die jungen Primaten kommen nun als Junggesellen-Wohngemeinschaft noch in den Genuss eines ruhigen Lebens.

Vom ruhigen Leben ist das rührige Team aus Vorstand und Helfern des Kobelt-Zoos noch weit entfernt. Zwar sind alle ungebrochen motiviert, vor allem seit der erfolgreichen, wenn auch noch vorsichtigen Wiedereröffnung vor gut drei Wochen: Jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr ist der Tierpark nun wieder besuchbar. Doch die großen Anstrengungen für das Corona-Sicherheitskonzept, die umfangreichen Renovierungsarbeiten für die Anlage und die Vorbereitung auf die neuen Bewohner forderten ihren Tribut: "Wir gehen gerade echt auf dem Zahnfleisch", verrät sie. mfo

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