Hand in Hand am Mainesstrand. Gemeinsam pflanzen Revierförster Roman Brunner (re.) und Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, am Leinpfad eine kleine Schwarzpappel. foto: hamerski
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Hand in Hand am Mainesstrand. Gemeinsam pflanzen Revierförster Roman Brunner (re.) und Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, am Leinpfad eine kleine Schwarzpappel.

Fechenheim: Naturschutz

Schwarzpappeln stehen auf der Roten Liste

  • vonAlexandra Flieth
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Nachpflanzung im Mainbogen soll die Art erhalten. 14 Bäumchen gesetzt

Sie trägt den lateinischen Namen populus nigra und ist in Deutschland in den Roten Listen der Farn- und Blütenpflanzen als gefährdet eingestuft: die europäische Schwarzpappel. Um einen Beitrag zur ihrer Erhaltung zu leisten, wurden jetzt 14 junge Bäume dieser Art in die renaturierte Auenlandschaft des Fechenheimer Mainbogens gepflanzt - unweit des Ufers des dort neu entstandenen Nebenarmes des Mains. Die Pflanzungen haben Umwelt- und Grünflächenamt gemeinsam geplant. Ziel der Aktion: den Bestand an europäischen Schwarzpappeln zu erhöhen und damit einen Beitrag zu Artenvielfalt und zum -schutz zu leisten.

Auch der Chef greift zum Spaten

Es werden noch einige Jahre vergehen, bis die jungen Bäume in die Höhe gewachsenen sind und Schatten spenden können. "Dabei ist das eine schnellwachsende Baumart", sagt Volker Rothenburger, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Auch er nimmt an diesem Tag einen Spaten zur Hand und hilft Förster Roman Brunner, zuständig für den Bezirk Fechenheim, sowie Mitarbeitern des Grünflächenamtes beim Pflanzen. Einige der jungen Bäume finden ihren Platz auf der Insel, die durch das Anlegen des Nebenarms als Teil des Renaturierungs-Projektes mit seinem Zu- und Abfluss zum Main entstand und nur mit einem kleinen Boot zu erreichen ist. "Auch ein Biber hat dort seine Burg errichtet", erzählt Rothenburger.

Mit einer Höhe von 50 Zentimetern bis 1,50 Metern und einem Stämmchen, das noch nicht dicker ist, als ein solider Ast, handelt es sich bei den frisch gepflanzten Bäumen um besondere Exemplare. Denn europäische Schwarzpappeln sind in Frankfurt und Umgebung nicht mehr häufig. Ausnahme: Auf einer kleinen Lichtung, fußläufig vom Enkheimer Kleinmüllplatz entfernt, steht ein imposantes und hochgewachsenes Exemplar.

Gentest im Labor

"Wir haben überlegt, diesen Baum als Naturdenkmal auszuweisen", erzählt Volker Rothenburger. Wegen des Alters und des nicht mehr so guten gesundheitlichen Zustandes des Baumes, sei das Vorhaben aber nicht realisiert worden. Dieser trägt nun unter anderem aber zur Erhaltung seiner Art bei: Durch einen Gentest in einem Labor wurde das Enkheimer Exemplar zuvor als reine europäische Schwarzpappeln bestätigt. Dass ein Gentest notwendig war liegt vor allem daran, dass die europäische Schwarzpappel äußerlich nicht von ihren hybriden Verwandten unterschieden werden kann. Dabei handelt es sich um Kreuzungen aus europäischen und kanadischen Schwarzpappeln, die häufig angepflanzt wurden - auch in Frankfurt.

Von der alten Enkheimer Schwarzpappel wurden Stecklinge entnommen, die im Botanischen Garten des Frankfurter Palmengartens zur Pflanzreife gezogen wurden. Die daraus entstandenen neun jungen Bäume sind die nächste Generation und allesamt weiblich mit demselben Erbgut des Mutterbaumes - eben Klone. "Die Schwarzpappel ist ein zweihäusiger Baum", sagt Rothenburger. Ganz konkret beschreibt dieser Fachbegriff, dass es sowohl männliche als auch weibliche Exemplare hiervon gibt.

Für eine natürliche Vermehrung, anders als bei einer Nachzucht durch Stecklinge, sowie für eine genetische Vielfalt der Art sind männliche und weibliche europäische Schwarzpappeln notwendig. Und daher gibt es bei der Pflanzaktion natürlich auch männliche Exemplare - insgesamt fünf Stück. Auch sie wurden zunächst im Botanischen Garten vom Steckling zu kleinen Bäumen gezogen. Der männliche Vater-Baum, ebenfalls genetisch getestet, hat seinen Standort in Mühlheim.

Die Baumart fühlt sich in der von Überflutung geprägten Zone von Flüssen heimisch, die Auenlandschaft des Fechenheimer Mainbogens ist daher bestens für sie geeignet.

Um die zarten Baumtriebe zu schützen, wird jede der neu gepflanzten europäischen Schwarzpappeln noch mit einem Kunststoffschutz umhüllt. Dadurch soll verhindert werden, dass kleinere Nagetiere oder auch Rehe die noch zarte Rinde anknabbern und die jungen Bäume tödlich verletzen.

In Zukunft steht dem Schwarzpappel-Nachwuchs bei der Fortpflanzung also nichts mehr im Wege. Alexandra Flieth

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