Die Künstlerin Raffaela Zenoni steht bei der Vernissage ihrer Ausstellung "Mutter Erde" im Kunstverein Familie Montez neben Miroslaw Macke, dem Betreiber der Räume in der Honsellbrücke im Ostend. Foto: Edda Rössler
+
Die Künstlerin Raffaela Zenoni steht bei der Vernissage ihrer Ausstellung "Mutter Erde" im Kunstverein Familie Montez neben Miroslaw Macke, dem Betreiber der Räume in der Honsellbrücke im Ostend. Foto: Edda Rössler

Neue Ausstellung

Schweizer Künstlerin Raffaela Zenoni in der Frankfurter Kunsthalle Familie Montez: Mutter Erde und ihre Besucher

Raffaela Zenoni zeigt ihre große Einzelausstellung mit 32 Kunstwerken bei der Familie Montez. Ihre Gemälde und Gipsfiguren umgibt ein geheimnisvolles Flair.

Die Schweizer Künstlerin Raffaela Zenoni präsentiert in der Kunsthalle Familie Montez im Ostend im Rahmen einer großen Einzelausstellung 32 Kunstwerke aus ihrem Atelier. Die Vernissage wurde in Anwesenheit des Schweizer Generalkonsuls Urs Hammer und Gatten der Künstlerin gefeiert.

Die quirlige Powerfrau Zenoni, die in Frankfurt und in Berlin lebt und arbeitet, ist gleich mit drei Serien und Skulpturen vertreten. Kunstfreunde dürfen sich auf großformatige Acrylgemälde der Zyklen "Die andere Ahnengalerie", "Mutter Erde" und die "Vier Jahreszeiten" freuen. Zudem unterstreichen sieben bemalte und hochgewachsene Gipsfiguren das geheimnisvolle Flair, das von den Kunstwerken ausgeht.

Jeder sucht den Ahnen, der passt

"Kilian ist stark, aber auch etwas böse", davon ist die Schweizer Künstlerin überzeugt. Es ist eines ihrer insgesamt 13 großformatigen Ahnen-Porträts, die einen Schwerpunkt der Ausstellung darstellen. Alle sind Individuen, besitzen einen eigenen Charakter und es scheint, als ob jeder seinen ureigenen Schabernack treibt. "Die Besucher spüren das und suchen sich den Ahnen, der zu ihnen passt", sagt Zenoni mit einem Lächeln.

Die eigenwilligen Gemälde, die zwischen Figürlichkeit und Abstraktion changieren, strahlen eine hohe Intensität aus. Auf den ersten Blick wirken sie frei und schwebend auf die Leinwand gekritzelt und sagen nur sehr kurz Hallo. Doch beim näheren Betrachten erkennt man die Raffinesse, mit der die in der Schweiz ausgebildete Malerin Farbflächen aufbaut. Dabei entgeht sie der Versuchung, bloße Showeffekte zu inszenieren und entscheidet sich oft für monochrom angelegte Lösungen, in der sie jedoch eine Kontrastfarbe ins Spiel bringt.

Indem sie die "Gesichter" als Close-Ups breitflächig auf der Leinwand präsentiert, entsteht ein Personal, das sich in die Seele des Betrachters einbrennt. Die aus einer nur scheinbaren Flüchtigkeit und Schnelligkeit des malerischen Pinselduktus herausgeschälten Ahnen sind in Wahrheit hochexplosive Wesen, deren Faszination man sich nur schwerlich entziehen kann.

"Ich reise beim Malen mit meinem Geist ziemlich viel in der Welt herum", erzählt Zenoni. Sie ist von Déjà-vu Erlebnissen überzeugt und kann sich durchaus vorstellen, dass die Menschen sämtlich schon einmal auf der Welt gewesen waren und jetzt plötzlich Menschen begegnen, die sie früher einmal kannten. Es scheint, als bereite ihr das Spiel des Treffens und Wiedererkennens großes Vergnügen.

Die pulsierende Energie, die von den Werken ausgeht, wird perfekt vom Ausstellungsort der Kunsthalle Montez im Ostend in der Honsellbrücke eingefangen. "Montez ist der kreative Hotspot Frankfurts", unterstreicht die Kunstberaterin Petra Becker, die die Ausstellung kuratiert hat. Auch dem prominenten Hausherrn und Künstler Miroslaw Macke, der über die Geschicke der Ausstellungshalle bestimmt, sagen Zenonis Bildwelten zu. "Diese Ausstellung ist Malerei pur und liegt mir sehr nahe." Die Ausstellung "Mutter Erde und ihre Besucher" ist noch bis Ende August in der Kunsthalle der Familie Montez, Honsellstraße 7, zu sehen. Begleitend zur Schau gibt es auch ein kleines Rahmenprogramm. Am Sonntag, 9. August, findet ab 15 Uhr ein Jazz-Konzert mit den deutsch-schweizerischen Musikern Daniel Guggenheim, Peter Reiter, Joscha Oetz und Silvio Morger statt. Infos gibt es online unter kvfm.de/mutter-erde-und- ihre-besucher. (Von Edda Rössler)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare