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Skandal-Rapperin Schwesta Ewa ist frei – Doch die Zeit im Knast hinterlässt Spuren bei ihrer Tochter

  • Kerstin Kesselgruber
    vonKerstin Kesselgruber
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  • Joel Schmidt
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Die Rapperin Schwesta Ewa aus Frankfurt kommt aus dem Gefängnis frei. Die Fans reagieren auf Instagram überwältigend. Doch ihre Tochter habe „irreparable Schäden“ erlitten, sagt sie.

  • Rapperin Schwesta Ewa musste eine längere Haftstrafe verbüßen, in Frankfurt saß die Rapperin während ihres Prozesses in Untersuchungshaft.
  • Viele Fans feiern jetzt auf Instagram die Haftentlassung von Schwesta Ewa.
  • Bei ihrer Tochter Aaliyah Jeyla stellt sie seit der Trennung aber Verhaltensauffälligkeiten fest.

Update vom Donnerstag, 04.02.2021, 10.38 Uhr: Die Rapperin Schwesta Ewa (36) ist nach gut einem Jahr aus der Haft entlassen worden. Die Musikerin zeigte sich am Dienstag (02.02.2021) auf ihrem Instagram-Account zusammen mit ihrer Tochter vor einem Schriftzug aus goldenen Ballons – „free“. Die 36-Jährige hatte im Januar 2020 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe angetreten. Sie ist nun auf Bewährung freigekommen.

In einem Interview mit der „Bild“ spricht die Rapperin, die mit bürgerlichem Namen Ewa Malanda heißt, über die Spuren, die der Aufenthalt im Gefängnis bei ihr und ihrer Tochter hinterlassen hat. „Meine Zeit im Gefängnis war sowohl schrecklich als auch wunderbar. Denn auch wenn mich Leute gefoltert hätten, wäre es trotzdem noch schön gewesen, denn meine Tochter war ja bei mir“, sagte sie zu „Bild“. Dadurch habe sie die Haft gut überstanden. 

Schwester Ewa nach Gefängnis-Strafe: Tochter habe „irreparable Schäden“

Doch ihre Tochter Aaliyah Jeyla hat Schwesta Ewa zufolge „irreparable Schäden“ erlitten. Zwar gehe es der Kleinen „soweit gut“, doch: „Seit der Trennung von Vater und Mutter, die ja beide in Haft gekommen sind, schlägt sie mit dem Kopf gegen Wände, Beton oder Bett. Ich habe es leider in sechs Monaten Haft nicht geschafft, das wegzubekommen. Das ist leider der Schaden, den ein Kind erleidet, wenn man ein Kind von der Mutter trennt“, sagte sie gegenüber „Bild“. Sie kritisiert damit ihre Zeit im geschlossenen Vollzug, während der ihre Tochter nicht bei ihr sein durfte. Ihrem Ärger und ihrer Trauer darüber machte Schwesta Ewa wiederholt auf Instagram Luft.

Schwesta Ewa kommt aus dem Gefängnis frei. Doch ihre Tochter Aaliyah Jeyla – hier ein Bild von einer Anhörung im Februar 2019 – habe „irreparable Schäden“ erlitten, sagt sie.

Rapperin Schwesta Ewa kommt aus dem Knast – Fans brechen auf Instagram alle Rekorde

Erstmeldung vom Dienstag, 02.02.2021, 16.20 Uhr: Frankfurt – „Der Block ruft, ‚Yallah, yallah, yallah!‘, free Ewa, Ewa, Ewa“, sang die Rapperin Schwesta Ewa schon im Jahr 2018. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich bereits seit über einem Jahr in der JVA Frankfurt am Main III im Stadtteil Preungesheim in Untersuchungshaft. Mit ihrer Entlassung am heutigen Dienstag (02.02.2021) wird die Forderung des gleichnamigen Songs – „Free Ewa“ – nun tatsächlich wahr: Die 36-jährige Rapperin befindet sich wieder auf freiem Fuß.

Ein auf der Plattform Instagram veröffentlichtes Foto der Rapperin Schwesta Ewa, die mit bürgerlichem Namen Ewa Malanda heißt, zeigt, dass sie diesen Tag gebührend feiert. Vor einem goldenen Schriftzug aus goldenen Luftballons, die die Worte „Free“ bilden, hält sie ihre zweijährige Tochter Aaliyah Jeyla in den Armen. Dazu die Unterschrift: „Scheissssss mal auf mich bitte. FREE AALIYAHHHHHH MEIN HERZ. Wir sind Freiiiii, Freiiiiiiii.“

Künstlerin:Schwesta Ewa
Bürgerlicher Name:Ewa Malanda (früher Müller)
Geboren:16. Juli 1984 (36 Jahre)
Musiklabel:Alles oder Nix Records

Rapperin Schwesta Ewa: In sozialen Medien bekommen sie und ihre Tochter Unterstützung

Die Nachricht von der Entlassung der Rapperin und das Foto von ihr und ihrer Tochter haben innerhalb nur einer Stunde über 40.000 Menschen auf Instagram geliked. Der Grund für die große Anteilnahme dürfte zum einen darin liegen, dass Schwesta Ewa bei ihrem Haftantritt am 12. Januar 2020 in der Justizvollzugsanstalt Willich II in Nordrhein-Westfalen ihre damals einjährige Tochter nicht mitnehmen durfte.

Schließlich hatte diese Entscheidung schon damals in den sozialen Medien für große Aufregung gesorgt. Erst nach ihrer späteren Verlegung in den offenen Vollzug konnte sie ab dem Sommer des vergangenen Jahres in ein Mutter-Kind-Gefängnis wechseln.

Rapperin Schwesta Ewa (Ewa Malanda) ist nach zwei Jahren im Gefängnis wieder frei. (Archivbild)

Vom Frankfurter Rotlichtmilieu in die Deutschrap-Szene: Rapperin Schwesta Ewa

Zum anderen hat sich Schwesta Ewa aber seit ihren ersten Anfängen als Rapperin im Jahr 2012 auch einen Namen in der deutschen Rap-Szene gemacht und kann dementsprechend auf etliche Fans zurückgreifen. Dies ist bemerkenswert, da der kommerzielle Erfolg in der deutschen Rapszene traditionell fast ausschließlich für Männer reserviert gewesen ist.

Im Gegenteil zu vielen breitbeinig auftretenden männlichen Kollegen, die etliche Spuren zu dick auftragen in ihrer Selbstdarstellung als gefährliche Draufgänger, Drogendealer, Frauenhelden oder ähnlich albernen Klischees, konnte die Rapperin Schwesta Ewa hingegen von Beginn an mit etwas aufwarten, was in dieser Szene schon immer honoriert wurde: Authentizität.

Anklage vorm Landgericht Frankfurt: Schwere Vorwürfe gegen Schwester Ewa

Denn vor ihrer Karriere als Rapperin ist Schwester Ewa längere Zeit als Prostituierte im Frankfurter Rotlichtviertel tätig gewesen. Daraus macht sie auch keinerlei Hehl, im Gegenteil ist es Bestandteil vieler ihrer Texte. Da sie parallel zu ihrer beginnenden Rap-Karriere jedoch als Betreiberin einer Bar nahe der Konstablerwache scheinbar noch immer Überschneidungen mit dem Rotlichtmilieu hatte, musste sie sich am 20. Juni 2017 vor dem Frankfurter Landgericht verantworten.

Die Anklage damals lautete: 35-fache Körperverletzung, Steuerhinterziehung und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger. Die ebenfalls verhandelten Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels konnten in der Gerichtsverhandlung zwar nicht ausreichend nachgewiesen werden. Dennoch wurde die Rapperin Schwesta Ewa zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Da sie seit 2018 in Düsseldorf lebt, verbüßte sie ihre Haftstrafe auch in der Nähe ihres Wohnortes in Nordrhein-Westfalen. (Joel Schmidt)

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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