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12.08.2018, Hessen, Frankfurt am Main: Fußball: DFL-Supercup, Eintracht Frankfurt - Bayern München in der Commerzbank-Arena. Frankfurts Sebastien Haller (r) gegen Bayerns Niklas Süle. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Eintracht Frankfurt

Sebastien Haller duldet keine Ausreden mehr

Vor dem Bundesligastart am Samstag in Freiburg hofft Sebastien Haller, Mittelstürmer der Frankfurter, auf eine Reaktion seiner Teamkollegen.

Der neue Frankfurter Fitness-Guru Werner Leuthard genießt in der Branche einen Ruf wie Donnerhall, zimperlich ist er nicht, der Werner-Beinhart. Auf Schalke nannten sie ihn „den General“, Oberleutnant bei den Gebirgsjäger war er ja sogar wirklich mal. Heute trimmt der kernige 56-Jährige die Profis des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, der Ton ist rau und laut, aber motivierend und nicht abschätzig, den Stürmer Luka Jovic lobte der Konditionstrainer gestern ausgiebig, er sei einer für die „special forces“, befand er.

Und als dann, zum Schluss, ein Spieler im Spaß über die knackige Laufeinheit geklagt hatte, entgegnete Leuthard grinsend: „Das soll wohl ein Scherz sein. Das waren 20 Minuten.“ Läufe in diesem Umfang und dieser Intensität sind für ihn eher der Kategorie „für Weichgespülte“ zuzurechnen. David Abraham, der Kapitän, verpasste die Leuthard-Einheit am Morgen, er leidet an einem Pferdekuss. Auch Mijat Gacinovic trat wegen muskulärer Problemen kürzer, Ante Rebic wegen seinen Leistenbeschwerden sowieso. Der Kroate wird mit einiger Sicherheit den Bundesliga-Auftakt am Samstag (15.30 Uhr) in Freiburg verpassen. Zugang Filip Kostic indes mischte auch am Dienstag munter mit. „Ich habe zwar erst fünf Minuten mit ihm zusammengespielt, aber er ist ein guter Spieler, der uns helfen wird“, sagte Mittelstürmer Sebastien Haller über den Neuling aus Hamburg.

Haller ist bislang noch nicht so wirklich in Tritt gekommen. Beim Pokal-Aus in Ulm, räumte er ein, habe er einen denkbar schlechten Tag erwischt, „ich hatte auch nicht viele Chancen“. Natürlich ist ihm nicht verborgen geblieben, dass es bei der ganzen Mannschaft noch klemmt und stockt. „Aber besser jetzt als inmitten der Saison, wenn die wichtigen Spiele anstehen“, findet der Franzose.

Die aktuellen Probleme seien nicht ungewöhnlich. „Wir haben Qualität verloren“, befindet er und meint den Abgang einiger Leistungsträger. Und die dafür gekommenen Akteure müssten sich an „neue Dinge“ gewöhnen, sie sollen sich „wie zu Hause fühlen, aber das braucht Zeit“. Generell, findet Haller, fehle dem Team noch die nötige Aggressivität, „wir brauchen Mentalität und Motivation – und zwar zu 100 Prozent oder sogar noch mehr“.

Er kenne eine gute Methode, die als Sofortmaßnahme helfen könne: „Aufhören zu reden, dafür mehr arbeiten.“ Vielleicht seien die beiden Pleiten auch „gut für den Kopf“ gewesen, also ein Warnschuss. In Freiburg könne die Mannschaft ja eine Reaktion zeigen. Ob sie dafür bereit sei? „Wir werden besser“, findet der Stürmer und fügt lakonisch an: „Wir müssen ja bereit sein, wir haben keine andere Wahl.“ Er werde sich seinen Optimismus aber nicht nehmen lassen. „Ich bin ein positiver Mensch.“ Und außerdem: „Jetzt negativ zu sein, das wäre doch dumm.“

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