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Feiern ihr 25-jähriges Bestehen: Die ?Madhouse Flowers?. Das sind von links Schlagzeuger Martin Hahn, Bassist Marco Ramazzotto, Gitarrist Johannes Becher, Sänger Chris Stinchcombe, Keyboarder Stefan Hahn und Gitarrist Chris Schneider.

Stadtgeflüster

Sechs Irre sind verrückt nach Musik

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Die Bandmitglieder von „Madhouse Flowers“ sind keine Blumenkinder und sind auch nicht irre, aber ausgeflippt sind sie schon irgendwie. Vielleicht nennen sie sich deshalb auch so.

Die Bandmitglieder von „Madhouse Flowers“ sind keine Blumenkinder und sind auch nicht irre, aber ausgeflippt sind sie schon irgendwie. Vielleicht nennen sie sich deshalb auch so. Für die Frankfurter Formation steht jetzt ein Jubiläum an, sie wurde vor mittlerweile 25 Jahren gegründet. Und das wollen Sänger Chris Stinchcombe , Gitarrist Johannes Becher , Bassist Marco Ramazzotto , Gitarrist Chris Schneider , Schlagzeuger Martin Hahn und sein Bruder, der Keyboarder Stefan Hahn feiern.

Dazu treffen sie sich im Zoom, dem ehemaligen Sinkkasten an der Brönnerstraße und lassen es so richtig krachen. „Im Sinkkasten waren wir so etwas wie die Hausband“, erinnert sich Johannes Becher. „Wir spielten dort auch den letzten Ton, bevor er schloss. Es war ein E-dur“, weiß Stefan Hahn noch ganz genau. Der Auftritt im Zoom ist dann allerdings der erste der Band, seitdem der Laden diesen neuen alten Namen trägt. Und das hat Seltenheitswert, denn die Anzahl der Bühnen im deutschsprachigen Raum, auf denen die „Madhouse Flowers“ noch nicht standen, ist sehr überschaubar. Immerhin gaben sie in ihrer 25-jährigen Laufbahn mehr als tausend Konzerte.

„Die ganze Geschichte mit den ,Madhouse Flowers’ fängt aber schon viel früher an“, erzählt Sänger Chris. Und er berichtet von den ersten musikalischen Schritten einiger, die zu dieser Gruppe gehören, und die Anfang der 90er noch in der Band „Public Banana Beat“ spielten. „Wir haben damals eigene Songs mit mäßigem Erfolg gespielt.“ Das änderte sich nach einem Konzert, das zur Hälfte mit Coversongs bestritten wurde. „Das Publikum ging dabei richtig ab“, erinnern sie sich die Musiker. Das war die Geburtsstunde der „Madhouse Flowers“.

„Weil wir damals Fans der Band ,Mother’s Finest’ waren, wollten wir unbedingt etwas mit zwei Wörtern und mit M und F in unserem Bandnamen haben“, erklärt Chris Schneider. Die anderen zwei englischen Worte, die einem bei diesen beiden Anfangsbuchstaben einfallen, kamen nicht infrage. So einigten sie sich auf die Irrenhausblumen. Was folgte, waren in kurzer Zeit viele, viele Gigs.

Einer davon war bei „Sound of Frankfurt“. An der Hauptwache auf der großen Bühne sollten sie um 4 Uhr auftreten. Die Veranstalter dachten wohl, dass um die Uhrzeit keiner mehr vor der Bühne stehen würde. Falsch gedacht: „Wir haben das Ding gerockt. Da standen 20 000 Menschen und unser Konzert wurde vom Hessischen Rundfunk übertragen“, freut sich Chris Stinchcombe heute noch.

Dieser Auftritt brachte die Band noch weitere – „das waren die richtig großen Gigs“. Agenturen klopften an ihre Tür. Zu ihren Hochzeiten spielten die Frankfurter bis zu 70 Konzerte pro Jahr. Einige seien so legendär gewesen, dass sie für immer unvergessen blieben – die Auftritte beim Museumsufer- und beim Schlossgrabenfest, im Frauengefängnis, in etlichen Wohnzimmern und für das ZDF. Bei der Aftershow-Party zu einer Sendung von Thomas Gottschalk in den Bremer Messehallen, bei der Rockgrößen der vergangenen 50 Jahre auftraten, sorgten die „Madhouse Flowers“ für die musikalische Untermalung. „Das Schöne war, dass wir da vor den ganzen Giganten des Showgeschäfts gespielt haben. Da habe ich auf der Bühne den Joe Cocker gegeben und der saß unten vor uns und hat sich halb totgelacht. Das war ein Riesenerlebnis“, so Stinchcombe. Auch deshalb, „weil sie auch die Bühne gestürmt haben“. Ian Anderson von „Jethro Tull“ zog andere aus dem Publikum hoch und die „Madhouse Flowers“ haben mit ihnen gejammt. „Das hat uns auch einen Schub gegeben.“

Im Aufstiegsjahr von Eintracht Frankfurt schrieben die „Madhouse Flowers“ auch noch einen Song für den Wiedererstligisten. „,Auf geht’s Eintracht’ schlug ziemlich gut ein und war ein Höhepunkt für die Öffentlichkeit, der uns viele Konzerte eingebracht hat“, freut sich Johannes Becher. „Und auf dem neuen Eintracht-Sampler ist er wieder drauf“, ergänzt Chris Schneider.

25 Jahre ist eine lange Zeit. In dieser veränderte sich einiges in der Band. Musiker kamen und gingen. Einige gründeten eine Familie. Und auch bemerkenswert: Nur Sänger Chris Stinchcombe verdient als Marketingmanager seine Brötchen nicht mit der Musik. „Das Tolle bei uns ist, dass wir nicht diesen professionellen Druck haben. Wir sind eine semiprofessionelle Band, die alles total locker nimmt“, sagt er. Eine Entscheidung, die sie nie bereut haben. Und so geht es wohl auch hoffentlich die kommenden 25 Jahre weiter.

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