Eine Straße räumen Polizisten von Gegendemonstranten der sechsten Pegida-Kundgebung am Montagabend.	Foto: Bernd Kammerer
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Eine Straße räumen Polizisten von Gegendemonstranten der sechsten Pegida-Kundgebung am Montagabend. Foto: Bernd Kammerer

Pegida in Frankfurt

Sechs Verletzte durch Krawalle bei Pegida-Demo

Lange blieb es rund um die sechste Pegida-Kundgebung am Montagabend ruhig. Doch als die Islamkritiker auf ihren Umzug durch die Innenstadt bestanden, eskalierte die Lage.

So heftig ging es seit der ersten beiden Pegida-Demonstration an der Hauptwache Ende Januar und Anfang Februar noch nie zu: Dabei blieb es bei der sechsten Auflage am Montagabend abgesehen von einzelnen Eierwürfen zunächst friedlich. Selbst die Rede des Rechtspopulisten Michael Stürzenberger wurde von den Gegendemonstranten nur durch Lärm gestört. Doch als ein Großteil der knapp 1000 Gegendemonstranten schon wieder weg war, setzten sich laut Polizei 35 der vormals etwa 75 Pegida-Teilnehmer doch zu ihrem Spaziergang in Bewegung.

„Sie wollten das. Dann müssen wir sie schützen“, verwies eine Polizeisprecherin gestern auf die vorliegende Anmeldung. Was folgte, war eine Eskalation. Auf dem Weg zum Willy-Brandt-Platz wurde die Pegida-Anhänger nach Polizeiangaben durch Würfe von Steinen und Flaschen sowie Feuerwerkskörpern attackiert. Zudem wurden Mülltonnen und Bauzäune umgekippt, um den Umzug zu stoppen. Die Polizei zählte dabei rund 300 Gegendemonstranten. Wie viele von diesen vermummt und gewalttätig gewesen sein, kann die Polizeisprecherin aber nicht einschätzen.

Polizist attackiert

Sechs Personen wurden bei den Krawallen leicht verletzt. Darunter sind fünf Polizisten und eine Pegida-Teilnehmerin, die von einem Stein im Gesicht getroffen wurde und im Krankenhaus behandelt werden musste. Es wurden auch gezielt Beamte angegriffen. So wurde ein Motorradfahrer der Polizei getreten und geschlagen, ehe er seinen Posten verlassen und wegfahren konnte. Das Krad wurde ebenso beschädigt wie die Windschutzscheibe eines Polizeiwagens. Zudem wurden die Reifen von zwei Zivilfahrzeugen platt gestochen.

Festgenommen wurde ein Flaschenwerfer. Zudem wurden von drei Gegendemonstranten die Personalien aufgenommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben mehrmals Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Dies wird von Gegendemonstranten im Internet aber unter anderem „Prügelpolizeieinsatz“ kritisiert. Die Beamten hätten den Pegida-Teilnehmern den Weg frei geprügelt. Die Polizei widerspricht dem, betont, dass es ihre Aufgabe sei, Demonstrationen zu schützen.

Von Gewalt distanzieren

Dem schließt sich auch der CDU-Kreisvorsitzende an. „Auch wenn einem die Positionen von Fragida nicht gefallen, gelten in unserem Land Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht“, so Uwe Becker. Nur der Rechtsstaat habe das Recht, dort Kundgebungen zu untersagen und Aussagen zu verbieten, wo sie das Recht verletzten. „Wir akzeptieren nicht, dass der linksextremistische Mob den Menschen mit Gewalt ihre Grundrechte raubt und erwarten auch von den Organisatoren dieser Gegendemonstrationen, dass sie sich klar von Gewalt distanzieren und diese in den eigenen Reihen auch unterbinden.“ Davon war aber gestern auf der Facebook-Seite „No Fragida“ nichts zu spüren.

Dafür ist schon klar, dass Pegida nächsten Montag wegen der Blockupy-Proteste ausfällt. Für den 23. März haben sich die Islamkritiker aber wieder angekündigt. Verboten werden die Proteste nicht. „Es gilt das hohe Gut der Versammlungsfreiheit. Das muss eine Demokratie aushalten“, sagt ein Sprecher des Ordnungsamtes. Ob es dann wieder einen Umzug geben wird, ist offen. „Das entscheidet die Polizei situationsbedingt.“

(ses)

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