Äste, die bis auf Kopfhöhe abgeknickt sind, Brennnesseln und anderes Unkraut, das den Weg zuwuchert: Anwohner nutzen die Verbindung zwischen der Straße Am Lohrberg und der Nußgartenstraße nur ungern.
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Äste, die bis auf Kopfhöhe abgeknickt sind, Brennnesseln und anderes Unkraut, das den Weg zuwuchert: Anwohner nutzen die Verbindung zwischen der Straße Am Lohrberg und der Nußgartenstraße nur ungern.

Zugewuchert

Seckbach: Gefahren in der "Brennnessel-Allee"

  • Friedrich Reinhardt
    VonFriedrich Reinhardt
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Anwohner klagen über die ständig zugewachsene Verbindung zur Nußgartenstraße und beunruhigend morsche Bäume.

Von der "Brennnessel-Allee" sprechen die Anwohner der Straße Am Lohrberg. Nicht weil der schmale Weg zwischen Am Lohrberg und der Nußgartenstraße offiziell so hieße. Der Weg ist nur derart mit Brennnesseln zugewachsen, dass er Spaziergängern in kurzem Kleid oder kurzer Hose ziemlich sicher eine kleine Rheuma-Kur verpasst - auch wenn man darauf lieber verzichten würde. Nur eine rund 30 Zentimeter breite Gasse ist an manchen Stellen den Wandersleuten und Radfahrern noch geblieben. Anwohnerin Frau Blume, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ärgert der Zustand des Weges sehr, und nicht nur wegen der vielen Brennnesseln.

Beim jüngsten Sturm hat der Wind eine Silberweide und einen Pflaumenbaum umgeworfen. Quer über den Weg lagen die Bäume. Bei der Silberweide konnte sich die Anwohnerin durchzwängen. Bei dem Pflaumenbaum sei das nicht gegangen. "Das war ein großer Baum mit vielen Blättern." Wie eine Wand habe er den Weg blockiert. Mehrmals habe sie das beim Grünflächenamt gemeldet - ohne Ergebnis. Erst nachdem ein Nachbar selbst die Motorsäge angeschmissen hatte, war der Weg wieder passierbar.

Aus drei Gründen stört sich Blume daran, wie ungepflegt der Weg ist, dass sie sich an diese Zeitung gewendet hat. Erstens fühle sie sich nicht mehr richtig sicher. Abgestorbene Bäume stehen auf dem verwilderten Grundstück neben dem Weg. Viele sind in eine dicke Efeu-Decke gehüllt. So auch der umgestürzte Pflaumenbaum. Frau Blume fürchtet, dass sie oder jemand anderes eines Tages unter einem Baum steht, der umstürzt. Auch ein Nachbar von Frau Blume sagt: "Ich habe Zweifel, ob der Weg verkehrssicher ist. Die Bäume sind so morsch." Auch ohne Sturm stürzten Bäume, fielen Äste herab.

Eigentümer sind in der Pflicht

Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE), das für den Weg zuständig ist, verweist in dieser Frage auf die Eigentümer der Grundstücke, auf denen die Bäume stehen. "Bäume, die auf Privatflächen stehen, sind durch die betreffenden Liegenschaftseigentümer zu unterhalten. Somit müssen diese auch Sorge dafür tragen, dass die Verkehrssicherheit im angrenzenden öffentlichen Bereich sichergestellt wird." Die Mitarbeiter des ASE könnten die Standsicherheit oder den Gesundheitszustand eines Baumes nicht beurteilen. Ebenso sei es Aufgabe des Grundstückseigners, die umgestürzten Bäume zu entfernen, sagt Ulrich Rendel vom ASE. "Selbstverständlich ist es nicht in Ordnung, dass Anwohner oder Nutzer des Weges diesen von umgestürzten Bäumen freiräumen müssen."

Der zweite Grund, warum sich Frau Blume so ärgert: Der Weg zwischen Am Lohrberg und Nußgartenstraße ist Teil des Quellenwanderwegs. "Sieht das aus wie ein ausgewiesener Wanderweg?", fragt Blume rhetorisch. Die Stadt bewirbt den Quellenwanderweg etwa mit einem Flyer. Es kommen also auch Wanderer von außerhalb. Kein gutes Aushängeschild für die Stadt, findet Blume.

Blumes dritter Grund bezieht sich auf die Nußgartenstraße. "Am Wochenende sind hier wirklich viele Menschen auf dem Weg zum Lohrberg unterwegs", sagt Blume. Nur: Auf der Nußgartenstraße teilen sich Autos, Radfahrer und Fußgänger dieselbe Verkehrsfläche. Einen Gehweg, der Autos und Fußgänger trennt, gibt es nicht. Der Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) sah darin ein Sicherheitsrisiko und forderte 2017, einen Gehweg einzurichten. Auch Frau Blume hält das für eine gute Idee. Die Stadt lehnte allerdings ab und verwies auf den Alternativweg für Fußgänger, die Brennnessel-Allee.

Weg soll erneut kontrolliert werden

Auf die Anfrage dieser Zeitung kündigte das ASE an, den Weg zu kontrollieren. "Sollte ein Mähdurchgang erforderlich sein, dann wird dieser umgehend veranlasst", sagt Rendel zu. Grundsätzlich werde der Weg drei Mal im Jahr gemäht, in diesem Jahr bereits zwei Mal, im Mai und Ende Juni. "Aufgrund der äußerst feuchten Witterung in den vergangenen Wochen sind die Brennnesseln vermutlich wieder sehr schnell nachgewachsen." Friedrich Reinhardt

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