Großes Gewusel gab es im Juli 2016 bei der Eröffnung des Kleiderladens samt Wohnheim und Bereitschaftsdienst vom DRK. Damals waren auch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und DRK-Vorsitzender Achim Vandreike mit dabei. Foto: Michael Faust
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Großes Gewusel gab es im Juli 2016 bei der Eröffnung des Kleiderladens samt Wohnheim und Bereitschaftsdienst vom DRK. Damals waren auch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und DRK-Vorsitzender Achim Vandreike mit dabei.

Sachsenhausen: DRK Frankfurt wird Miete zu teuer

Frankfurt-Sachsenhausen: Secondhand-Laden „Kreuz und Quer“ schließt nach fünf Jahren

  • VonAlexandra Flieth
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Das Geschäft „Kreuz und Quer“ ist in Sachsenhausen zu einem Mekka für Secondhand-Liebhaber geworden. Nach fünf Jahren schließt das DRK Frankfurt den Laden.

Frankfurt - Verwundert blicken vorbeilaufenden Passanten durch die Schaufenster des Ladengeschäfts in der Elisabethenstraße 15 bis 17 in Sachsenhausen. Doch im Inneren gibt es nichts mehr zu sehen - nach rund fünf Jahren ist Schluss.

Im Juli 2016 hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Bezirksverband Frankfurt, dort den Secondhand-Laden "Kreuz & Quer" eingerichtet. Hier wurden gespendete Kleidung, Accessoires und auch ein wenig Kinderspielzeug für Menschen mit kleinem Geldbeutel oder solche, die nachhaltig denken und Spaß an Vintage-Mode haben, zum Verkauf angeboten.

Secondhand-Laden „Kreuz und Quer“ in Frankfurt-Sachsenhausen: DRK gibt das Geschäft auf

Anfangs arbeitete der DRK-Bezirksverband in dem Laden noch mit der Gemeinnützigen Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft (GFFB) zusammen - das Geschäft war zu dieser Zeit auch ein Ausbildungsort als Teil eines gemeinsam umgesetzten Modellprojekts. Frauen mit Migrationshintergrund konnten sich hier zur Verkäuferin ausbilden lassen.

Anders als bei anderen im sozialen Bereich tätigen Organisationen wurde im Secondhand-Laden "Kreuz & Quer" bewusst auf den formalen Nachweis der Bedürftigkeit verzichtet - ohne Ansehen der Person, ihrer sozialen, ethnischen oder religiösen Heimat. Ein Laden, in dem auch Schnäppchenjäger willkommen waren. Nach rund fünf Jahren ist nun Schluss damit. Der DRK-Bezirksverband hat das Geschäft nahe des Brückenviertels aufgegeben - das mittlerweile zu einem Mekka für Secondhand-Liebhaber avanciert ist. Lediglich auf Facebook gab es einen Hinweis auf den Räumungsverkauf - mit fünf Tagen vor der eigentlichen Schließung wurde dieser jedoch sehr kurzfristig kommuniziert.

Secondhandladen in Frankfurt-Sachsenhausen schließt nach fünf Jahren: „Für das DRK nicht tragbar“

Auf Nachfrage dieser Zeitung nennt Dierk Dallwitz, Geschäftsführer des DRK-Bezirksverbandes Frankfurt, den Grund dafür: "Unser Kleiderladen in Sachsenhausen wurde zum 24. Mai offiziell geschlossen, da die Miete, die in den vergangenen Jahren gestiegen ist, für das DRK Frankfurt langfristig leider nicht tragbar war." Auch eine Weiterführung des Secondhand-Ladens an anderer Stelle sei aktuell nicht geplant. Dennoch: "Über geeignete Räumlichkeiten für einen neuen Kleiderladen würden wir uns freuen", betont er. Und verweist auf das zweite Secondhand-Geschäft des DRK Frankfurt in Griesheim, in der Alten Falterstraße 16, das weiterhin für alle Interessierten geöffnet sei. Dorthin wurden mittlerweile auch die Klamotten, Accessoires und Spielsachen aus Sachsenhausen gebracht, die das Sortiment im Griesheimer Geschäft nun erweitern.

Infos zum verbliebenen Geschäft in Griesheim gibt es im Internet auf der Seite des DRK Frankfurt.

In beiden Läden, dem nun geschlossenen in Sachsenhausen und dem in Griesheim, wurde und wird ein großer Anteil der für den reibungslosen Ablauf anfallenden Tätigkeiten von einem Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet. Sie engagieren sich mit viel Leidenschaft dafür, anderen zu helfen. Bundesweit, so steht es auf der Internetseite des DRK-Bezirksverbandes Frankfurt, versorgt das Deutsche Rote Kreuz rund zwei Millionen Menschen mit gut erhaltener Kleidung und Schuhen. Etwa 18 Millionen gebrauchte Kleidungsstücke würden Jahr für Jahr abgegeben. Das Rote Kreuz wird aber nicht ganz aus der Elisabethenstraße weggehen. In den oberen Etagen des Hauses, in dem der Kleiderladen untergebracht war, unterhält die caritative Organisation ein Übergangswohnheim für Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Es soll laut Dallwitz wie gehabt weitergeführt werden. (Alexandra Flieth)

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