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Auf der Untermainbrücke hüllt sich die Luft in orangefarbenen Rauch.

Demo in Frankfurt

Seebrücke setzt bei Demo Rauchzeichen aus zwei Brücken

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Etwa 1500 Teilnehmer haben in Frankfurt für die Rettung von Flüchtlingen auf hoher See demonstriert. Auf der Untermainbrücke und auf dem Holbeinsteg kam es zu orangefarbenen Rauchaktionen.

Frankfurt. Vom Filmmuseum zum Willy-Brandt-Platz demonstrierten am Samstag Menschen, die sich für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer stark machen. Was mit rund 700 Demonstranten begann, wuchs auf rund 1500 Teilnehmer. „Gleiche Rechte für alle Menschen", „Seenotrettung ist kein Verbrechen“ und „Kein Mensch ist illegal“ rufen sie passend zu ihren Plakaten. Goldene Rettungsdecken wehen an Stöcken im Wind, viele Teilnehmer tragen Rettungswesten oder Kleidung in Orange.

Die internationale Bewegung Seebrücke demonstriert seit knapp einem Jahr regelmäßig auch in Frankfurt, um auf die Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken müssen, hinzuweisen. Die Seawatch-Kapitänin Carola Rackete macht seit Tagen Schlagzeilen, nachdem sie ihr Rettungsboot mit Flüchtlingen trotz Verbot der italienischen Regierung in Lampedusa anlegte. Sie wurde verhaftet und nach europaweiten Protesten wieder freigelassen. Die Demonstranten setzen sich für Humanität und Seenotrettung lautstark ein. Während der Zug die Untermainbrücke passiert, entfaltet sich auf dem Holbeinsteg ein riesiges Plakat mit der Aufschrift „Fight Fortress Europe“ steht in großen schwarzen Lettern darauf, orangefarbene Rauchtöpfe entzünden sich. 

Forderung nach sicheren Häfen 

„Bekämpft die Festung Europa“ bedeutet das Plakat. Auf der Untermainbrücke hüllt sich die Luft ebenfalls in orangefarbenen Rauch. Es riecht nach Schwefel. „Solidarität statt Abschiebung“ rufen die Leute laut. Anita Starosta (34) ist Sprecherin von Seebrücke und weist auf das Elend der im Mittelmeer ertrinkenden Flüchtlinge hin. Sie fordert sichere Häfen und das Recht auf Lebensrettung. Männer, die bei Seenotrettungen dabei waren, schildern die Situationen. „Das Empfinden, wenn man kleine Gummiboote voller Menschen auf hoher See sieht, kann kein Bild, kein Film widergeben. Außen sitzen Männer, in der Mitte Frauen und Kinder in Wasser und Kot. 90 Prozent von ihnen können nicht schwimmen. Das Gefühl, zusehen zu müssen, dass Frauen ertrinken und Küstenwachen zu erleben, die uns daran hindert, Menschen zu retten, macht fassungslos. Das ist die Realität. Und diese Realität nimmt zu.“

Niemand dürfe wegsehen. „Wir alle wissen, was im Mittelmeer passiert. Die Entscheidungsträger lassen es zu. In ganz Europa. Europa darf nicht Menschenrechte im Stich lassen“, fordert Starosta. Europa sei stark geworden, weil es sich für Menschenrechte eingesetzt hat. Wenn Europa stark bleiben wolle, müsse sich jede Regierung Europas für Menschenrechte einsetzen. Für Seebrücke gingen am Samstag bundesweit tausende Menschen auf die Straße.

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