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Christof A. Niedermeier präsentiert seinen zweiten Krimi ?Mörderisches Menü?.

Am Freitag liest Christof Niedermeier aus seinem Krimi vor

Sein Koch ist Mordermittler

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Christof A. Niedermeier hat seinen zweiten kriminalistischen Leckerbissen veröffentlicht – mit einem Rezept im Anhang.

Seit 20 Jahren wohnt der Sachsenhäuser Krimiautor Christof A. Niedermeier in der aus seiner Sicht „aufregend-aufreibenden“ Mainmetropole. Hauptberuflich ist er bei einer Bank angestellt. Seine schriftstellerische Inspiration sprudelt aus einer anderen Quelle: Regelmäßig kehrt der 47-Jährige dem großstädtischen Gewusel den Rücken, lässt seine Gedanken flussabwärts treiben, tauscht Hochhäuser gegen Burgen ein. Im Rheintal durchstreift er idyllische Wälder, lauscht Vogelgesang, kostet leckere Weine und Speisen. Bis er – es passiert stets plötzlich und unerwartet – Zeuge eines „Mordes“ wird.

Zum ersten Mal erlebte der gebürtige Regensburger so eine Situation vor Jahren. „Bei einem Spaziergang entstanden in meinen Gedanken Bilder“, berichtet er. Der Autor stand damals mitten auf einer Lichtung, beobachtete vor seinem innerem Auge eine Treibjagd, witterte Gefahr: „Ich ahnte, dass im Geäst ein Scharfschütze lauert.“ Ein ohrenbetäubender Knall: Im Kopf des Schreibers sackte einer der Jäger zu Boden, blieb regungslos liegen. Die ausgedachte, mörderische Kugel lieferte den Startschuss für den Kriminalroman „Waid Manns Grab“.

In dem Roman – er ist im Ullstein-Verlag erschienen – schickt der Autor seinen Protagonisten Jo Weidinger auf sein erstes kriminalistisches Abenteuer. Ein Küchenchef sucht einen Serienmörder – ungewöhnlich, keine Frage. „Aber ein Koch passt besser ins Rheintal als ein Großstadtpolizist“, findet Niedermeier. „Als Besitzer eines Lokals am Aussichtspunkt Maria Ruh steht er zudem in stetem Kontakt zur Kundschaft, weiß genau, was in der Heimat passiert.“ Und dort brodelt es keineswegs nur im Kochtopf. Mittlerweile konnte Jo ein zweites Verbrechen aufklären.

Denn im Februar hat Schöpfungsvater Niedermeier den Nachfolgeroman „Mörderisches Menü“ veröffentlicht. Diesmal stößt Jo auf eine im Weiher treibende Leiche. Die Polizei tippt auf einen Unfall. Der Protagonist aber weiß es besser, beginnt selbst zu ermitteln. Die spannende Geschichte zeichnet sich durch einen durchdachten Aufbau aus. Immer wieder schickt der Autor seine Leser auf falsche Fährten. Eine führt ins Nordend. „Der Frankfurter fühlt sich beim Lesen prompt dorthin versetzt“, scherzt der Autor. „Das beginnt schon damit, dass der Protagonist in der Stadt ewig nach einem Parkplatz suchen muss.“

Zu Niedermeiers Lieblingsautoren zählen Donna Leon und Henning Mankell: „Imitiert habe ich sie aber nie“, sagt er. Sein Schreibstil ist locker und elegant, seine Charaktere sind facettenreich. „Im zweiten Krimi lernt der Leser am Protagonisten noch neue Seiten kennen“, verspricht der Autor. „Bislang war Jo in seinem Gastronomiebetrieb Alleinherrscher. Nun stellt er eine selbstbewusste Sommeliere ein, die ihm auch mal Widerworte gibt.“

Niedermeier ist gerne Schöpfer: „Als Autor habe ich alle Fäden in der Hand“, sagt er. Ein weiterer Vorzug seiner Schriftstellerei: „Meine Recherche führt mich an interessante Orte.“ So habe er bereits eine Fischteichanlage besucht und Gespräche mit einer Forensikerin geführt. „Auch in Sterneküchen durfte ich hineinschnuppern.“ Im „Schiller’s Restaurant“ in Koblenz hat Niedermeier für „Mörderisches Menü“ ein exklusives Rezept abgesahnt. Am Freitag, 10. März, 19 Uhr, ist er im Bibliothekszentrum Sachsenhausen, Hedderichstraße 32. Der Eintritt kostet 8 Euro. Anmeldung unter Telefon (0 69) 66 12 99 30.

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