fff_ThomasGodoj_131120
+
Thomas Godoj, der 2008 bei der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" gewann, stellt sein neues Album "Stoff" auf einer Promoreise vor. Hier macht er Halt auf dem Eisernen Steg.

Früherer DSDS-Gewinner Thomas Godoj

Sein "Stoff" fließt in die Ohren

  • vonEnrico Sauda
    schließen

Sänger stellt in Frankfurt sein neues Album vor.

Neue Platte, neues Glück. Thomas Godoj strahlt vor Freude. Heute erscheint sein Werk "Stoff". Kürzlich war er unterwegs, um für sein achtes Album die Werbetrommel zu rühren, und auch in Frankfurt am Eisernen Steg machte er Halt. "Ich bin sehr zufrieden", sagt der 42-Jährige - so ganz gegen den Trend. Denn Musiker haben es zurzeit alles andere als leicht. Keine Auftritte. Keine Gagen. Kein Geld. "Alle zwei Jahre ein Album rauskloppen, das ist's doch", meint Thomas Godoj, der die fünfte Staffel der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" von Pop-Titan Dieter Bohlen für sich entschied.

Von seinem Gewinn damals zehre er heute noch. "Es gehört zu mir und zu meinem Lebenslauf. Und es war eine tolle Erfahrung", so Godoj, der keinen Kontakt zu Bohlen unterhält. "Ich habe an meine Wurzeln und mein Bauchgefühl gedacht, und herausgekommen ist Hard-Rock mit Metal-Einflüssen und gut hörbaren deutschen Texten - das gibt schön auf die Mütze", analysiert Godoj "Stoff".

Die CD ist gelungen, jetzt müsste nur noch die Kasse klingeln. Tut sie aber nicht. "Wir sind eine Großfamilie mit insgesamt fünf Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren", sagt er. "Da kann man sich gut vorstellen, was im Frühjahr los war während des Lockdowns. Wir haben zunächst gedacht, dass wir als Band mehr Zeit fürs Kreative aufwenden könnten, weil wir doch keine Konzerte geben konnten."

Doch es kam anders. Homeschooling war angesagt. "So richtig viel Zeit blieb nicht übrig." Hören lassen kann sich "Stoff" aber allemal. "Wir haben aus den letzten Löchern gepfiffen und das Album aus dem Boden gestampft", berichtet Godoj. Apropos Geld: Die Mittel, um "Stoff" aufzunehmen, hat Godoj über Crowdfunding zusammenbekommen, auch Schwarmfinanzierung oder Gruppenfinanzierung genannt.

Seit 2008 ist Godoj fast ununterbrochen auf Tour. So sollte es weitergehen. "Wir hatten gehofft, die Release-Shows vor Leuten zu spielen. Ist aber nicht so schlimm. Es gibt ja noch das Internet." Es sei eine Situation, durch die alle müssten. Die Livekonzerte will er nachholen. Erfahrung darin hat er schon, denn "im Frühjahr haben wir von meinem Wohnzimmer aus Konzerte gestreamt."

Noch müsse er nicht auf dem Bau arbeiten oder anderen Jobs nachgehen. "Aber wer weiß, wie lange das noch gut gehen kann. Wenn keine Chance besteht, live vor Leuten zu spielen, dann werde ich versuchen, die Live-Streams durchzusetzen", sagt Godoj, der einst mit Matthias Hoffmann , der jetzt mit dem Wahl-Frankfurter Daniel Wirtz zusammenarbeitet, seine ersten Schritte als Profimusiker unternahm. "Du kannst nichts planen, alles ist unsicher", sagt er, "deshalb gilt für mich: Einfach das beste draus machen." es

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare