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Neuer Senckenberg-Sammlungsraum, die Malakologie. Insgesamt werden 22 Millionen Objekte gelagert.

Bauprojekt

Senckenberg weiht sanierte Forschungsgebäude ein

Mit einem Festakt hat die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die neuen Forschungsgebäude Arthur-von Weinberg-Haus und Jügelhaus eingeweiht.

Etwa sieben Jahre nach Planungsbeginn und gut vier Jahre nach Baubeginn feiert die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Festsaal des Jügelhauses den bevorstehenden Abschluss des bisher größten Bauprojekts in ihrer Geschichte: 22 Millionen Sammlungsobjekte wurden umgezogen, klimatisierte Sammlungsräume und Labore errichtet und moderne Arbeitsräume geschaffen. Die Wissenschaftler können nun in direkter Nachbarschaft zu ihren Sammlungen unter neuesten Standards arbeiten und forschen. Es ist so gut wie geschafft – letzte Sammlungsstücke, das Modell eines Pottwal-Kalbs und einige Büros müssen bis zum Endes des Monats noch aus dem Standort Kuhwaldstraße umziehen. Dann ist das bislang größte Senckenberg-Umbauprojekt abgeschlossen.

„Ich bin sehr glücklich, an dem heutigen Festtag das Gelingen dieses großen Bauprojekts mit Ihnen feiern zu können, das für unser Frankfurter Institut, seine exzellente Forschung und herausragenden Sammlungen nun auch die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung stellt“, sagt Senckenberg-Generaldirektor Prof. Volker Mosbrugger. Die Umbaumaßnahmen haben die Forschungsbedingungen der Wissenschaftler optimiert. „Durch die Unterbringung der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen in einem Gebäudekomplex am Standort Frankfurt entstehen neue Synergien in der Erforschung des Systems Erde“, ergänzt Prof. Andreas Mulch, Direktor des Forschungsinstituts und Naturmuseums. Zu den Gratulanten gehörte auch Prof. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. Er würdigte an dem Bauprojekt besonders „das große Engagement für die – außerhalb der Leibniz-Gemeinschaft gelegentlich etwas stiefmütterlich behandelten – Sammlungen. Tatsächlich sind Sammlungen für Forschungsmuseen und Forschungseinrichtungen wie Senckenberg ein konstitutives Element. So ermöglichen die naturhistorischen Sammlungen als Archive den Blick zurück in die Entwicklung der Natur und des Menschen und damit auch den Blick in die Zukunft.“

Das Umbauprojekt wurde nach Entwürfen von Architekt Peter Kulka realisiert und unter der Projektleitung von Gerd Mangel durchgeführt. Neben der Verbesserung der Forschungsinfrastruktur und dem Platzgewinn galt es, die Gebäude weitestgehend barrierefrei zu machen, sorgsam mit der Bausubstanz umzugehen und die Anforderungen des Denkmalschutzes zu erfüllen.

Durch die Erhaltung von Fassaden, bauzeitlichen Türen und Fenstern, Foyers, Treppenhäusern und Stuckdecken sowie einzelner ausgewählter Räume sollten die verschiedenen Zeitschichten des Gebäudes sichtbar gemacht werden – die Entstehungszeit des Bautenensembles von 1907, die Eingriffe nach den Zerstörungen des Krieges Anfang der 1950er Jahre sowie die Überformung durch Umbau und Anbau der jüngsten Baumaßnahmen. Denkmalgeschützte Räume wie der Parthenon-Saal mit der berühmten und jüngst sanierten Replik des Parthenon-Frieses, der Blaue Saal und der Senatssaal wurden saniert und gleichzeitig mit eingebauter Medientechnik zur Nutzung als Konferenzraum ertüchtigt.

Senckenberg-Präsidentin Beate Heraeus machte den Vertretern von Bund und Land sowie dem Projektleiter und dem Architekten gemeinsam mit Volker Mosbrugger und Andreas Mulch ein besonderes Geschenk: Zukünftig sollen vier von Senckenberg neu entdeckte Arten ihren Namen tragen.

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