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Senckenbergmuseum: Dem Frankfurter T-Rex geht es an den Lack

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Der Künstler Marcel Walldorf verpasst dem Dinosaurier-Modell vor dem Senckenbergmuseum eine Schönheitskur. Für ihn ist der Dino ein Zeichen der „Hoffnung in einer zusammenbrechenden Welt“.

Frankfurt – Wenn sich Marcel Walldorf (39) aus Bockenheim an seine Kindheit erinnert, dann erinnert er sich an einen Dinosaurier: „Der Tyrannosaurus Rex vor dem Senckenbergmuseum war schon damals was ganz Tolles für mich.“ Heute steht Marcel Walldorf wieder vor ihm, aber dieses Mal ist er der Künstler, der ihn restauriert. Denn inzwischen sind dem T-Rex die vielen Jahre draußen bei jeder Witterung anzusehen. Das soll sich ändern und das Aushängeschild des Senckenbergmuseums schon bald in neuem Glanz erstrahlen.

Senckenbergmuseum: Dino-Skulptur „steht für ganz Frankfurt“

Für Marcel Walldorf ist der Riesendino mehr als nur ein Aushängeschild des Senckenbergmuseums. Für ihn steht die Skulptur auch für ganz Frankfurt. „Es ist eine große Anerkennung, dass ich ausgewählt wurde.“ Es ist nicht der erste Dinosaurier, den der Frankfurter Künstler restauriert. Schon den Diplodocus direkt am Eingang des Museums hat Walldorf vor ein paar Jahren aufgehübscht. Sein Ziel ist es, ein Kunstwerk zu erschaffen. „Man sieht, dass der Tyrannosaurus Rex beim ersten Mal nicht von einem Künstler bemalt wurde. Das wird sich jetzt ändern.“

Am Ende wird der T-Rex eine grünbraune Grundfarbe haben. Auf seinem Rücken werden wie vorher auch Streifen zu sehen sein. Für Marcel Walldorf und das Senckenbergmuseum ist es wichtig, den T-Rex originalgetreu zu bemalen. Wenn das Wetter mitspielt, sollen die Arbeiten bereits am Mittwoch nächster Woche abgeschlossen sein. Bis dahin liegt noch einiges an Arbeit vor Marcel Walldorf. Zunächst muss er die alte Farbe abschleifen, damit die neue Farbe besser haften bleibt. Danach schließt er offene Stellen mit Epoxidharz.

Erstmal muss die alte Farbe runter: Künstler Marcel Walldorf bearbeitet den Tyrannosaurus Rex vorm Senckenberg Museum zunächst mit dem Schleifgerät. In den nächsten Tagen verpasst er dem Giganten dann einen neuen Lack. FOTO: Nikolai Kuhnert
Erstmal muss die alte Farbe runter: Künstler Marcel Walldorf bearbeitet den Tyrannosaurus Rex vorm Senckenberg Museum zunächst mit dem Schleifgerät. In den nächsten Tagen verpasst er dem Giganten dann einen neuen Lack. © Nikolai Kuhnert

Frankfurt: Ein T-Rex ganz in Weiß

Läuft alles nach Plan, wird der Arbeitsschritt am Freitag der Spektakulärste sein. An diesem Tag wird Walldorf den Dinosaurier grundieren. Das bedeutet, dass der T-Rex komplett weiß sein wird. Diesen weißen Dinosaurier lackiert der Bockenheimer dann mit grünbrauner Farbe, bevor er dann im letzten Schritt einen Schutzlack aufträgt. Der soll dafür sorgen, dass der T-Rex auch in den nächsten Jahre Wind und Wetter standhält, damit möglichst viele Kinder ihre persönlichen Erinnerungen mit dem großen T-Rex sammeln können. „Aus diesem Grund ist die Aufgabe eine Herzensangelegenheit für mich. Ich bin Frankfurter, ich liebe die Natur und ich mache was Gutes für die Gesellschaft.“

Für den Künstler ist der T-Rex ein Zeichen der Hoffnung

Übrigens: Der echte Tyrannosaurus Rex hat vor circa 66 Millionen Jahren in der Kreidezeit gelebt. Vor allem in den heutigen US-Bundesstaaten Montana und South Dakota war der T-Rex verbreitet. Inzwischen ist er einer der bekanntesten Dinosaurier, der für seine Gefährlichkeit bekannt ist. Ganz anders sieht Künstler Marcel Walldorf den T-Rex. Für ihn steht der Gigant, der bald in neuem Glanz erstrahlt, dann „für Hoffnung in einer zusammenbrechenden Welt“.

Ob es mit ihm und dem T-Rex tatsächlich klappt in eineinhalb Wochen? Walldorf will nichts versprechen. „Wenn das Wetter schlecht ist, wird die Restauration länger als geplant gehen.“ Aber selbst wenn’s etwas länger dauern sollte - Marcel Walldorf macht das nichts aus: Ich stehe gerne auf dem Steiger und bringe den Frankfurtern etwas Freude.“ (Nikolai Kuhnert)

Die Museumsdirektorin Brigitte Franzen meint, die Menschen würden das Senckenbergmuseum in Frankfurt lieben. Nach den Corona-Einschränkungen gab es große Pläne. Eine besondere Ausstellung soll es 2025 geben.

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