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Die Familie von Martin Werner (rechts), der beim Erzählcafé mit dabei war, zählt zu den alteingesessenen Eschersheimern.

L(i)ebenswertes Eschersheim

Sich mit dem Stadtteil identifizieren

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Seit fast drei Jahren organisiert die Initiative „L(i)ebenswertes Eschersheim“ Veranstaltungen, die die Nachbarschaft im Stadtteil zusammen bringen sollen. Für den Sommer ist eine große Nachbarschaftsaktion geplant.

Um sich in seinem Stadtteil zu Hause zu fühlen, benötigt es oft mehr, als eine gemütliche Wohnung, wo man seine Freizeit hinter geschlossenen Türen verbringt. Viele Menschen legen Wert darauf, ihre Nachbarn zu kennen, vielleicht auch etwas über die Geschichte des oft neuen Heimatviertels zu erfahren. Auch die Verkehrsanbindung und der nahe gelegene Einzelhandel spielen eine Rolle, um nicht am Ende seine gesamte Freizeit in die Innenstadt oder verschiedene In-Viertel zu verlagern.

In Eschersheim kümmert sich eine Initiative mit dem Namen „L(i)ebenswertes Eschersheim“ um all jene Faktoren, die die Bürger direkt in die Hand nehmen können. Rund 40 aktive Mitstreiter setzen sich für ein aktives Miteinander von Nachbarschaft und Einzelhandel ein, schaffen Plattformen, wo Eschersheimer mit ähnlichen Interessen zusammenfinden: etwa mit einem Erzählcafé wie am Freitagabend.

Hier gibt es Geschichte und Anekdoten aus dem Stadtteil, erzählt und besprochen oft aus erster Hand: von all jenen, die dabei gewesen sind, oder zumindest viele Informationen überliefert bekommen haben. Organisiert werden die Abende, die seit fast zwei Jahren in der Bibliothek der Rothschild’schen Stiftung stattfinden von Karin Puck, die zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehörte: „Wir wollen erreichen, dass die Eschersheimer sich mit ihrem Stadtteil identifizieren. Dazu gehört es auch, die Menschen kennenzulernen, die hier schon vor Jahrzehnten gewohnt haben und wissen, wie sich der Stadtteil verändert hat“, so Puck. Dass das Erzählcafé mit Martin Werner, dem Urenkel des Autors einer Festschrift zum 200. Jubiläum der Emmaus-Gemeinde, 70 Besucher anzog, freut sie besonders.

Begonnen hatte die gemeinschaftliche Arbeit im Stadtteil im Jahr 2013, aus einer Initiative des Sozialrathauses Dornbusch heraus. „Es gab die Idee, Bürgerforen zu aktivieren, um das Leben gerade für ältere Menschen ansprechender und einfacher zu gestalten“, erzählt Barbara van de Loo, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. „Über Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld sind wir 2014 auch an die Räume in der Rothschild’schen Stiftung gekommen, die wir kostenlos nutzen dürfen. Die Webseite konnten wir mit einem Zuschuss des Sozialrathauses ermöglichen.“

Für van de Loo ist es klar, dass sich auch in den nächsten Jahren noch so Einiges verändern wird. „Das wollen wir so gut es geht mitgestalten, indem wir durch ein gut angelegtes Netzwerk aus Bürgern und Einzelhändlern wissen, was im Stadtteil vor sich geht“, weiß sie. „Dass gerade bei großen politischen Themen wie dem anstehenden Umbau der Eschersheimer Landstraße nicht alle die selbe Meinung haben, versteht sich von selbst“, sagt auch Puck, die gemeinsam mit einer Mitstreiterin für den Umbau Unterschriften gesammelt hat – außerhalb der Initiative. Andere stehen dem Thema skeptisch gegenüber.

Dennoch ziehen sie in ihrem Hauptanliegen an einem Strang, was am 16. Juli in einer großen Nachbarschaftsaktion gipfeln soll. „Wir wollen damit in die Broschüre der Leitstelle Älterwerden in Frankfurt aufgenommen werden und weiterhin an Bekanntheit gewinnen, denn in den vergangenen drei Jahren ist das Interesse an uns immer weiter gewachsen“, so van de Loo. Nur einen Wermutstropfen gibt es: „Derzeit besteht der aktive Kern der Initiative hauptsächlich aus Senioren, die im Ruhestand die Zeit haben, sich für den Stadtteil einzubringen. An Berufstätige oder gar Jugendliche heranzukommen, die Zeit haben, sich zu engagieren, fällt schwer.“

Weitere Informationen und alle aktuellen Termine gibt es unter .

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