Zog vor fast 30 Jahren extra von Regensburg an den Main, um mit der Girlrockband The Slags zu spielen: Conni Maly. Inzwischen ist sie längst fester Bestandteil der hiesigen Musikerszene und hat mehrere Platten herausgebracht. Dazu spielt die Mutter zweier Kinder auch regelmäßig in Kitas und Schulen.
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Zog vor fast 30 Jahren extra von Regensburg an den Main, um mit der Girlrockband The Slags zu spielen: Conni Maly. Inzwischen ist sie längst fester Bestandteil der hiesigen Musikerszene und hat mehrere Platten herausgebracht. Dazu spielt die Mutter zweier Kinder auch regelmäßig in Kitas und Schulen.

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  • VonDetlef Kinsler
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Gitarristin ergreift die Initiative - Am Wochenende spielen zehn Band auf

Conni Maly kennt man als Mitglied der Frankfurter Frauen-Rockband The Slags. Seit 1992 spielt die gebürtige Regenburgerin Gitarre bei der Gruppe, die eigentlich 2020 ihr 30. Jubiläum mit der Veröffentlichung des Albums "Babytree" und einer Filmdokumentation über die wechselvolle Karriere feiern wollte. Neben anderen Musikprojekten wie Lava 303 ist Maly zudem sozial engagiert, etwa im gemeinnützigen Verein Playground. Der wurde 2001 als Selbsthilfewohnprojekt in Höchst gegründet und ist heute am Frankfurter Berg zu Hause.

Oberbürgermeister Brief geschrieben

Im März schrieb Maly einen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann und adressierte ihn auch an die Damen und Herren beim Jugend- und Sozialamt, dem Ordnungsamt, der Polizei und dem Kulturamt, um einen runden Tisch anzuregen. Stellvertretend für alle Kulturschaffende und Eltern heranwachsender Kinder war eines ihrer Themen in Hinblick auf Frühling und Sommer die Prävention. Denn es sollte zu keinen weiteren Eskalationen zwischen Jugendlichen und Ordnungskräften im öffentlichen Raum kommen. Das hatte zuvor für Unruhe und Schlagzeilen gesorgt. Ein professionell organisierter, kontrollierter Kultursommer 2021 war ihre Idee. Illegalen, gefährlichen Treffen in der Pandemie sollte man so entgegenwirken können. Maly bekam viele positive Antworten und Reaktionen von Gleichgesinnten und so wurde die "Kulturinitiative am Main" ins Leben gerufen.

"Wir sind ein Zusammenschluss von DJ's, Musikern, Kulturschaffenden, Veranstaltern Clubbetreibern, Künstlern und Sozialarbeitern und Vereinen. Unser Ziel ist die Kultur zu retten, die Jugend künstlerisch zu fördern und Freiräume zu schaffen", sagt Maly. Mit einem Demonstrationszug am 19. Juni durch die ganzen Innenstadt machte die Kulturinitiative auf sich aufmerksam und organisierte am ersten Juli-Wochenende im Neuen Frankfurter Garten das "Ostend Festival".

Die Suche nach einer Fläche

Die ganze Zeit aber verlor man das ursprüngliche Vorhaben, ein Festival am Rande der Stadt zu organisieren nicht aus den Augen. Aber wo ein passende Fläche finden? "Und dann war ich an einem Sonntagmorgen mit dem Fahrrad unterwegs und kam am Nordpark vorbei", erzählt Maly. "Ich kannte ihn natürlich schon, fand den Ort schon immer wunderschön und als Festival-Location total geeignet." Nachdem das zuständige Sportamt einer Nutzung seiner Plätze zugestimmt hatte und die Beschallungserlaubnis vorlag, galt es Kooperationspartner zu finden. Das Jugendhaus am Bügel kam genauso mit ins Boot wie das Sozial- sowie Kulturamt der Stadt. So konnten die Kosten für die nötigen Infrastruktur, die Technik und Künstlergagen gesichert werden.

Mit Nana Barkmann vom Sachsenhäuser Rockclub Elfer und Suse Michel von der Konzertagentur Slag Office konnten zwei Profis gewonnen werden, das Musikprogramm zu buchen. "Das war kurzfristig gar nicht so einfach, denn viele Bands hatten schon andere Termine oder ein Bandmitglied war zum Termin im Urlaub", verweist Michel, darauf, dass ein August-Wochenende gesetzt war. Denn das Fest musste noch in den Schulferien stattfinden.

Ein Programm der Extraklasse

Das Programm am kommenden Wochenende, 14. und 15. August, kann sich hören lassen. Mit dabei sind neben anderen Uncle Maze, Gastone, Reverend Schulzz, Pleil und The Slags. Dazu gibt es noch Live-HipHop und eine Psychedelic Lightshow. Beginn des Musikprogramms ist um 16 Uhr, das Ende gegen Mitternacht. Der Sonntagnachmittag ab 14 Uhr gehört der Familie - mit Clownshop und Trommel- und Jonglage-Workshops. Aber natürlich gibt es auf dem Gelände an der Homburger Landstraße auch wieder reichlich Musik.

Detlef Kinsler

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