An der Wöhlerschule ist Evangelia Georgalis als Mitglied des Elternbeirats schon länger bekannt. Jetzt will die 44-Jährige als Kinderbeauftragte ihr Engagement auf den gesamten Stadtteil Dornbusch ausweiten. foto: HAMerski
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An der Wöhlerschule ist Evangelia Georgalis als Mitglied des Elternbeirats schon länger bekannt. Jetzt will die 44-Jährige als Kinderbeauftragte ihr Engagement auf den gesamten Stadtteil Dornbusch ausweiten.

Dornbusch: Frankfurter Ehrenamt

Sie scheut sich nicht, Problemen auf den Zahn zu fühlen

  • vonKatja Sturm
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Neue Kinderbeauftragte hat viele Ideen und Elan - Dentistin ist Mutter von zwei Söhnen

Das jüngste Engagement seiner Mutter hat Anastasios Georgalis gleich mit eigenen Vorstellungen verbunden. "Dann bekommen wir im Dornbusch endlich einen richtigen Basketballplatz", hat der 16-Jährige gesagt. Die 44-Jährige selbst strahlt, als sie das erzählt. Die Unterstützung ihrer Familie freut Evangelia Georgalis sichtlich. Natürlich will sie ihre beiden Söhne und deren Freundeskreise miteinbeziehen, wenn es darum geht zu erfahren, was den Nachwuchs beschäftigt. Doch die neue Kinderbeauftragte für den Stadtteil im Frankfurter Norden hat selbst schon einiges im Kopf, was sie angehen will.

Dabei hat die Zahnärztin, die gemeinsam mit ihrem Mann Dimitrios in der Frankfurter Innenstadt eine eigene Praxis führt, noch gar nicht richtig angefangen mit ihrer Aufgabe. Georgalis sieht sich in der "Einarbeitungsphase". Erst vor zwei Wochen wurde sie im Ortsbeirat 9 als Nachfolgerin von Anita Akmadža bestimmt, die mittlerweile in Sachsenhausen wohnt und gerade Stadtverordnete geworden ist. Viele, mit denen Georgalis in Zukunft kooperieren wird, kenne sie noch gar nicht. Über "ein gutes Netzwerk" verfüge sie jedoch schon.

Griechische Frankfurterin

In der Großstadt am Main geboren, bezeichnet Evangelia Georgalis sich als "griechische Frankfurterin". Sie besuchte die Holzhausen- und die Elisabethenschule, studierte an der Goethe-Universität und folgte ihrem Mann vor mehr als 20 Jahren in dessen Quartier. Während ihre beiden Söhne - der jüngere Achilleas ist 13 Jahre alt - im Dornbusch aufwachsen, bringt Evangelia Georgalis sich jeweils in den Betreuungseinrichtungen und Schulen ein, die diese besuchen. Heute gehört sie dem Elternbeirat der Wöhlerschule an. In dieser Position trat sie auch schon im Stadtteilparlament auf, als sie im Verlauf der Pandemie das Projekt "Schüler helfen Schülern" vorstellte.

Auch die Teenager berücksichtigen

"Es ist schön, sich einzusetzen", sagt Evangelia Georgalis, die sich trotz ihrer Zugehörigkeit zur CDU als Kinderbeauftragte parteipolitisch neutral sieht. Man bekomme immer etwas zurück. Als Selbstständige genieße sie den Vorteil, sich die Zeit frei einteilen zu können. Engagement empfindet sie als "Ausgleich".

Dabei versteht Georgalis sich nicht nur als Zuständige für die Bedürfnisse von Kindern; sie will auch die Teenager nicht aus dem Blick verlieren und für sie geeignete Freizeitmöglichkeiten schaffen, damit sie ihre Zeit nicht auf den Spielplätzen für die Jüngeren verbringen müssen.

"Viele wissen gar nicht, dass es eine Kinderbeauftragte gibt", sagt sie. Deshalb werde sie sich damit befassen, wie sie sich und ihre Position bekannter machen kann. Sie könnte beispielsweise dort mit den Jungen und Mädchen ins Gespräch kommen, wo diese spielen. Oder die Eltern-Kind-Sprechstunden wiederbeleben, die ihrem Eindruck nach zuletzt etwas zu kurz kamen. Dann könnte ihr der Nachwuchs selbst erzählen, was ihn drückt. Zudem will sie mit ihrer eigenen Familie durch den Stadtteil spazieren, um zu sehen, wo es etwas zu tun gibt.

Unabhängig davon hat Georgalis sich schon über Themen Gedanken gemacht, derer sie sich annehmen will. So möchte sie den Stand der Dinge bei den "Noteingängen" überprüfen, den Orten also, wo Kinder Hilfe finden. Das Projekt Bücherkoffer des Vereins "Chancenreich" würde sie gerne weiter verbreiten und in der Astrid-Lindgren-Schule einführen, um Mehrsprachigkeit zu fördern und Eltern zu motivieren, mit ihren Kindern zu lesen.

In Kulturprojekte würde sie gerne Künstler einbinden, die von der Pandemie gebeutelt sind, und den so lange eingesperrten Jugendlichen Möglichkeiten zum Austoben aufzeigen.

Manches Betätigungsfeld eröffne die Aktualität. An der Corona-Teststation, die ab diesem Donnerstag an der Platenstraße eingerichtet wird, will sich die Zahnmedizinerin als Beraterin für die Familien zur Verfügung stellen und sich mit ihrem Wissen einbringen, wenn es um die Impfungen von Jugendlichen geht.

"Ich habe so viele Ideen und freue mich darauf", sagt Evangelia Georgalis voller Elan. Aber sie müsse nichts überstürzen. Manches werde seine Zeit brauchen. Die fünf Jahre, die ihr zur Verfügung stehen, nicht ausfüllen zu können, darüber muss man sich bei ihr wohl keine Sorgen machen. Katja Sturm

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