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Sie sind verbunden im Takt der Trommeln

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Trommelfeuer vom Feinsten: die Skyline Drums.
Trommelfeuer vom Feinsten: die Skyline Drums. © Maik Reuß

Bei den Skyline Drums werden Musik und Gemeinschaft großgeschrieben - jetzt suchen sie neue Mitstreiter.

Tak, tak, tak, tak - Mario Berger schlägt die Drumsticks rhythmisch aneinander und gibt das Tempo vor. Dann trommelt er einen ersten Takt auf der Snare, die vor ihm steht. Die anderen Snare-Spieler fallen mit ein, dann kommen die beiden Basstrommeln dazu und zum Schluss setzt noch das Quint ein.

Die sieben Trommler erfüllen den kleinen Proberaum im Vereinsheim der Schlossgarde Höchst in Unterliederbach mit lauten Rhythmen. Wie jede Woche haben sich die Musiker der Skyline Drums diesen Freitag wieder dort eingefunden, um gemeinsam zu proben und sich auf Auftritte vorzubereiten.

Die Schlagzeugstöcke und Schlägel bewegen sich innerhalb der einzelnen Instrumentengruppen in einer exakten Choreografie. Kunstvoll sieht das bei den Musikern an den Snares aus: Sie drehen und wenden die Sticks, schlagen mal mit den Spitzen, mal mit den Enden auf das Trommelfell oder auf die metallenen Ränder.

Am Quint, das aus fünf nebeneinander angeordneten Toms besteht, lässt Fabio Berger die Stöcke von einer Seite auf die andere wandern, ab und an überkreuzen sich seine Arme, der ganze Körper bewegt sich dabei im Rhythmus. Bei ihm entsteht so etwas wie die Melodie des Stücks.

Mario Berger beschreibt die Besetzung als ein „aufgeteiltes Schlagzeug“. Wie bei einem Schlagzeug-Set gibt die Bass Drum den Takt vor, die Snare übernimmt den kleinteiligeren Rhythmus, die Toms bieten unterschiedliche Tonhöhen. Für jeden Musiker ist etwas dabei. „Am Quint muss man flink sein, die Arme verknoten, für die Bass braucht man Taktgefühl und die Snares sind der technische Part“, erklärt Berger.

Aktuell besteht die Gruppe aus acht Musikern, zwei davon sind erst seit zwei Monaten dabei. Die coronabedingten Ausfälle der Proben haben dem Verein zu schaffen gemacht. Viele hätten in der Zeit neue Hobbys gefunden. „Jetzt bauen wir uns wieder auf“, meint Mario Berger zuversichtlich.

Dafür sind die Trommler auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Wer einsteigen möchte, muss keine Vorkenntnisse mitbringen - weder am Schlagzeug noch im Notenlesen. „Lust und Spaß an der Sache“ seien die einzigen Voraussetzungen, sagt Fabio Berger. Bevor sich Neulinge für eines der Instrumente entscheiden, dürfen sie alle ausprobieren.

Nur so stark wie das schwächste Glied

Da das Vereinsheim mehrere Räume hat, können die einzelnen Instrumentengruppen auch getrennt voneinander üben, bevor sie am Ende in der Ensembleprobe wieder zusammengeführt werden. Marschproben werden nebenan auf dem Parkplatz an der Ballsporthalle abgehalten. Die neuen Musiker sind von Beginn an vollwertige Mitglieder der Truppe, auch bei Aufführungen. „Wir sind nur so stark wie das schwächste Glied. Bei uns wird niemand ausgegrenzt, erklärt Berger. Ein gutes Anlernen senke aber die Hemmungen vor dem ersten Auftritt.

Ann-Kathrin Hantschel erinnert sich an ihre Anfänge bei den Skyline Drums. Sie sei wegen ihres Partners dazugekommen, der selbst in dem Verein musiziert, und zunächst gar nicht so begeistert gewesen. „Nach zwei oder drei Auftritten hat mich die Lust dann gepackt. Das Training ist manchmal anstrengend, aber macht immer Spaß“, erzählt die 29-Jährige.

Inzwischen ist sie seit sechs Jahren an der Bass Drum dabei. Zuvor hatte sie bereits Klarinette in einer Blaskapelle gespielt. Eine Drum-Gruppe ganz ohne Bläser sei schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, so Mario Berger.

Genau das mag auch Paul Zabel an seinem Hobby: „Ich find’s cool. Nur Trommler - das ist nicht so verbreitet“, sagt der 15-Jährige. Er hat zunächst Schlagzeug gelernt und kam dann zu den Skyline Drums. Das Trommeln dort sei aber noch einmal etwas anderes.

„Hier lerne ich neue Sachen, die ich am Schlagzeug gebrauchen kann. Ich kann aber auch Übungen aus dem Schlagzeugunterricht hier einbringen“, beschreibt er die Synergieeffekte. Am meisten Freude machen ihm die Auftritte.

Doch bevor es wieder so weit ist, will sich die Gruppe ohne Druck auf ihren Neuaufbau fokussieren. Danach werden die Musiker bei Festzügen, Faschingszügen, Bühnenauftritten, auf dem Altstadtfest in Höchst oder dem Oktoberfest in Unterliederbach zu hören und zu sehen sein, wie vor der Pandemie der Fall war. Außer den Auftritten und den Proben jeden Dienstag und Freitag gehören zum Vereinsleben Unternehmungen, Ausflüge und Probewochenenden.

Jeden Freitag gibt es nach dem Üben ein gemütliches Beisammensein. Die Gemeinschaft halten die Skyline Drums hoch, die Musik ist dabei das verbindende Element. Mario Berger schwärmt: „Die Musik ist das Schönste, was es gibt. Man braucht keine Sprache, sie funktioniert weltweit und immer.“

Beatrice May

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