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Susanne Reichert und Bernd Neumann probieren das Grüne-Soße-Brot. Es wird im Auftrag der Initiative Oberräder Wochenmarkt gebacken. Es soll bald auch auf dem Wochenmarkt angeboten werden. Foto: Hamerksi

Grüne-Soße-Brot

Aus sieben Kräutern wird ein Brot: Grüne Soße ist die wichtigste Zutat der neuen Kreation

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Außen knusprig, innen fluffig und voller grüner Sprenkel. So sieht ofenfrisches Grüne-Soße-Brot aus. Die Idee eines Dachdeckers wird zum Hit für Oberrad. Grüne-Soße-Königin Susanne Reichert machte den Test.

Zum Frühlingsfest am Samstag, den 30. März, auf dem Buchrainplatz in Oberrad soll er perfekt sein, der „Pfundskerl mit Grüner Soße“. Seit September tüftelt Bäckermeister Thomas Schäfer (55) an der Idealmischung für das Roggen-Malz-Brot mit frischen Grüne-Soße-Kräutern. „Noch ein bisschen mehr Volumen und noch ein bisschen grüner“, sagt er kritisch beim Testen auf dem Schlockerhof in Hattersheim. „Nasse Kräuter verändern die Klebemasse.“

Die dunklen runden Brotlaibe duften intensiv, die Kruste ist knackig dunkel und teilweise aufgesprungen. Im saftig-fluffigen Teig stecken die sieben gehackten Grüne-Soße-Kräuter. „Plus drei weitere Zutaten, die nicht verraten werden“, so Schäfer.

Königliches Lob

Er ist ein bisschen nervös, weil Grüne-Soße-Königin Apfelweinkönigin Susanne I. (48) und Bernd Neumann (50) von der Initiative „Oberräder Wochenmarkt“ zum Testen gekommen sind. Neumann, der sowohl 2. Vorsitzender des Gewerbevereins als auch Dachdecker ist, beißt genüsslich in eine Brotscheibe. Susanne Reichert schnuppert, prüft die Textur, knabbert vorsichtig ein Stück ab und lächelt. „Schmeckt super“, finden beide. „Die Größe der Kräuter ist ideal, die Würze genau richtig.“

Die Idee zum Brot hatte Naumann vor zwei Jahren. „Ich dachte mir, dass so etwas noch fehlt und habe mit meiner Mutter gesprochen, die sich ans Werk gemacht hat. Alle waren begeistert, aber es ließ sich keine Bäckerei finden, die es herstellt.“ Alle hätten erklärt, die Umstellung der Maschinen sei zu schwierig.“ Andere hätten es versucht, aber nicht geschafft. Dennoch gab es Grüne-Soße-Brot bei der Oberräder Gewerbeschau im September. „Ein Großcousin von mir hat es in seiner Bäckerei gemacht. In der Nähe von Hamburg“, so Neumann. Dass das keine Zukunft haben kann, war beiden klar. So suchten sie weiter nach einem Produzenten in Frankfurt.

Nach zahlreichen Absagen traf Reichert „in ganz anderem Zusammenhang“ auf den Schlockerhof. Hier arbeitet Bäckermeister Schäfer mit acht Bäckern und Konditoren und 17 Behinderten. Seit 25 Jahren ist er hier. „Pro Woche verarbeiten wir 1,2 Tonnen Mehl mit ganz viel Handarbeit“, erzählt er.

Ganz viel Handarbeit

Neben der Bäckerei, die auch Kantinen, Schulen und Altenheime beliefert, betreiben sie einen eigenen Laden auf dem Hof voller Brot, Kuchen und Gebäck.

„Wir haben kein Problem mit der Maschinenumstellung wie bei großen Bäckereien“, sagt Schäfer. In Hattersheim ist er der letzte Bäcker, der noch selbst backt. „Es ist schwer, wegen der frühen Arbeitszeiten Nachwuchs zu finden und die Leute schauen weniger auf Qualität als auf den Preis“, so Schäfer. Er setzt auf lokale und beste Zutaten. „Und wir haben viele Hände hier“, erzählt er. Die Behinderten sind voller Liebe mit dabei, entwickeln mit und arbeiten penibel im Detail. „Wenn sie motiviert sind, machen sie alles, was sie tun, voller Hingabe.“

Reichert und Neumann sind begeistert. „Der Schlockerhof passt super zum Grüne-Soße-Dorf Oberrad. Das ist kein 0815-Brot. Alles wird individuell hergestellt, man kann jedes Detail nachjustieren. Die Schwerbehindertenhilfe ist ein gutes Werk und zusammen mit den ungespritzten Grüne-Soße-Kräutern von Schecker ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für die Oberräder.“ Susanne I. nimmt ein Krüstchen vom Grüne-Soße-Brot und beißt genussvoll rein. „Dazu gesalzene Butter“, denkt sie laut. „Leckerer geht es nicht.“ Neumann genügt es „ofenfrisch und am liebsten noch warm“. Beim Frühlingsfest am 30. März wird es das Brot geben. Auf dem Oberräder Wochenmarkt soll es auch bald angeboten werden und in der Gastronomie. Reichert kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. „Wir haben Feste, den Wochenmarkt und ebenfalls auf dem Buchrainplatz das Lokal ’Grüne Soße und mehr’. Oberrad steht für Grüne-Soße.“ Hattersheim bald auch.

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