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So wie Roswitha Väth, Stadtteil-Historikerin der neuen Generation, bekamen die Teilnehmer des Projekts beim "Tag der Geschichte" in der Evangelischen Akademie Urkunden überreicht und wurden damit offiziell ins Projekt aufgenommen. Diese Aufgabe übernahmen (von links) Roland Kaehlbrandt, Vorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, FNP-Chefredakteur Matthias Thieme, und der Jury-Vorsitzende Christoph Andreas.

Polytechnische Gesellschaft

Siebter Jahrgang: Stadtteil-Historiker nehmen Arbeit auf

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Die Geschichte Frankfurts ist vielfältig. Sie zu erforschen haben sich die Teilnehmer des Stadtteil-Historiker-Projekts der Stiftung Polytechnische Gesellschaft zur Aufgabe gemacht. Die Teilnehmer der neuen, siebten Generation wurden jetzt bei einem "Tag der Geschichte" offiziell ins Projekt aufgenommen.

Dass Geschichte nicht ausschließlich als Teil einer lang zurückliegenden Vergangenheit betrachtet werden, sondern bis in die Gegenwart ausstrahlen kann, zeigen die Projekte der Stadtteil-Historiker der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Bei der Vorstellung der Themen der neuen, siebten Generation, die beim „Tag der Geschichte“ in der Evangelischen Akademie offiziell ins Programm aufgenommen werden, wird deutlich, dass die Teilnehmer offen und interessiert auf die Mainmetropole blicken. Es sind ganz unterschiedliche und vor allem vielfältige Themen, über die sie – wie auch schon ihre Vorgänger – recherchieren, forschen und schreiben möchten.

„Bürger schreiben Geschichte“, so formuliert Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnischen Gesellschaft die Idee hinter dem erstmals im Jahr 2007 initiierten Projekts der Stadtteil-Historiker. „Die Stadtteil-Historiker bringen Vergangenes und Übersehenes in Erinnerung“, betont er weiter und fügt hinzu: „Jeder Quadratmeter dieser Stadt birgt Geschichtliches.“ Und Historie müsse formuliert und weitergegeben werden. „Wir freuen uns auf die Erkenntnisse der neuen Generation an Stadtteil-Historikern.“

26 Bürger der Mainmetropole forschen in den kommenden 18 Monaten über ein von ihnen frei gewähltes Thema aus der Frankfurter Stadtgeschichte. Da geht es unter anderem um die Geschichte gelungener Integration am Beispiel der italienischen Migration in Rödelheim, um die eher unbekannteren Siedlungen von Stadtplaner Ernst May in Fechenheim und Oberrad oder um die Geschichte der zweiten Synagoge Frankfurts. Eine Jury unter dem Vorsitz von Dr. Christoph Andreas hatte zuvor die Auswahl getroffen. 35 Bewerbungen gab es.

Nicht immer ist es nur eine Person, die hinter einem zu bearbeitendem Projekt steht. So recherchiert eine Arbeitsgemeinschaft des Jahrgangsstufe 12 der Klingerschule, einem beruflichen Gymnasium im Nordend, Biografien ehemaliger Schüler als individuelle Erfolgsgeschichten. Außerdem gibt es Stadtteil übergreifende Themen, beispielsweise zur Frankfurter Varieté-Geschichte oder zu den Frankfurter Kriegsopfern und sie unterstützende Organisationen wie etwa der VdK nach den beiden Weltkriegen. Doch bevor der siebte Jahrgang endlich ganz offiziell eingeführt wird, wird auf der Veranstaltung der Blick noch einmal auf die Vorgänger gelegt. Stellvertretend für die Gruppe kommt Stephan Becsei auf die Bühne, der als Teilnehmer der sechsten Generation ein Projekt zur „Eschersheimer Landstraße im Wandel“ abgeschlossen hat. Er rät den neuen Stadtteil-Historikern, frühzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Symbolisch überreicht er den Staffel-Stab an Ljerka Oreskovic Herrman, die als Teilnehmerin der siebten Generation über den vergessenen Frankfurter Maler Johann Zoffany (1733–1810) arbeiten möchte.

Offiziell aufgenommen im Projekt Stadtteil-Historiker sind die Neuen, als ihnen die Urkunden von Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Dr. Christoph Andreas und dem Chefredakteur der Frankfurter Neuen Presse, Matthias Thieme, überreicht werden.

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