DFB baut in Frankfurt

So sieht die DFB-Akademie aus

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Fünf Fußballplätze, ein zwei- bis viergeschossiger Gebäudekomplex, viele Grünflächen: So soll die Fußballakademie aussehen, die der DFB bis 2018 auf dem Rennbahn-Areal errichten will. Ein kleiner Teil wird öffentlich zugänglich sein. Und voraussichtlich wird das Gesamtprojekt noch einmal teurer.

Der DFB hatte viel Prominenz aufgeboten zur Präsentation des Entwurfs für die Fußballakademie auf dem Rennbahn-Areal: Nicht nur Präsident Wolfgang Niersbach war gekommen, auch Bundestrainer Joachim Löw, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Sportdirektor Hansi Flick lobten die Pläne, mit denen Ausbildung von Nachwuchs-Fußballern und Leistungssportlern sowie die DFB-Zentrale unter ein Dach kommen. „Jeder soll sich selbst ein Bild machen können“, sagte Niersbach in Hinblick auf den Bürgerentscheid am 21. Juni, mit dem der Bau der Akademie verhindert und die Rennbahn erhalten werden soll.

Einstimmig hat sich die Jury für den Entwurf der Aachener Architekten Klaus Kada und Gerhard Wittfeld ausgesprochen. Ihr Entwurf kommt als einziger, der zuletzt noch im Rennen war, mit 15 Hektar Fläche aus. Die fünf Hektar, für die der DFB eine Option hat, werden deshalb vorerst nicht bebaut. „Auch ökologisch gesehen ist dieser Entwurf der beste“, betont Winfried Naß, der beim DFB das Projekt betreut. Vorgesehen ist ein rund 280 Meter langer Komplex, bei dem die verschiedenen Gebäudeteile von einem gemeinsamen Dach überspannt werden. Verbunden werden sie durch einen überdachten „Boulevard“. Ganz im Süden entsteht die Verwaltungszentrale, in der es auch einen öffentlich zugänglichen Fanshop und ein Café geben wird. „Es ist wichtig, dass wir uns öffnen“, sagte Bierhoff.

Die Akademie selbst und die Sportplätze können allerdings nur von Befugten betreten werden. „Hier ist ruhiges, konzentriertes Arbeiten möglich“, betonte Bierhoff. Gesichert wird die Anlage mit 2,40 Meter hohen Zäunen, wie sie auch bei anderen Sportplätzen üblich sind. Wegen der vorhandenen oder geplanten Bepflanzung bzw. der Gebäude werden „Zaungäste“ aber von den Sportlern auf den drei im Zentrum des Geländes liegenden Rasenplätzen wenig sehen. Der Kunstrasenplatz an der Schwarzwaldstraße hingegen – neben dem historischen Eingangstor zur Rennbahn, das erhalten wird – soll auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden, etwa für Jugendturniere. Daneben ist eine Fußballhalle geplant. Deren Dach ist allerdings noch nicht im bisherigen Budget des DFB in Höhe von 89 Millionen Euro enthalten. Sollte sich das DFB-Präsidium am 10. Juli dafür entscheiden, werden die Baukosten steigen. DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock versicherte: In das Projekt fließe „kein Cent“ an öffentlichen Mitteln. Umgekehrt kann sich der DFB vorstellen, einzelne Projekte im geplanten Bürgerpark zu finanzieren.

Weitere Bauteile sind ein Athletenhaus im „gehobenen Jugendherbergsniveau“ sowie eine zweigeschossige Logistikzentrale. An der Schwarzwaldstraße ist ein Parkhaus mit 528 Plätzen geplant. „Ich kann mir vorstellen, diese zum Teil den Anwohnern anzubieten“, sagte Naß. Insgesamt entfallen 75 Prozent des Geländes auf Grünflächen. 1,8 Hektar (ohne Fußballhalle) werden bebaut. Der öffentliche Zugang zum Gelände erfolgt über die Kennedyallee, die Gebäude werden zwei bis vier Geschosse haben. „Wir bewegen uns in Höhe der Baumwipfel“, betonte Architekt Gerhard Wittfeld. In einem Jahr soll der Bauantrag eingereicht werden. Ab 2018 soll die Akademie für die Ausbildung von Nationalmannschaften, Trainern und Schiedsrichtern genutzt werden. Rund 460 Personen sollen dort arbeiten.

Auf Zustimmung stieß der Entwurf bei Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Das ist ein Gewinn für den Fußball und für die Stadt“, sagte er. „Wichtig ist, dass kein Klotz entsteht.“ Im Planungsausschuss im Römer kam der Entwurf sehr unterschiedlich an. „Mir gefällt, dass da so viel Grün entsteht“, sagte Michael zu Löwenstein (CDU) und sprach von einer „Renaturierung“ des Areals. Wolfgang Hübner (BFF) hingegen sähe die Pläne lieber in Unterliederbach und nicht auf der Rennbahn verwirklicht.

Am 9. Juni wird das Projekt bei einer „Bürgermesse“ im Römer vorgestellt. Sämtliche zehn Entwürfe aus der letzten Runde des Architektenwettbewerbs werden Anfang Juli im Planungsdezernat gezeigt.

 

Eben ganz frisch eingetroffen: der DFB-Präsentationsfilm der geplanten Akademie in Niederrad...

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on Montag, 1. Juni 2015

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