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Nasslagerbecken im Reaktorgebäude

360-Grad-Bilder

So sieht es im Kernkraftwerk Biblis aus

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Hier fanden kontrollierte Kernspaltungen von radioaktivem Uran-235 statt. Mit unseren 360 Grad-Bildern nehmen wir Euch mit in eines der Reaktorgebäude und dem Maschinenhaus des stillgelegten Kernkraftwerks Biblis.

Imposant ragen die 80 Meter hohen Kühltürme des Kernkraftwerks Biblis in den Himmel, daneben eine der zwei großen, weißen und kuppelförmigen Kraftwerksblöcke mit jeweils einem Maschinenhaus. In Block A geht es jetzt rein, denn hier befindet sich das Wichtigste: Der Druckwasserreaktor.

Wer auf das Gelände des Kernkraftwerks möchte, sollte Zeit mitbringen, denn bevor ein Fuß daraufgesetzt werden darf, stehen mehrfache Sicherheitskontrollen an. Ähnlich wie am Flughafen werden im Eingangsbereich Ausweise kontrolliert und Körperkontrollen durchgeführt.

In den stark geschützten Kontrollbereichen im Reaktorgebäude sind die Sicherheitsmaßnahmen noch höher. Alle elektronischen Geräte und Kleinteile müssen abgegeben und ausgemessen werden. Die Kleidung wird aus und ein orangener Ganzkörper-Overall angezogen. Mit Schutzhaube, Helm und Handschuhen, plus dreifachen, teils vierfachen Überzieher für Schuhe wird für ausreichend Schutz vor radioaktiver Strahlung gesorgt. Dazu kommt noch ein Dosimeter, ein Messgerät, das radioaktive Strahlung misst.

Im Block A wurde von 1974 bis 2011 durch Kernspaltung Strom produziert. Die Abschaltung erfolgte kurz nach den Reaktorunfällen in Fukushima, im März 2011. Seit Sommer 2017 befindet sich das Kernkraftwerk Biblis im Restbetrieb. Dennoch gelten die gleichen Sicherheits- und Schutzanforderungen wie zu Betriebszeiten.

Ihr seht hier die 21 Meter Ebene im Reaktorgebäude, welche sich direkt über dem Druckwasserreaktor befindet. Von hier aus ist auch das 14 Meter tiefe Nasslagerbecken zu erkennen, gefüllt mit 1.500 Kubikmeter destilliertem Wasser. Dort befanden sich die Brennelemente.

Auf der nächsten Seite seht ihr das Maschinenhaus

Nach und nach wird das kontaminierte Inventar von den Mitarbeitern des Kraftwerks abgetragen, gesäubert und gelagert. In den nächsten 15 Jahren ist es das Ziel, beide Blöcke so weit abzubauen, dass sie aus dem Atomgesetz entlassen werden können.

Im Maschinenhaus trieb der durch die Kernspaltung erzeugte Wasserdampf die drei riesigen Turbinen an. Der mit der Turbine verbundene Generator erzeugte schließlich den Strom. Block A und Block B haben in den Jahren ihrer Laufzeit insgesamt 511 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, fast so viel wie ganz Deutschland im Jahr 2016 verbraucht hat.

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