Der Frankfurter Hauptbahnhof soll eine große Erweiterung erhalten. (Symbolbild)
+
Der Frankfurter Hauptbahnhof soll eine große Erweiterung erhalten. (Symbolbild)

Deutsche Bahn

Hauptbahnhof Frankfurt: Planung für Fernbahntunnel beginnt

Der zentrale Knoten der Deutschen Bahn soll deutlich mehr Kapazität erhalten. Für den Umbau des Hauptbahnhofs in Frankfurt will der Bund 3,6 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Frankfurt – Der Bund beginnt mit der Planung für den Fernbahntunnel in Frankfurt. Bund, Deutsche Bahn und Land haben das am Montagmittag in Frankfurt angekündigt. Das auf 3,6 Milliarden Euro kalkulierte Projekt soll mehr Kapazitäten für den überlasteten Hauptbahnhof als zentralen Knoten im deutschen Fernverkehr schaffen. Nötig ist das, da der Bund die Fahrgastzahlen wegen des Klimawandels bis 2030 verdoppeln will. So schnell wird der Tunnel samt neuer Tiefstation unter dem Hauptbahnhof aber nicht fertig.

1500 Züge und doppelt so viele Fahrgäste statt knapp einer halben Million am Tag bisher: Das bedeuten die Ziele des Bundes für den Ausbau des Bahnverkehrs konkret in Frankfurt. Dafür reicht die Kapazität im Hauptbahnhof bei weitem nicht. Er ist aber zentraler Knoten des ICE-Netzes, bald sollen 60 Prozent aller Fernzüge der Deutschen Bahn durchfahren. "Dafür brauchen wir vor allem mehr Infrastruktur", sagt Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Die soll Frankfurt bekommen - und zwar im großen Stil.

Hauptbahnhof Frankfurt: Deutsche Bahn empfiehlt Studie zum Fernbahntunnel

ICEs und schnelle Regionalzüge sollen die Innenstadt in einem mehrere Kilometer langen Tunnel unterqueren. Am Hauptbahnhof entsteht ein viergleisiger, zusätzlicher Tiefbahnhof. Für das Mega-Projekt stellt der Bund nun das Signal auf Grün, die Planung beginnt. Vor Ende des Jahrzehnts sollen die Bauarbeiten losgehen, die Strecke nach weiteren zehn Jahren in Betrieb gehen.

Der Tunnel sei notwendig, "wenn die Schiene zentraler Verkehrsträger für eine klimafreundliche Verkehrspolitik sein soll", sagt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Der Fernbahntunnel müsse aber als Ergänzung schon geplanter Ausbauvorhaben gebaut werden, nicht als Ersatz. Damit geht Al-Wazir auf Kritiker zu, die genau das befürchten. Im Unterschied zum Bahnhofsneubau Stuttgart 21 sollten in Frankfurt durch den Tunnel nicht weniger, sondern mehr Gleise entstehen, betont Al-Wazir.

Zum Planungsstart veröffentlichte die Deutsche Bahn eine Machbarkeitsstudie. Sie empfiehlt, den Tunnel im Osten sowohl an die Bahnstrecke nach Offenbach wie auch an die nach Hanau anzubinden. So wird erheblicher Ausbaubedarf an einer der zwei Strecken vermieden. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare