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Für ihren Jugend-Krimi hat Naomi Naegele ihre Nachbarschaft im Dornbusch und vor allem die Wildnis im Sinai-Park genau erkundet.

Naomi Naegele hat einen Krimi für Jungs geschrieben

Sinai-Wildnis wird zum Tatort

Jetzt hat auch der Dornbusch seinen Krimi: Naomi Naegeles Jugendbuch „Die Drei vom Dschungel“ spielt in der Sinai-Wildnis.

Drei Jungs, die nur Fußball im Kopf haben, ein mysteriöser Umschlag und zwielichtige Machenschaften im Sinai-Park: In ihrem Erstlingswerk „Die Drei vom Dschungel“ nimmt die Journalistin Naomi Naegele ihre jugendlichen Leser mit in ein spannendes Krimi-Abenteuer – mitten im Dornbusch. Mit dem Buch erfüllt sich die Autorin einen lange gehegten Wunsch: Krimis für Kinder zu schreiben. In diesen Tagen ist sie auf Lese-Tour durch die Stadtteile.

Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Sohn wohnt Naegele seit zehn Jahren im Dornbusch. „Jahrelang hat mein Sohn sehr gern und viel gelesen, dann auf einmal nicht mehr“, erzählt Naegele. „Ich habe ihm verschiedene Bücher mitgebracht, aber er mochte keines davon.“ Da sei ihr aufgefallen, dass es in den Buchhandlungen viel mehr Auswahl für Mädchen als für Jungs gebe. Also wollte sie Abhilfe schaffen. „Ich hatte schon immer vor, zu schreiben – am liebsten für Kinder. Wieso also nicht mit einem Buch für meinen Sohn anfangen?“

Ganz neu war das Metier für sie nicht: Naegele ist Journalistin, arbeitet beim Hessischen Rundfunk in der Kulturredaktion, schrieb früher für die „Frankfurter Rundschau“ und hat auch für die Frankfurter Neue Presse gearbeitet. „Meine Herangehensweise an den Krimi war ebenfalls eine journalistische: Am Anfang habe ich mir überlegt, wie die Geschichte in etwa aussehen soll. Dann habe ich mich aufs Fahrrad geschwungen, um die passenden Schauplätze auszuwählen.“

Davon erkennen ortskundige Leser viele wieder: das Areal der Turnerschaft „Jahnvolk“ mit dem Restaurant, das Eschersheimer Schwimmbad, die vielbefahrene Eschersheimer Landstraße, die Hügelstraße und natürlich die Sinai-Wildnis als „Dschungel“.

Dort übrigens ist tatsächlich passiert, was Naegele zu ihrem Krimi inspiriert hat: „Beim Fußballspielen hat mein Sohn mal einen unbeschrifteten Umschlag im Park gefunden. 100 Euro steckten darin. Wir haben den Umschlag zur Polizei gebracht“, erzählt sie.

Im Krimi finden die Hauptfiguren Leon, Mats und Sammi, die verbotenerweise durch den „Dschungel“ streifen, ebenfalls einen Umschlag, es stecken sogar 2000 Euro drin. Die Buchhelden beschließen, die Sache auf eigene Faust zu regeln. „Wir haben damals vermutet, dass das Geld aus einem Drogendeal stammte. Im Buch lenke ich den Verdacht dann auch zunächst in diese Richtung“, verrät Naegele. Die Schauplätze sind also sehr authentisch und auch die Charaktere des Buches sind nicht nur erfunden. Zwar sei keine der Figuren vollständig aus ihrem Bekanntenkreis übernommen. „Den ungesunden Vegetarier aber gibt es zum Beispiel wirklich.“ Naegele spielt damit auf Sammi an, der nicht nur Fleisch, sondern auch etliche andere Lebensmittel verschmäht. „Ein Freund meines Sohnes ist Vegetarier und mein Mann hatte extra vegetarisch gekocht. Aber es stellte sich heraus, dass der Junge neben Fleisch auch kein Gemüse mochte. Gefragt, was er denn esse, antwortete er: Reiswaffeln und Nutella.“

Naomi Naegele mag die drei Jungs aus ihrem Buch: „Ich könnte mir gut vorstellen, mir noch mehr Geschichten mit Sammi, Mats und Leon einfallen zu lassen.“ Die passenden Orte habe sie schon im Kopf. „Und vielleicht gibt es von mir mal ein Buch für Erwachsene.“

Vorerst aber bleibt die Autorin vor allem eine Leserin. Wobei Krimis nicht ihr liebstes Genre sind. Zuletzt hat sie „Americanah“ von der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichie gelesen, aber auch amerikanische Autoren mag sie. Jonathan Franzen zum Beispiel. Naegele ist in Plainfield, New Jersey in den USA geboren, liest aber trotzdem überwiegend auf Deutsch. „Wir sind schon von dort weggezogen, als ich noch ein kleines Kind war“, erzählt sie.

Einige ihrer Jugendjahre hat Naegele in Frankfurt verbracht, das Goethe-Gymnasium besucht und außer in Madrid auch in Frankfurt studiert. Nach einer Zeit in Köln zog es sie zurück an den Main: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Man kommt überall schnell hin, weil Frankfurt eine angenehme Größe hat.“ Das kommt Naegele sicherlich weiterhin zugute, wenn sie sich auf die Suche nach Schauplätzen für ihr nächstes Buch macht.

Wer Naomi Naegele und „Die Drei vom Dschungel“ bei einer Lesung erleben möchte, hat am 5. Oktober um 10 Uhr in der Otto-Hahn-Schule und am 10. Oktober um 9 Uhr in der Engelbert-Humperdinck-Schule Gelegenheit dazu.

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