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Ulli Nissen

Bundestagswahl 2017

Das sind die Frankfurter SPD-Anwärter für die Berlin-Kandidatur

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Die Bundestagswahl 2017 wirft auch in Frankfurt ihre Schatten voraus: Die SPD nominiert am 3. November ihre erste Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis 183. Beim Parteitag am 12. November wird der Kandidat im Wahlkreis 182 aufgestellt.

Die Frankfurter SPD ist für ihre Kampfkandidaturen bekannt. Selten wird ein Bewerber ohne Konkurrenz auf den Schild gehoben. Bei Ulli Nissen im Wahlkreis 183 dürfte dieser Fall eintreten. Nissen gehört bereits eine Legislaturperiode dem Bundestag an. Beim SPD-Parteikonvent stimmte sie mit einer Minderheit gegen das Freihandelsabkommen CETA mit Kanada. Das kommt in der linksgerichteten Frankfurter SPD gut an. Nissen gilt als fleißig und ist im Wahlkreis präsent. Gewonnen hat sie ihn in drei Anläufen noch nie. Sie unterlag immer der CDU-Kandidatin Erika Steinbach, zog aber zuletzt aufgrund ihres guten Platzes auf der SPD-Landesliste in den Bundestag ein. Auch dieses Mal wird sie auf einen vorderen Platz angewiesen sein. Die SPD steckt im Umfragetief, und der Wahlkreis 183 im Frankfurter Norden, Osten und Süden ist von einem eher konservativen Klientel geprägt.

Gerangel um die SPD-Direktkandidatur gibt es dagegen im Frankfurter Westen, im Bundestagswahlkreis 182. Der wurde zuletzt von Matthias Zimmer (CDU) gewonnen, der auch wieder antreten wird. Zimmer gehört dem sozialen Flügel der CDU an. Er ist seit 2011 Landesvorsitzender der hessischen CDA (Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft). Um die SPD-Kandidatur bewerben sich Ansgar Dittmar und Oliver Strank. Egal für wen von den beiden sich die Delegierten entscheiden: Sie werden einen Juristen kriegen. Der 45-jährige Dittmar ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ehrenamtlich ist er Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt und der Vorsitzende der Johanna-Kirchner-Stiftung sowie Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos).

Der promovierte Jurist Strank hat sich auf das Wirtschaftsstrafrecht spezialisiert. Der 37-jährige ist Ortsvorsteher im Ortsbezirk 1. Sein Abitur hat er an der Waldorfschule in Frankfurt gemacht, Jura studierte er in Frankfurt, Hamburg und Oxford. Er ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen (ASJ). Unter den beiden Kandidaten gilt der AWO-Vorsitzende Dittmar wegen der besseren Vernetzung innerhalb der SPD als Favorit. Strank dagegen gilt als aufstrebender Jungpolitiker, der es trotz ungünstiger Mehrheitsverhältnisse geschafft hat, Ortsvorsteher zu werden.

Der dreimalige SPD-Bundestagskandidat Gregor Amann verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Amann war 2005 bis 2009 direkt gewählter Abgeordneter des Frankfurter Wahlkreises im Westen, wurde aber bei der Bundestagswahl 2009 nicht auf der SPD-Landesliste abgesichert, so dass er sein Direktmandat an Matthias Zimmer (CDU) verlor. Amann stimmte in seiner Zeit als Abgeordneter der großen Koalition für die Rente mit 67 Jahren, die derzeit in der SPD ein schlechtes Image hat. Auch für den Ausbau des Flughafens setzte sich Amann wegen der Arbeitsplätze ein.

(tre)

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