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Blick auf die Baustelle am Autobahndreieck Erlenbruch. Hier wird dereinst der Riederwaldtunnel enden.

Bauprojekt

Das sind die neuen Pläne für den Riederwaldtunnel

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Eine gute Nachricht für die Freunde des Fechenheimer Waldes: Der Steinkauzweg wird nun doch nicht auf ganzer Länge zum Schutz der Fledermäuse geschlossen. Das zeigen die Planänderungsunterlagen zum Riederwaldtunnel, die noch bis 6. Juni erneut offengelegt werden. Das hat vor allem formale Gründe.

Zum zweiten Mal liegen zurzeit die Unterlagen zum Planänderungsverfahren für den Bau des Riederwaldtunnels öffentlich aus. Verzögerungen im Genehmigungsverfahren werde es dadurch nicht geben, sagt Jürgen Semmler, der Leiter des zuständigen Dezernats der Straßenbehörde des Landes, Hessen Mobil.

Zu einer zweiten Offenlegung habe sich die Behörde entschlossen, um Rechtssicherheit zu garantieren: Das Verfahren soll 2019 abgeschlossen werden, 2020 will Hessen Mobil mit dem Bau beginnen, wenn der Beschluss nicht beklagt wird. Eine gute Nachricht für viele Spaziergänger im Fechenheimer Wald: Der Steinkauzweg wird nun doch nicht auf ganzer Länge zum Schutz der Fledermäuse geschlossen.

Es ist das erste von insgesamt drei Planänderungsverfahren, die Hessen Mobil rund um den Bau des Riederwaldtunnels betreibt. Das erste betrifft den Tunnelbau selbst. Die beiden anderen betreffen die Anschlussstelle Borsigallee der A 66 und die vierspurige Vollendung der Ostumfahrung A 661 zwischen Seckbacher Talbrücke und Hanauer Landstraße. Sie sollen im Juni 2019 beginnen.

Sieben Jahre und neun Monate soll das 1980 genehmigte Bauprojekt dauern. Der 1,1 Kilometer lange Tunnel plus die zusätzliche Autobahn mit gleicher Länge verbinden die A 66 und A 661 und sollen 320 Millionen Euro kosten. Die Summe wird zurzeit neu berechnet.

Nach der ersten Offenlegung habe es 650 Einwendungen gegeben, die zurzeit von Hessen Mobil gesichtet werden, erklärt Semmler. Dann werde zu jeder Einwendung eine Abwägung getroffen und eine Stellungnahme erarbeitet. Die wird dem Regierungspräsidium (RP), das das Verfahren leitet, zugesandt. Noch in diesem Jahr gebe es voraussichtlich einen Erörterungstermin. Geleitet vom RP, würden dort die Einwendungen mündlich besprochen. „Viele gehen auf vier Mustereinwendungen zurück, so dass wir viele Stellungsnahmen zusammenfassen können.“

Auf eine der Mustereinwendungen hat Hessen Mobil bereits reagiert. Dieser und der sogenannte „Ho-Chi-Min-Pfad“ sollten gesperrt und renaturiert werden, um mehr und besseren Lebensraum für Fledermäuse zu schaffen.

Die Maßnahme ist ein Ausgleich dafür, dass einige Waldstücke zwischen Hessen-Center und dem Park-&-Ride-Parkhaus Borsigallee für den Autobahnbau gerodet werden. Der westliche Teil des Steinkauzwegs soll nun offen bleiben. Das gleiche gilt für eine Verbindung vom Steinkauzweg nach Süden zum Schwarzen Weg, die ebenfalls gesperrt werden sollte. Der Steinkauzweg östlich der Vogelschutzwarte und der Ho-Chi-Min-Pfad sollen aber weiterhin rückgebaut und bepflanzt werden.

Damit die Fledermäuse trotzdem einen besseren Lebensraum bekommen, wurde die Zone, in der künftig auf eine Bewirtschaftung des Waldes verzichtet wird, vergrößert: Sie reicht nun bis zur südlichen Waldgrenze und ist rund 6,5 Hektar groß. Einem Vorschlag von Bürgern, diese Zone im Norden bis zur Autobahn auszudehnen, folgte Hessen Mobil nicht.

Andere Themen der Einwendungen, in denen es vor allem um den Schutz vor Lärm- und Schadstoffen beim Bau und den späteren Betrieb des Tunnels geht, seien noch nicht eingearbeitet worden, erklärt der stellvertretende Dezernatsleiter von Hessen-Mobil, Hilmar Heuser.

Zwar liegen zu Informationszwecken noch bis zum 6. Juni sämtliche Unterlagen zum Verfahren im Frankfurter Planungsdezernat, Kurt-Schumacher-Straße 10, aus. Einwendungen könnten aber nur gegen Änderungen nach der ersten und zweiten Offenlegung vorgebracht werden. Bereits damals getätigte Einwendungen bleiben gültig und müssen nicht erneut erfolgen.

Nötig wurde die erneute Veröffentlichung, weil sich die Gesetzeslage geändert hat, sagt Heuser: Statt einer „Zusammenfassung“ zu Umweltthemen schreibe der Gesetzgeber nun einen Umweltverträglichkeitsprüfungsbericht vor. Um diesen zu verfassen, seien keine umfangreichen neuen Untersuchungen nötig gewesen: Vor allem hätten die Unterlagen nun eine andere Struktur. Die Gelegenheit einer zweiten Offenlage nutzte Hessen Mobil, um weitere meist kleinere Änderungen einzuarbeiten.

Nach dem Planfeststellungsbeschluss benötigte Hessen Mobil rund ein Jahr, bis der Tunnelbau beginnt. Das Autobahndreieck Erlenbruch, das die A 661 an den Tunnel anbindet, soll bereits 2019 fertig sein. Gearbeitet wird zurzeit auch an zwei der drei Leitungsbrücken. Über diese werden Wasser-, Strom- und andere Leitungen über die künftige Baustelle geführt. Sie bleiben als Teil der Tunneldecke erhalten. Dazu arbeitet nahe der Pestalozzischule zurzeit eine Vibrationsramme, andere Arbeiten sind an der Kreuzung Borsigallee/Wächtersbacher Straße zu sehen.

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