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Vor der Filiale der Frankfurter Sparkasse in der Sindlinger Bahnstraße dient der Bürgersteig als Parkplatz. Fußgänger haben das Nachsehen.

Forderungen an die Politik

Schikanen für Autofahrer: Bürger kämpfen gegen die Parkplatznot

Sindlingen: Parkplatzmangel, rücksichtslose Autofahrer und Schikanen gegenüber Autofahrern waren das Thema, das die Bürger beim SPD-Bürgergespräch am Samstag vor allen anderen bewegte.

Sindlingen - Der SPD-Ortsverein Sindlingen hatte sich mit Sonja Klein und Nesrin Moustafa Osmanoglou zusammengetan und zu einer Kombination aus Sommerfest und Bürgergespräch eingeladen. Die Betreiberinnen zweier Geschäfte an der Ladenzeile in der Hugo-Kallenbach-Straße sorgten fürs Fest, die SPD für Informationen über ihre Arbeit in Frankfurt. 

Außerdem sammelte Ortsvereinsvorsitzender und Stadtverordneter Sieghard Pawlik Unterschriften für einen Aufruf des deutschen Mieterbundes zur Senkung der Miet-Nebenkosten.

Parkplätze in Sindlingen: Stellfläche soll bleiben

Vor allem ging es der SPD aber darum, Anliegen der Bürger aufzunehmen. Die ließen nicht lange auf sich warten. Beispielsweise fragte Ilona Klein aus der Edenkobener Straße, ob der derzeitige Ersatzparkplatz erhalten bleiben könne. Während des Neubaus der Ludwig-Weber-Schule war in einigen der engen Straßen komplettes Halteverbot eingerichtet worden, damit die Baulaster passieren können. Deshalb wandelte die Stadt eine Grünfläche in der Nähe, zwischen den Wohnblocks, in einen Ersatzparkplatz um. Die Schule soll bis Ende September fertig sein. Dann verschwinden das Halteverbot und damit der Ersatzparkplatz. Doch der Parkdruck in der Siedlung ist hoch. Deshalb regte die Anwohnerin an, die zusätzliche Stellfläche zu erhalten.

Ist Sindlingen-Nord gut an den ÖPNV angeschlossen?

Sieghard Pawlik hält das für eine gute Idee. Zwar sei er grundsätzlich gegen den Verkauf von städtischen Grundstücken, aber die städtische Grünfläche sei ringsum von Gelände des Bauvereins für Höchst und Umgebung umgeben.

Die Pflege durchs Grünamt werde häufig als unbefriedigend kritisiert. "Es wäre sinnvoll, wenn der Bauverein die Fläche komplett von der Stadt übernehmen könnte", findet er, dämpfte aber zu große Hoffnungen: "Das wird nicht einfach". Sindlingen-Nord sei gut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Deshalb werde der Wunsch nach mehr Parkraum nicht von jedem geteilt.

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Ein großes Ärgernis für Autofahrer sprach Renate Fröhlich an. "Warum kann der 54-er Bus in Richtung Zeilsheim hinter der Unterführung nicht an der normalen Haltestelle halten?", wollte sie wissen. Statt in der Busbucht hält der Gelenkbus einige Meter weiter in Richtung Zeilsheim direkt vor der Einmündung Heussleinstraße. Rechts ist der Bordstein, links eine Querungshilfe für Fußgänger mit Mittelinseln. Konnten die Autos früher einfach am haltenden Bus vorbeifahren, müssen sie jetzt warten, bis es weitergeht. "Manche fahren einfach über die Gegenspur, links an der Mittelinsel vorbei", wissen Anwohner. Im Berufsverkehr stauen sich die Autos schnell zurück bis an den Kreisel.

SPD-Vorstand hat auch Wünsche

Und wenn ältere Menschen auf der Bank an der normalen Haltebucht sitzen, schaffen sie es kaum bis zum Bus, wenn er weiter vorne stoppt. "Wer das geplant hat, müsste die goldene Zitrone kriegen", findet Dieter Kraft.

Sieghard Pawlik machte eifrig Notizen. Der SPD-Vorstand hat selbst auch einige Wünsche in Sachen Verkehr, berichtete er.

Beispielsweise sei an der besagten Ecke Heusslein-/Bahnstraße kaum eine Ausfahrt möglich, wenn die Schüler der Internationalen Schule gebracht oder geholt werden. Am Kreisel sollte eine andere Lösung für die Glas- und Kleidercontainer gefunden werden, um ihn allgemein zu verschönern.

Und auch am Ortsmittelpunkt Dalles weiter südlich gebe es Verbesserungsbedarf. Insbesondere fehlen dort Parkplätze. Die Situation vor der Frankfurter Sparkasse sei geradezu unterirdisch. Dort halten Bankkunden mitten auf dem Bürgersteig, manche wollen am liebsten direkt in die Schalterhalle fahren. Fußgänger müssen Slalom laufen oder auf die Straße ausweichen.

Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling: Ortsbegehung geplant

Pawlik will nun den Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling zu einer Ortsbegehung einladen und ihm die kritischen Stellen zeigen.

"Es ist wichtig, dass der Dezernent das mal selbst sieht", findet der Sindlinger. Vielleicht fänden dann auch Anregungen der Bürger und des Ortsbeirats eher Gehör in den fernen Frankfurter Amtsstuben.

Ein Wunsch der Anwohner in Sindlingen erfüllt sich. Das Amt für Bau und Immobilien wird zu einem öffentlichen Besichtigungstermin des Neubaus der Ludwig-Weber-Schule einladen. Das teilte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Sieghard Pawlik beim SPD-Bürgergespräch mit. Der Termin dieses "Tags der offenen Schule" werde rechtzeitig bekannt gemacht. Für das Kollegium soll es ebenfalls einen Rundgang geben.

Die neue Ludwig-Weber-Schule ist als Ganztagsschule konzipiert. Die Betreuung werde in einem ersten Schritt um mindestens 20 auf dann 60 Plätze ausgeweitet. Bei Bedarf sei grundsätzlich eine weitere Erhöhung in Abstimmung mit Schule und dem Träger der Betreuung, also der Stadt Frankfurt, möglich, erfuhr Pawlik in einer Antwort auf ein entsprechendes Schreiben seinerseits. Außerdem ist der Neubau so gestaltet und geplant, dass im Fall weiteren Zuzugs, etwa in ein Neubaugebiet, leicht weitere Gebäude erstellt werden können. 

hno

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