Sport ist gesund - erst recht unter freiem Himmel. Bei schönem Wetter findet die Sitzgymnastik deswegen draußen statt.
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Sport ist gesund - erst recht unter freiem Himmel. Bei schönem Wetter findet die Sitzgymnastik deswegen draußen statt.

Corona

Sitzgymnastik jetzt eben auf der Wiese

Viele Angebote des Begegnungszentrums in Nieder-Eschbach finden unter freiem Himmel statt - natürlich mit dem nötigen Mindestabstand.

Ganz langsam kehrt wieder Leben ein in das Begegnungszentrum des Frankfurter Verbandes am Ben-Gurion-Ring. Erste Veranstaltungen können bereits wieder angeboten werden. Freilich mit dem nötigen Mindestabstand von zwei Metern sowie, wenn möglich, unter freiem Himmel, betont Leiterin Jeannette Nold. "Ich habe die Bewohner in den vergangenen Wochen schon sehr vermisst", fügt sie hinzu.

Dass das auf Gegenseitigkeit beruht, hat ihr die Sitzgymnastik in der vergangenen Woche gezeigt. Auch dieses Angebot wurde kurzerhand ins Freie verlagert - auf eine kleine Wiese, direkt hinter dem Begegnungszentrum.

Möglich gemacht habe dies auch eine Spende des benachbarten schwedischen Möbelhauses Ikea, die der Einrichtung regelmäßig etwas Gutes tut. Dieses Mal in der Form von 16 Klappstühlen aus Metall in einem schönen Grünton. Die schweren Holzstühle aus dem großen Saal ließen sich nämlich nur schwer transportieren, vor allem nicht von den Senioren.

"Jetzt haben wir eine wirklich tolle Alternative, die sich auch noch gut verstauen lässt", ist Nold überzeugt, dass der Sport an der frischen Luft sicher ein Programmpunkt seien wird, der auch nach der Corona-Krise erhalten bleibt. Vier Monate ist es nun her, seit nicht nur auf der ganzen Welt, sondern auch im Begegnungszentrum in Nieder-Eschbach nichts mehr so ist, wie zuvor. Von jetzt auf gleich, sagt Jeannette Nold, seien die Senioren noch isolierter gewesen, als manche es ohnehin schon seien. Denn einer der wenigen Treffpunkte, der ihnen blieb, wurde ihnen genommen.

Zwei Wohnanlage mit jeweils 100 Wohnungen, also insgesamt 200 Senioren sind es, die der Frankfurter Verband am Ben-Gurion-Ring betreut. Plus die Menschen, die in den anderen Gebäuden des Quartiers leben. "Gespenstisch still" sei es während des Lockdowns gewesen, sagt Nold, die während der Schließung nicht nur in Nieder-Eschbach, sondern auch in anderen Einrichtungen des Frankfurter Verbandes eingesetzt wurde.

Damit es nicht zu still bleibt, haben einige ehrenamtliche Helfer sich deswegen für die Senioren etwas einfallen lassen. Porzellantassen, ebenfalls eine Spende, haben sie gepackt, ein kleines Glas Honig und etwas Tee darin versteckt. Um die Präsente dann vor den Türen zu verteilen und den Bewohnern zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. "Einen Tag vorher haben wir es mit einem Aushang in den Häusern angekündigt. Damit die Bewohner nicht beim Türklingeln erschrecken, denn sie sind wirklich sehr diszipliniert, halten sich an die Regeln", sagt Jeannette Nold.

Begeistert sei sie zudem über die Kreativität der Nachbarn im Quartier, um trotzdem in Kontakt zu bleiben. Von Balkon zu Balkon sei geplaudert worden. "Die Situation wurde und wird wirklich ernst genommen, aber eben auch gut gemeistert", sagt Nold.

Trotzdem seien alle überglücklich, dass man sich jetzt, wenn auch mit Abstand, wieder treffen könnte. Entsprechend habe man deswegen auch das Programm angepasst. Es gibt eine telefonische Plauderstunde, eine Veranstaltung zum Thema "Urlaub auf Balkonien", Lieblingsrezepte mit Geschichten, eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Angst und Depressionen sowie die Sitzgymnastik und das beliebte "Aktiv bis 100", dass der TuS Nieder-Eschbach in den Räumen des Begegnungszentrums anbietet.

"Es ist ein erster, ein vorsichtiger Versuch, das Zentrum wieder mit Leben zu füllen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht", sagt Jeannette Nold.

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