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Perfekter Sitz ? bei diesem Bikini bleibt kein Wunsch von Sportlerinnen offen ? und modisch sind sie auch noch.

Neues Bikini-Label geht in Frankfurt an den Start

Sitzt, wackelt nicht, hat Luft

Designed in Germany, made in Spain – das sind die Bikinis zweier junger Frankfurter Gründerinnen. Ein stabiler Halt, große Bewegungsfreiheit und nachhaltige Verwendung von Ressourcen; das ist die Marktlücke, in die Katharina Wagner und Franziska Hanning mit ihrem Label „Inaska“ vorstoßen wollen.

Februar 2012, in einem großen Frankfurter Unternehmen. Zwei Karrierefrauen begegnen sich erstmals im Assessment-Center. Sie bewerben sich um ein und dieselbe Stelle. Was durchaus das Potenzial hätte für einen erbitterten Kampf, daraus ist ein junges Start-Up entstanden, das vor wenigen Tagen an den Markt gegangen ist.

„Inaska“ setzt sich zusammen aus den jeweils letzten drei Buchstaben der Vornamen von Katharina Wagner (32) und Franziska Hannig (31), zwei Frauen aus der Karriere-Generation der 80er-Jahre. Der Zufall wollte es, dass sie schlussendlich beide eingestellt wurden in der Abteilung Marketing und Vertrieb bei Nestlé.

Viel zusammengearbeitet haben sie dort zwar nicht, privat aber hat die Chemie gestimmt. Die eine wollte sich sowieso schon länger selbstständig machen, die andere hat aus ihrem Hobby heraus einen Bedarf gesehen – und schon war die Idee für Inaska geboren.

Franziska Hannig, studierte Ernährungswissenschaftlerin und spezialisiert auf Foodmarketing, spielt leidenschaftlich gerne Beachvolleyball, sogar auf Regionalliga-Niveau. „Meine Volleyballpartnerinnen und ich haben immer nach passenden Sportbikinis gesucht, sie aber hierzulande nicht gefunden“, erzählt Hannig. Wenig Stoff, viel Bewegungsfreiheit und ein stabiler Halt, das war der Bedarf. Fündig wurden sie nur in Amerika – aber von dort aus massenhaft Bikinis zu importieren, ist teuer. Katharina Wagner, keine Beachvolleyballerin, aber dafür gelernte Bankkauffrau und BWLerin, formuliert es massentauglicher: „Man hat als Frau 10 000 Bikinis in der Schublade, aber keiner will so recht passen.“ Diese Erkenntnis der beiden Freundinnen war die Geburtsstunde von Inaska. Anderthalb Jahre haben sie analysiert, Business-Pläne erstellt und wieder verworfen, Prototypen entwickelt. Das erste Design stand vor gut einem Dreivierteljahr.

Eine der größten Hürden auf diesem Weg: Die Suche nach einem Hersteller. Einig waren sich beide darüber, dass sie die sklavenähnlichen Zustände in Bangladesch, China oder anderen Ländern nicht fördern wollen. „Es war aber schwer, einen europäischen Hersteller zu finden, der unsere kleinen Mengen produzieren kann und will“, erinnert sich Wagner gut an diesen Prozess. Zumal die Herstellung von Bikinis spezielle Maschinen erfordert. Im ersten Schwung haben sich Hersteller aus aller Welt gemeldet, aber keiner aus Europa. Also haben die Gründerinnen nachrecherchiert; über 50 Hersteller in Europa angeschrieben.

Zum Schluss hatten sie Angebote aus aller Welt, und aus reinem Interesse auch einen Preisvergleich mit asiatischen Bietern angestellt. Die spannende Erkenntnis war die Bandbreite: Im asiatischen Raum stiegen die Hersteller mit Stückkosten ab sechs Euro ein; europäische Firmen lagen zwischen rund 17 und 26 Euro und deutsche Firmen hätten die Leistung mit über 40 Euro pro Bikini in Rechnung gestellt. Die Wahl fiel schließlich auf Barcelona, die spanische Metropole, als Produktionsstandort für die erste Charge von 600 Bikinis.

Auch bei der Wahl des Stoffes haben Wagner und Hannig auf Nachhaltigkeit geachtet. Er besteht zu hundert Prozent aus einer Recyclingfaser. Das Granulat, aus dem der Faden gewebt wird, wird hergestellt aus alten Badeanzügen, T-Shirts, Fischernetzen und Teppichflusen.

Warum der Fokus auf Nachhaltigkeit? Hätten die beiden Damen nicht einfacher und schneller größere Gewinne erzielen können? Katharina Wagner überlegt kurz. „Ich habe mein Leben lang in Konzernen gearbeitet, meist in der Konsumgüterindustrie. Man schmeißt da viel weg und produziert viel neu. Ich hatte immer so latent den Eindruck, dass ich es nicht so cool finde, was ich mache. . .“

Alte Produkte aufwerten zu können, wieder zu etwas Neuem zu machen, das hat ihr ein gutes Gefühl gegeben. Außerdem kann man so „ein klein wenig den blauen Planeten länger erhalten“.

Seit wenigen Tagen ist der Shop unter erreichbar. Die Bikinis starten preislich bei 94 Euro. Jetzt hoffen Wagner und Hannig auf die positive Resonanz der Kunden.

In den nächsten Wochen werden sie auf Messen und Blogger-Events zu Gast sein. Die Maschinerie ist angelaufen – und das Start-Up hoffentlich am Beginn einer großen Geschichte.

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