Gericht

S&K-Mammutverfahren ist endgültig beendet

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Mit der Verurteilung des letzten Angeklagten zu sechseinhalb Jahren Haft ist der „S & K“-Prozess am Mittwoch beendet worden. Viel Arbeit wartet nun nur noch auf eine Richterin. Sie muss das Urteil schreiben.

Es war Finale in einem der größten Wirtschaftsstrafprozesse der deutschen Justizgeschichte. Mit der Verurteilung eines ehemaligen Fondsmanagers aus Bayern zu sechseinhalb Jahren Haft ist das Strafverfahren um die millionenschweren Vermögensstraftaten rund um den Kapitalanleger „S & K“ am Mittwoch vor dem Landgericht abgeschlossen worden.

Der Verurteilung des 38 Jahre alten Daniel F. ging – ebenso wie bei den vier anderen „S & K“-Angeklagten Ende März – eine sogenannte Verständigung der Prozessbeteiligten voraus. Zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Jahren sollten herauskommen, hatte Vorsitzender Richter Alexander El Duwaik signalisiert.

Dass die tatsächlich verhängte Strafe dann am unteren Ende dieser Skala angesiedelt war, habe F. insbesondere seinem „werthaltigen Geständnis“ zu verdanken und der Tatsache, dass er seit Februar 2013 eine „harte Zeit“ in Untersuchungshaft habe erdulden müsse. Diese Zeit ist für den Mann aus Niederbayern allerdings auch jetzt noch nicht vorbei. Weil in München noch ein Haftbefehl in einem anderweitigen Betrugsverfahren in der Welt ist, blieb die Aufhebung des Frankfurter Haftbefehls für ihn praktisch ohne Wirkung.

F. spielte bei „S & K“ nur eine untergeordnete Rolle. Seine Unterschrift war auf neun Überweisungsträgern enthalten, mit denen rund 25 Millionen Euro zweckentfremdet verwendet worden waren. Darüber hinaus schaffte er rund neun Millionen Euro auf Konten einer Gesellschaft, die mit den Anlegern weisgemachten Anlagezielen nichts zu tun hatte. Neunfache Beihilfe zur Untreue und zweifache Täterschaft nannte dies das Gericht.

Aber auch ein vollendeter Betrug war unter den Straftaten zu finden. Ein reicher Geldanleger war mit einer Million Euro eingestiegen und wurde von F. über die wahre Höhe der Vermögenswerte und Sicherheiten getäuscht.

„Sie sind da nicht nur hineingeschlittert“, stellte El Duwaik fest, „sie hätten erkennen müssen, auf was sie sich bei ,S & K‘ einlassen“ – nicht nur bei den ausladenden Parties, die die Firmengründer Stephan S. und Jonas K. mit tanzenden Elefanten und leicht bekleideter Weiblichkeit steigen ließen. Am Ende der Urteilsverkündung aber wurde El Duwaik noch einmal versöhnlich: Er wünsche ihm, dass er auch die Münchener Sache so bald wie möglich über die Bühne bekomme, um an die Zukunft denken zu können.

Dann schloss der Richter die letzte noch verbliebene dünne Akte und das Verfahren der Superlative war nach

120 Verhandlungstage

n – seit September 2015 wurde verhandelt – zu Ende. Für eine der beisitzenden Richterinnen aber fängt die wahre Arbeit erst an: Sie muss das Urteil schreiben, das voraussichtlich mehrere hundert Seiten Umfang haben wird.

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