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Thomas Schuler, Wirt der ?Straßenbahn?, ist stocksauer über die ständig steigenden Kosten für die Fußballübertragungen.

Fußball-Übertragungen

Sky: Ab September wird Fußball teurer für Sportkneipen

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Was Fußball-Übertragungen die Inhaber der Sportkneipen kostet, war schon zu Jahresbeginn strittig. Der Sender Eurosport hatte sich kompromissbereit gezeigt und den Wirten erlaubt, die Spiele zu zeigen, wenn sie ein Privat-Abo abschließen. Wahrscheinlich jedoch wird es Ende August endgültig teurer für die Wirte.

Vieles ist noch unklar, nur eins ist klar: Heute beginnt die Bundesliga-Saison. Bayern München spielt gegen Hoffenheim. Das ZDF überträgt das Spiel. Ansonsten ist noch einiges offen, was die Übertragungsrechte in Sportbars angeht – und die Kosten. Ein dritter Anbieter namens Dazn ist hinzugekommen, der Marktführer Sky überträgt dessen Programm und erhöht deshalb den Abo-Preis um bis zu 4,9 Prozent – sehr zum Ärger der Wirte.

„Es ist eine Unverschämtheit“, schimpft Thomas Schuler, Mitinhaber der „Straßenbahn“ in Bornheim. „Ständig neue Sender, ständig höhere Kosten. Was wollen die uns Wirten noch alles zumuten?“ Schuler vermutet, die Deutsche Fußball Liga (DFL) dreht bei der Spielevermarktung extrem an der Preisschraube, „weil sie nicht so potente Sponsoren haben wie zum Beispiel die Briten. In England zahlt der Fußballverband die dreifache Summe an seine Vereine aus.“ In seiner „Straßenbahn“ zahlt Schuler jetzt schon rund 9000 Euro pro Jahr dafür, die Spiele zeigen zu dürfen. „650 Euro kostet uns Sky im Monat“, sagt Schuler. Hinzu kommt vielleicht künftig ein Preisaufschlag für Dazn und höhere Gebühren für Eurosport.

Eurosport, der zweite Anbieter, überträgt 40 Bundesliga-Spiele pro Saison. Der Kompromiss lautete bislang: Ein Gastronom, der ein privates Abo hat (50 Euro pro Jahr), darf die Spiele zeigen. Es ist jedoch bereits angekündigt, dass diese kostengünstige Lösung enden wird.

Zwischen Sky – dem vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) primären Anbieter – und Eurosport laufen Verhandlungen. Der Dehoga wünscht eine Kooperation zu „bezahlbaren Konditionen“, um alle Fußballspiele aus einer Hand zu bekommen. Dies schrieb der stellvertretende Dehoga-Geschäftsführer Stephan Büttner kürzlich seinen Landesverbänden. „Mit einer Entscheidung ist bis Ende August zu rechnen.“ Julius Wagner, Geschäftsführer des Dehoga Hessen, sieht die Verhandlungen auf einem guten Weg.

Doch noch hängt das Damokles-Schwert der Ungewissheit über den Tresen. Jennifer Berkenkopf, Mitinhaberin der „Kutscherklause“ im Ostend, weiß noch gar nichts Konkretes: „Ob Eurosport erhöht? Bislang ist noch nichts bekannt. Früher oder später wird es wohl einen Tarif für die Gastronomie geben, wird es für uns teuer.“ Alleine Sky kostet mehrere hundert Euro im Monat, und zwar auch dann, wenn gar keine Fußballspiele angesetzt sind. Auch Jennifer Berkenkopf ist sauer über die Geschäftspolitik der DFL. Und jetzt auch über die der UEFA. Denn die Champions League wird von wieder einem anderen Anbieter übertragen, dem Streaming-Dienst Dazn. Jennifer Berkenkopf weiß noch gar nicht, ob sie für Dazn ein neues Gerät beschaffen muss.

Sky hat im Juli angekündigt, Dazn auf eigenen Kanälen zu übertragen. Über die Kosten ist bislang auch noch nichts verlautbart. Julius Wagner schätzt, dass da noch eine Rechnung auf die Wirte zukommt. Wie hoch die sein wird, weiß auch er nicht.

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