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Bayerns Reggie Redding (r.) nimmt Maß, Frankfurts Jordan Sibert kommt zu spät ? beobachtet von Marco Völler (l.) und Maik Zirbes.

Fraport Skyliners

Skyliners vergeben den Heim-Matchball gegen den FC Bayern

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Die Frankfurter bekommen beim 50:85 im vierten Viertelfinal-Spiel von den Münchnern die Grenzen aufgezeigt. Nun kommt es morgen zum entscheidenden fünften Duell um den Halbfinal-Einzug. Die Bayern scheinen die Serie doch noch zu drehen – doch Vereins-Präsident Uli Hoeneß warnt.

Für Ausreden war an diesem Abend kein Platz. Für anerkennende Worte schon. „In dieser Form gehören sie zu den Top-Teams in Europa“, sagte Frankfurts Trainer Gordon Herbert nach der Demütigung durch den FC Bayern und schob nach: „Ihre Physis und Verteidigung war herausragend. Es war uns nicht möglich, dieser Physis zu begegnen. Das war wie Männer gegen Jungs.“ Für seine Fraport Skyliners endete der erste Matchball zum Einzug ins Play-off-Halbfinale wahrlich mit einer kräftigen Münchner Watschen. Die Frankfurter waren gestern bei der 50:85 (28:47)-Niederlage vor 5000 Zuschauern in der ausverkauften Heim-Arena chancenlos und kassierten in der Viertelfinal-Serie den Ausgleich zum 2:2. Somit kommt es am Donnerstag (20.30 Uhr) im Münchner Audi Dome zum entscheidenden fünften Spiel. In München war den Frankfurtern am vergangenen Samstag im dritten Duell zwar überraschend ein Coup gelungen. Nach der gestrigen Vorstellung scheint es jedoch nahezu ausgeschlossen, dort erneut zu gewinnen – wenngleich Bayerns Vereins-Präsident Uli Hoeneß einen harten Kampf erwartet. „Ich warne davor zu glauben, dass es am Donnerstag ein leichtes Spiel wird. Wir brauchen alle Unterstützung von den Zuschauern. Frankfurt wird sich nicht noch einmal so präsentieren“, sagte Hoeneß gestern als Zuschauer in der Arena in Frankfurt-Unterliederbach. „Nervös“ sei er vor dem ersten Sprungball gewesen, gab Hoeneß hinterher zu. Doch dann verlebte er einen entspannten Abend. „Wir haben so gespielt, wie man sich das vorstellt. Von der ersten Minute an.“ In der Tat zeigte der Hauptrunden-Sieger aus München mit dem Rücken zur Wand sein bislang bestes Spiel in der Viertelfinal-Serie. Der Titelfavorit, für den bei einer Niederlage die Saison beendet gewesen wäre, ging mit großer Dynamik und Aggressivität in die Partie. Und die Münchner ließen den Ball erstklassig durch die eigenen Reihen laufen. Über 12:2 zogen sie schnell auf 20:9 davon. Unter den Körben war Center Devin Booker (15 Punkte) nicht zu stoppen, aus der Distanz traf Guard Jared Cunningham (15) sicher. Und die starke Verteidigung ließ den Frankfurtern keine Luft zum Atmen. Skyliners-Topscorer Phil Scrubb kam wegen hautenger Bewachung durch Münchens schnellsten Spieler Jared Cunningham nicht zur Entfaltung und erzielte lediglich vier Punkte – persönlicher Saison-Minus-Rekord.

Tai Webster (5) wirkte gehemmt – möglicherweise wegen seiner Hüftprobleme. Der Neuseeländer betonte jedoch: „Mir geht es gut. Ich bin fit.“ Zwar sorgten Quantez Robertson (12), Shawn Huff (8) und Jordan Sibert (6) mit drei Dreiern zum 17:20 kurzzeitig für Hoffnung. Doch es sollte das einzige Aufbäumen des Außenseiters bleiben. Wenig später lagen die Frankfurter bereits mit 20:39 (15.) im Hintertreffen. Bezeichnend eine Szene: Mike Morrison (0 Punkte) und Isaac Bonga (6) konnten den Münchner Danilo Barthel (5) zunächst zweimal beim Wurfversuch am Korb blocken. Doch der Ex-Frankfurter Barthel holte sich jedesmal den Ball zurück und konnte im dritten Versuch den Korbleger doch noch zum 44:26 im Korb unterbringen.

Diesmal strahlten die Bayern, die im zweiten und dritten Duell noch phasenweise etwas nachlässig wirkten, den größeren Willen aus. Bereits Ende des dritten Viertels waren die Hoffnungen der Frankfurter beim deutlichen Rückstand von 34:65 geplatzt. Sie wurden von den Bayern phasenweise vorgeführt.

Vor dem letzten Viertel, das zum Schaulaufen geriet, stand es 43:70. In den letzten zehn Minuten schickten beide Trainer Ersatzspieler aufs Feld, um die Leistungsträger für den morgigen Showdown zu schonen. So konnten auch die jungen Deutschen Niklas Kiel (2), Garai Zeeb und Richard Freudenberg (4) noch Play-off-Minuten sammeln. „Wir waren in der Verteidigung nicht da, wo wir zuletzt waren und haben nicht ins Spiel gefunden“, gestand Frankfurts Spielmacher Isaac Bonga.

Wieder erstarkt fühlen durfte sich der in der Kritik stehende Münchner Trainer Dejan Radonjic, der diesmal zur Pressekonferenz stolz im roten Bayern-Kapuzenpulli erschien. Der Montenegriner, der bei einem Viertelfinal-Aus kaum im Amt zu halten wäre, lobte das „sehr gute Spiel meiner Mannschaft. Wir haben das Spiel über 40 Minuten kontrolliert. Genauso müssen wir das am Donnerstag noch einmal machen.“

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