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Fast alles gelang Frankfurts Topscorer Phil Scrubb (am Ball) gestern gegen Meister Bamberg.

Basketball

Skyliners zeigen beim überraschenden 83:72 gegen Meister Bamberg bärenstarke Leistung

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Phil Scrubb ragt wieder bei den Frankfurtern heraus und hat die Krone des besten Bundesliga-Werfers der Saison praktisch sicher.

Es waren gerade einmal 14 Minuten gespielt, als auf der Anzeigetafel aufleuchtete: Phil Scrubb, 20 Punkte. Nicht einmal die Hälfte des zweiten Viertels war vorüber. Immer wieder spielte der Kanadier seine Gegenspieler regelrecht schwindelig, traf aus acht Metern oder direkt unter dem Korb. Am Ende führte der 26-Jährige die Skyliners mit 33 Punkten zu einem überraschenden 83:72 (51:33)-Erfolg gegen den deutschen Meister Brose Bamberg. Damit festigten die Frankfurter nicht nur ihren achten Tabellenplatz, der zum Einzug in die Play-offs ausreichen würde. Scrubb steht vor den letzten drei Spielen der Hauptrunde in Berlin (Freitag), gegen Jena (29. April) und in Oldenburg (1. Mai) praktisch bereits als Topscorer dieser Bundesliga-Saison fest. Mit seinem Schnitt von 20,0 Punkten ist er nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.

Der Guard, der abseits des Platzes so bescheiden und zurückhaltend auftritt, wollte nach seinem zweitbesten Karriere-Spiel (Bestwert 34 Punkte) nicht groß über sich reden. Auf die Frage, wie er den Moment empfand, als er nach 14 Minuten schon 20 Punkte erzielt hatte, antwortete Scrubb: „Ich hatte viele Freiwürfe bekommen und war ansonsten aufs Spiel fokussiert.“ Er redet generell lieber über sein Team, das gestern erstmals in dieser Saison mit komplettem Kader antreten konnte, nachdem auch der Langzeitverletzte Niklas Kiel zurückgekehrt war: „Das macht viel aus.“ Und so führte Scrubb eine Mannschaft an, die gestern lange Zeit am oberen Limit spielte und vor 4650 Zuschauern die wohl beste erste Halbzeit dieser Saison zeigte. Nach sechs Minuten stand es 16:9 – durch zehn Punkte von Scrubb. Nach der ersten Halbzeit hatte er bereits 26 Zähler erzielt. Vor den Augen von Tennis-Profi Andrea Petkovic und Rob Pelinka, dem Chef des NBA-Clubs Los Angeles Lakers, traute sich auch Skyliners-Talent Isaac Bonga (8 Punkte) viel zu. Die Frankfurter wirkten insgesamt einsatzfreudiger als Bamberg, das nach zuvor fünf Siegen in Folge lange Zeit etwas uninspiriert wirkte und obendrein den direkten Vergleich mit Frankfurt verlor (Hinspiel: 75:67).

Nach nur drei Minuten in der zweiten Halbzeit, als Scrubb seinen 30. Punkt erzielte zum 55:33, gerieten die Frankfurter jedoch plötzlich ins Wanken. Bereits eine Woche zuvor hatten sie gegen den FC Bayern in den letzten acht Minuten einen 18-Punkte-Vorsprung verspielt. Bamberg verkürzte durch Dorell Wright (14) und Dejan Musli (16) auf 58:69. Doch Frankfurts Tai Webster (14) und Mike Morrison (13) sprangen in dieser kritischen Phase für Scrubb ein, der kräftemäßig abbaute. Mit seinen letzten Punkten, einem Dreier zum 75:60, sorgte er dennoch für die Vorentscheidung. „Für uns ist es fast normal, was Phil heute geleistet hat. Wir wissen, was er für ein spezieller Spieler ist. Das macht er auch ständig im Training“, so Bonga. Skyliners-Trainer Gordon Herbert war „mächtig stolz“ auf seine Spieler, die nach der Partie am Freitag in Bremerhaven erst Samstagmorgen um 4 Uhr mit dem Bus in Frankfurt angekommen waren. „Unser Wille war herausragend.“

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