Die Bonobo-Dame "Margrit" ist mit vermutlich 70 Jahren nicht nur das älteste Tier der Zoo-Gruppe, sondern womöglich ihrer ganzen Art. foto: zoo
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Die Bonobo-Dame "Margrit" ist mit vermutlich 70 Jahren nicht nur das älteste Tier der Zoo-Gruppe, sondern womöglich ihrer ganzen Art.

Zoo Frankfurt

Rekord-Geburtstag: Affen-Weibchen in Frankfurt erreicht erstaunliches Alter

  • vonUte Vetter
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Die Bonobo-Matriarchin "Margrit" im Frankfurter Zoo feiert einen rekordverdächtigen Geburtstag. Das Affen-Weibchen hat bereits Urenkel in der fünften Generation.

Frankfurt - Sie wurde in den Regenwäldern Afrikas geboren, ist heute die "Uroma" der Bonobo-Gruppe im Frankfurter Zoo und möglicherweise sogar die Älteste ihrer Art: Bonobo-Weibchen "Margrit" könnte nach Recherchen des Zoos 70 Jahre alt sein.

Was sicher ist: Die Matriarchin kam 1959 aus dem Zoo von Kinshasa in der heutigen Demokratischen Republik Kongo nach Frankfurt, sagte eine Zoosprecherin am Dienstag. Damals war das Land noch eine belgische Kolonie und ein Jahr von der Unabhängigkeit entfernt. Ob sie tatsächlich der älteste Bonobo weltweit ist, dürfte sich schwer nachprüfen lassen, ein "höchst erstaunliches Alter" habe sie aber allemal erreicht, hieß es.

Rekordverdächtiges Bonobo-Weibchen „Margrit“ bereits seit 1959 in Frankfurt

Mit "Margrit" gelang dem Frankfurter Zoo im Jahr 1962 die Welterstzucht von Bonobos. Insgesamt sorgte sie siebenmal für Nachwuchs. Das mag angesichts des Verhaltens von Bonobos, die mit reichlich Sex nicht nur Probleme lösen, sondern auch ihre Gemeinschaft stärken, wenig erscheinen. Doch Bonobos haben nur etwa als fünf bis sechs Jahre Nachwuchs. Für Zoo-Bonobos ist die Affendame jedenfalls eine Art Urmutter: Bonobos werden weltweit aktuell in nur 19 Zoos gehalten, in 17 davon leben "Margrits" Nachkommen, von denen derzeit 84 leben.

In ihrer Zeit in Frankfurt erlebte "Margrit" sechs Zoodirektoren, die Umgestaltung des Zoos und den Umzug in das neue Menschenaffen-Haus im Jahr 2008. "Dass heute noch Tiere, die im Freiland geboren wurden, in Zoos leben, ist eher die Ausnahme", sagte Zoodirektor Miguel Casares. In der Bonobo-Gruppe wird die langjährige Matriarchin weiterhin von den anderen Affen toleriert. 2004 "adoptierte" sie sogar ihren Enkel, weil sich die Mutter nicht mehr um ihn kümmerte und behütete ihn bis zu seinem Umzug in einen französischen Zoo.

"Mit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens von 1975 wurde der kommerzielle Handel von Arten, die stark von diesen Aktivitäten bedroht sind, verboten. Zum Glück gibt es inzwischen viele Zuchtprogramme, so dass Zoopopulationen auch ohne den Import von Wildfängen dauerhaft und mit ausreichender genetischer Diversität erhalten werden können", sagte der Zoodirektor.

Ab und zu gibt‘s im Franfurter Zoo eine Leckerei für Bonobo-Matriarchin „Margrit“

Mittlerweile lässt "Margrit" die Dinge etwas langsamer angehen, hieß es. Beim Umhertoben mit der Gruppe sei sie aber weiterhin mit dabei. Nur die Zähne seien mittlerweile ziemlich altersschwach - daher gebe es von den Tierpflegern auch ab und zu Leckereien, die sie schnell essen könne, ohne dass sie ihr von einem jüngeren Tier "abgeluchst" werden könnten. Der Affen-Uroma gehe es dem Alter entsprechend gut, sagte Casares. "Wir hoffen, dass das noch recht lange so bleibt und sie uns noch eine ganze Weile mit ihrem Charme um den Finger wickeln kann."

Auch Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) würdigt das Bonobo-Weibchen: "Der Frankfurter Zoo und die gesamte Bonobo-Population verdanken Margrit viel. Mittlerweile hat sie sogar Ur-Enkel der 5. Generation - einige davon leben noch in Frankfurt. Um Margrit und ihre Artgenossen vor einer Virusinfektion zu schützen, ist das Menschenaffen-Haus seit Monaten geschlossen. Aber ich freue mich, dass aktuell zumindest der Außenbereich des Zoos für Besucher zugänglich ist. Und jetzt, da die Temperaturen warm genug sind, kann man die Bonobos auch wieder auf der Außenanlage beobachten." (lhe/red)

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