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Maxim Beizerov, der am Riedberg wohnt, hat seine App"piq" zusammen mit seinem Bruder Eugen und einem weiteren Geschäftspartner entwickelt. Ursprünglich wollte er ein futuristisches Restaurant mit Robotern eröffnen.

Riedberg: Service

So geht's schneller auf den Teller

  • vonBrigitte Degelmann
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Neue Gastro-App erleichtert Wirten und Kunden die Vorbestellungen

Wer sich an einer Warteschlange vorbeimogeln will, hat normalerweise schlechte Karten. Es sei denn, er nutzt eine App, die ihren Ursprung am Riedberg hat. Mit ihr kann man bei teilnehmenden Restaurants Essen zum Abholen vorbestellen, bargeldlos bezahlen und die Mahlzeiten zum vereinbarten Zeitpunkt abholen. Und zwar ohne Wartezeit, sagt Maxim Beizerov, einer der Entwickler der App "piq".

Schon 1500 Nutzer sind dabei

Seit Ende September ist die Anwendungssoftware auf dem Markt, knapp 1500 Smartphone-Nutzer haben sie bisher heruntergeladen, berichtet der 37-jährige Finanzmathematiker, der am Riedberg lebt. Elf Restaurants machen momentan mit, weitere zehn wollen demnächst an den Start gehen - fast alle davon sind in Frankfurt und Umgebung. Zum Beispiel das Apfelweinlokal "Zum Lahmen Esel" in Niederursel. Dessen Inhaber Thomas Metzmacher ist von der App begeistert: "Das läuft richtig gut."

Wegen der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Teil-Lockdowns hat der Wirt seinen Betrieb komplett auf Essen zum Abholen umgestellt. Von Donnerstag bis Sonntag gibt es bei ihm Schnitzel, Schweinshaxen und Co. zum Mitnehmen. Was vor allem am Wochenende rege genutzt werde, erzählt er: "An einem Sonntag haben wir schon mal 140 Gänsekeulen verkauft." Das will organisiert sein: Bestellungen entgegennehmen, Zubereitung, Essensausgabe, Bezahlung. Vor allem bei Letzterem kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Etwa wenn ein Kunde die Pin-Nummer seiner EC-Karte vergessen hat und nun doch bar bezahlen muss, was zu Stornierungen führt. Bei der App entfallen solche Störungen hingegen. Und auch Bestellungen funktionieren auf digitalem Weg einfacher, sagt Metzmacher. Bei Anrufen passiert es schon mal, dass Kunden ausgiebig darüber sinnieren, ob sie statt Klößen lieber Bratkartoffeln oder Pommes als Beilage nehmen sollen - was einen Mitarbeiter längere Zeit beschäftigen kann. Bei "piq" stehen zwar ebenfalls sämtliche Wahlmöglichkeiten zur Verfügung, doch den Entscheidungsprozess managt der Besteller allein. "Für uns", resümiert der Gastronom, "bedeutet die App eine Riesenerleichterung".

Dabei hatte Maxim Beizerov, der "piq" zusammen mit seinem Bruder Eugen und einem weiteren Geschäftspartner entwickelt hat, ursprünglich ganz andere Pläne. Ein futuristisches Restaurant mit Robotern schwebte ihm vor. Oder zumindest ein vollautomatisierter Kiosk mit Hotdogs und Softeis. Allerdings stellte er bald fest, dass ihm bei der Verwirklichung dieser Projekte einige Hürden im Weg standen. Etwa die Reinigung der technischen Gehilfen, die gar nicht so einfach zu bewerkstelligen ist, zumal dabei hohe Hygienestandards berücksichtigt werden müssen.

Bis zu fünf Tage im Voraus

Irgendwann landete er bei der App-Idee. Und wusste schnell: Das ist es. Denn die Anwendungssoftware biete Vorteile für beide Seiten, sagt er. Für den Nutzer, weil er damit Wartezeiten beim Abholen umgehe. Und für das Restaurant, weil sich damit nicht nur Bestell- und Bezahlprozess vereinfachten, sondern weil die Wirte auch besser planen könnten - schließlich können die gewünschten Mahlzeiten bis zu fünf Tage im Voraus geordert werden. Für die Restaurants wird pro Bestellung normalerweise eine Servicegebühr fällig. Auf die verzichten die App-Entwickler momentan jedoch, um die Gastronomen, die durch Corona-Pandemie ohnehin gebeutelt sind, auf diese Weise zu unterstützen. Neben Restaurants aus der Region machen inzwischen auch Lokale aus Nordrhein-Westfalen bei der App mit, wo Maxim Beizerovs Geschäftspartner leben. Irgendwann sollen Gastronomen aus dem gesamten Bundesgebiet dabei sein, plant der 37-Jährige. Auch für diejenigen, die viel unterwegs seien, biete das Vorteile. "Wir stellen uns vor, dass man die App aufmacht und dann alle Restaurants aus der Umgebung angezeigt bekommt, samt Angebot und eventuellen Wartezeiten", sagt Beizerov. "Damit kann man sich viel schneller zurechtfinden." Und auch der einen oder anderen Warteschlange entgehen. Brigitte Degelmann

Wo es die App gibt

"piq" kann im App Store und bei Google Play kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen unter piq.xyz.

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