Die 118 Meter lange Rampe wird den Überweg über die Main-Neckar-Brücke vor allem für Radfahrer erleichtern. Sie müssen dann ihr Gefährt nicht mehr den Treppenturm hochschleppen.
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Die 118 Meter lange Rampe wird den Überweg über die Main-Neckar-Brücke vor allem für Radfahrer erleichtern. Sie müssen dann ihr Gefährt nicht mehr den Treppenturm hochschleppen.

Teilstück der Radroute 11 in Niederrad

So sieht die lange Rampe zur Main-Neckar-Brücke aus

  • vonStefanie Wehr
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Im April beginnen die Bauarbeiten an der barrierefreien Auffahrt.

Nach Ostern, am 6. April, geht es los mit den Bauarbeiten an der neuen Rampe, auf der endlich die barrierefreie Auffahrt auf die Main-Neckar-Brücke möglich werden wird. Das teilt Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE), auf Anfrage mit. Im Oktober soll die Rampe fertig sein. Die wichtige Fußgänger- und Radverbindung von Niederrad ins Gutleut wird dann sehr viel leichter zu erreichen sein als über den Treppenturm mit den Fahrradschienen. Die Main-Neckar-Brücke ist Bestandteil der städtischen Radroute 11 von Bockenheim nach Niederrad. Am Theodor-Stern-Kai schließt sie an den hessischen Fernradweg an.

32 Bäume wurden gefällt

Rund 1,3 Millionen Euro kostet das Bauprojekt. Mit zusätzlichen rund 700 000 Euro unterstützt das Land Hessen die Stadt. Die Rampe ist schon seit Jahren in Planung. Erstmals beschlossen wurde sie im Jahr 2006. Zunächst galt es, die Flächen dafür unter einen Hut zu bekommen. Der Großteil ist städtischer Besitz. Doch auch das Universitätsklinikum, dessen Grundstück dem Land Hessen gehört, hat Flächen abgetreten, und auch auf einem Teilgrundstück der Deutschen Bahn AG wird die Rampe gebaut. Die Stadt hat mit der DB einen Gestattungsvertrag abgeschlossen.

Ein stattliche Anzahl an Bäumen musste schon im Januar für den Bau weichen: insgesamt 32 Bäume, davon sechs auf städtischem Gelände. Die restlichen 26 Bäume standen auf Flächen des Universitätsklinikums. Das Klinikum erhält dafür von der Stadt Frankfurt eine Ausgleichszahlung. Die gefällten Bäume sollen in der Nähe durch neue Pflanzungen ersetzt werden. Zudem mussten im Boden Leitungen verlegt werden.

Die neue Rampe wird genau zwischen den Straßenbahngleisen und dem Gelände der Uniklinik errichtet. Der dort vorhandene Geh- und Radweg wird für die Bauzeit gesperrt sein. Die Rampe wird als Stahlkonstruktion angelegt und insgesamt 118 Meter lang und 3,50 Meter breit sein.

Nachts wird die Rampe beleuchtet

Die Fahrbahn hat keine durchgängige, gleichbleibende Steigung, das wäre etwa für Rollstuhlfahrer eine zu lange Strecke. Der Höhenunterschied vom Anfang der Rampe bis an die Eisenbahnbrücke beträgt 5,60 Meter. Deshalb gibt es 14 Rampenabschnitte mit Zwischenpodesten, die ebenfalls etwas abschüssig sind (1,5 Prozent). Am Eingang der Rampe wird ein taktiles Leitsystem eingebaut. Zudem wird der Weg auf dem Bauwerk abends und nachts beleuchtet sein.

Dass die Rampe nicht auf der Mainseite des Theodor-Stern-Kais gebaut wird, wo die meisten Radfahrer unterwegs sind, liegt zum einen daran, dass dort weniger Platz vorhanden ist. Die Stadt hatte die Variante durchaus geprüft, doch ein Stahlbetonbau über dem Main hätte in die Böschung eingegriffen und hätte zudem weit mehr als 2 Millionen Euro gekostet. So müssen die vom Main kommenden Radfahrer an der Fußgängerampel der Straßenbahnhaltestelle Universitätsklinikum die Straße und die Tramgleise überqueren, um zur Rampe zu gelangen. Der Weg aus Niederrad kommend verlängert sich um 240 Meter. Wem das zu weit ist, kann immer noch den alten Treppenturm erklimmen, denn der bleibt erhalten.

Die Rampe an der Nordseite der Brücke soll ebenfalls verbessert werden. Die ist nämlich zu steil, um als barrierefrei zu gelten. Im Mai dieses Jahres soll laut dem ASE nach zwei Jahren Bauzeit auch der Fuß- und Radweg über die Niederräder Mainbrücke fertig sein. Stefanie Wehr

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