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Sommer, Sonne, Berger Straßenfest

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Von: Matthias Bittner

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Kaweh Nemati kann es selbst kaum fassen, aber es gibt es tatsächlich wieder ein Berger Straßenfest. Zwei Tage wird auf dem Abschnitt zwischen Höhenstraße und Bethmannpark gefeiert. Weil die Menschen nach der Corona-Pandemie in Feierlaune sind, rechnet er mit etwa 70 000 bis 75 000 Besuchern.
Kaweh Nemati kann es selbst kaum fassen, aber es gibt es tatsächlich wieder ein Berger Straßenfest. Zwei Tage wird auf dem Abschnitt zwischen Höhenstraße und Bethmannpark gefeiert. Weil die Menschen nach der Corona-Pandemie in Feierlaune sind, rechnet er mit etwa 70 000 bis 75 000 Besuchern. © Sauda

Nach drei Jahren wird am letzten Mai-Wochenende wieder gefeiert

Mit einem breiten Grinsen hält Kaweh Nemati ein Plakat für das 35. Berger Straßenfest in die Kamera. Die Plakate sind erst am Montag eingetroffen, jetzt wird es höchste Zeit, sie überall in der Stadt aufzuhängen und den Menschen die frohe Nachricht zu verkünden: Am Wochenende, 28. und 29. Mai, wird im Nordend endlich wieder gefeiert. Drei Jahre war das Fest ausgefallen. "Wir sind das erste große Festival in der Stadt und rechnen mit 70 000 bis 75 000 Besucher. Der Nachholbedarf bei den Menschen ist einfach riesengroß", freut sich der Vorsitzende der veranstaltenden Interessengemeinschaft Untere Berger Straße (IGUB) auf die vielen fröhliche Gesichter und tolle Stimmung in der Einkaufsstraße.

Sicherheit, Reinigung, Müll: Alles ist teurer

Dabei hat Nemati trotz der positiven Aufbruchstimmung einen Sack voller Sorgen an der Backe. Weil die Stadt relativ spät grünes Licht für die Veranstaltung gegeben habe, seien die Planungen mit Verzug gestartet. Aktuell stehe zwar fest, dass 120 Stände auf der Festmeile zwischen Höhenstraße und Bethmannpark stehen werden. Doch beim Musikprogramm auf den drei Bühnen - jeweils eine steht an der Höhenstraße, am Merianplatz und am Bethmannpark - gebe es noch Klärungsbedarf. Aber bis zur offiziellen Fest-Eröffnung am Samstag, 28. Mai, um 13 Uhr durch Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) sei noch Zeit, bleibt Nemati zumindest in diesem Punkt optimistisch.

Beim Thema Finanzierung jedoch sieht das schon anders aus. "Ich bin froh, wenn wir ein Minimum an Gewinn erwirtschaften. Wahrscheinlicher ist aber, dass wir Null-auf-Null rausgehen", sagt der IGUB-Vorsitzende. Denn: Unveränderten Einnahmen stünden deutlich höhere Ausgaben für Sicherheit, Müll und Reinigung sowie Bühne gegenüber - etwa 15 000 bis 20 000 Euro sei die Größenordnung. Auf höhere Standmieten, um das abzufangen, habe man aber bewusst verzichtet. "Die Schausteller haben in den vergangenen beiden Jahren extrem gelitten. Viele sind nach Corona finanziell am Ende, doch jetzt kommt noch die Inflation und der Ukraine-Krieg obendrauf. Wir wollten es einfach jedem Beschicker ermöglichen, am 35. Berger Straßenfest teilnehmen zu können", begründet Nemati die Entscheidung für unveränderte Standgebühren.

Zurück zur Normalität

Im umgekehrten Fall hätte sich die Interessengemeinschaft womöglich selbst geschadet. Bei höheren Standgebühren wären voraussichtlich weniger Beschicker gekommen und die Festmeile wäre dann auch weniger attraktiv gewesen. Das wäre kontraproduktiv gewesen. "Wir sind es den Leuten aber einfach auch schuldig, etwas Normalität zurückzugeben. Bei uns auf dem Berger Straßenfest können sie mal wieder zwei Tage abschalten", betont Nemati.

Außer Musik von Rock bis Pop auf drei Bühnen gibt es keine Programmpunkte. "Das hätten wir angesichts der Kürze der Vorbereitungszeit aber auch nicht geschafft", sagt Nemati und hofft doch auf das ein oder andere Angebot von Wirten oder Beschickern.

Gefeiert wird übrigens am Samstag, 28. Mai, von 13 bis 1 Uhr, am Sonntag haben die Stände bis 22 Uhr geöffnet. Die Aufbauarbeiten beginnen am Freitag. Sämtliche Seitenstraßen der Festmeile sind dann das komplette Wochenende über nicht passierbar. Besuchern rät Nemati mit Bussen und Bahnen oder mit dem Fahrrad zu kommen.

Obwohl der IGUB-Vorsitzende froh über die finanzielle Unterstützung der Stadt Frankfurt ist, die die Kosten für Maßnahmen zur Terrorabwehr trägt, könnte sie aber mehr tun, meint Nemati. Die Momem-Eröffnung habe der Stadt wahrscheinlich mehr Geld als alle bisherigen Zuschüsse für das Berger Straßenfest zusammen gekostet.

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