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Zwei Frankfurter, die mit Worten umgehen können: die Sängerin Namika, die mit ihrem Ohrwurm "Lieblingsmensch" die Hitparaden stürmt, und Johann Wolfgang von Goethe.

Namika

Sommerhit aus Frankfurt

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Sie singt den Sommerhit des Jahres und erlebt den Sommer ihres Lebens. Die Frankfurter Musikerin Namika stürmt mit ihrem Song „Lieblingsmensch“ zurzeit

Sie singt den Sommerhit des Jahres und erlebt den Sommer ihres Lebens. Die Frankfurter Musikerin Namika stürmt mit ihrem Song „Lieblingsmensch“ zurzeit die Hitparade und wird im Herbst gleich zweimal live in Frankfurt zu hören sein – einmal im Vorprogramm des deutschen Singer-Songwriters „Teesy“ im Zeilclub „Gibson“ und zum anderen solo in Sankt Peter. „Weil sich die Karten so gut verkaufen, haben wir nun den großen Saal dort gebucht“, sagt die 23-Jährige. Vorher ist sie noch im Fernsehen beim „Bundesvision Song Contest“ am 29. August bei ProSieben zu sehen. „Darauf freue ich mich schon sehr“, sagt Namika, die in die Carl-von-Weinberg Schule ging. „Damals habe ich viel Handball gespielt, und weil das eine Art Sportschule ist, hat das gut gepasst.“

Diesen Sport, den sie gut neun Jahre lang erfolgreich betrieb, betreibt sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Bis in die Regionalliga hatte sie es geschafft. „Diesen Mannschaftsgeist, den man beim Handball hat, weil man gemeinsam für eine Sache kämpft, den habe ich heute noch, denn ich habe ein tolles Team“, lobt Namika, die in der A-Jugend fast Deutsche Meisterin geworden wäre.

Nun spielt sie aber in der Bundesliga der Musikszene – während der vergangenen zwei Wochen absolvierte sie eine Interview-Tour durch etliche deutsche Städte. „Im Moment befinde ich mich im Soldatenmodus, das heißt, ich ziehe es durch“, beschreibt sie ihre augenblickliche Gefühlslage. „Wenn man erst mal drin ist, macht es aber enorm Spaß.“ Verständlich. Schließlich gilt es für die Frau mit marokkanischen Wurzeln, alles mitzunehmen, was diese heißen Monate ihr derzeit so bieten. „Für mich ist das alles frisch und neu und ich versuche es zu genießen.“ Der Erfolg überraschte sie dennoch. „Wer kann schon damit rechnen, vor allem als Newcomer? Ich glaube nicht, dass man das vorhersehen kann. Da müssen ganz viele Zahnräder ineinandergreifen.“

Dank Namika weht wieder ein frischer Wind durch die Frankfurter Musikszene. Nachdem es etwa um die einstige Vorzeigerapperin Sabrina Setlur ruhig geworden ist, war es an der Zeit für eine neue Stimme und ein neues Gesicht. Namika hat beides.

Hanan Hamdi, wie sie im richtigen Leben heißt, ist in Goldstein aufgewachsen, hat zwei jüngere Brüder und begann schon als Zwölfjährige zu rappen und Songs zu schreiben. Sie ist bereit für das Leben im Rampenlicht. „Ich bin eigentlich ein ruhiger Mensch, aber sobald ich auf der Bühne stehe, gehe ich ’raus aus mir“, sagt Namika, die sich unter dem Pseudonym „Hän Violett“ in der Frankfurter Hip-Hop-Szene bereits einen Namen machte. „Ich habe zwei Jahre an dem Album ,Nador’ gearbeitet, jetzt freue ich mich darauf, ’rauszugehen und es zu spielen“, sagt die Frau, die mit dem Begriff Rampensau nichts anfangen kann.

24 Monate Arbeit mit vielen Höhen und Tiefen liegen hinter ihr, doch nie kam ihr der Gedanke, alles hinzuschmeißen oder zum Philosophiestudium zurückzukehren, das sie an den Nagel hängte, um sich voll und ganz der Musik widmen zu können. Einer Musik, bei der Worte eine elementare Rolle spielen. „Die Sprache ist mir dabei absolut wichtig, dadurch gebe ich Gefühlen, die schwer definierbar sind, Bedeutung“, umschreibt sie ihren Umgang mit den Buchstaben.

Während sie das sagt, sitzt sie in Frankfurt vor einem Teller Pasta und atmet durch. Gleich geht’s weiter nach Berlin, wo sie am Wochenende auftritt. So hat sie keine Zeit, an ihren Lieblingsort, den Main, zu gehen. Doch das ist nicht schlimm, geht sie doch ihrem Lieblingsberuf nach. „Ich habe die Chance, mit meiner Leidenschaft Geld zu verdienen. Was will ich mehr?“ Trotzdem will sie studieren, „was Kreatives“.

Namika gibt sich offen. Doch wer denn nun ihr persönlicher „Lieblingsmensch“ ist, der sich in ihrem Lied wiedererkannt hat, verrät sie nicht. „Das ist privat und soll so bleiben.“

(es)

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