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Erfolgreiche Petition für einen Quartierbus: Stefanie Then, Norbert Szep, Petra Korn-Overländer, Monika Dehlen, Christa Aechtner, Gaby Link und Ulrich Marx (v.l.).

Mehr Aufenthaltsqualität

SPD-Ortsverein Niederrad fordert mehr Gewerbe- und Ladenflächen bei Bauprojekten

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Der SPD-Ortsverein Niederrad hat bei seinem Neujahrsempfang mehr Gewerbe- und Ladenflächen bei Bauprojekten gefordert. Es müsse mehr Straßencafés und mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum geben.

Passend zum Start ins neue Jahr fährt das Frachtschiff „Fortuna“ auf dem Main vor dem Bootshaus der SKG vorüber. Das fällt einigen der 35 Genossen beim Neujahrsempfang am Sonntag auf. Was wird die launische Glücksgöttin wohl für Niederrad bringen? Der Ortsverein, geführt von Stefanie Then und ihrer Stellvertreterin Petra Korn-Overländer, will das nicht dem Zufall überlassen, sondern politischer Planung.

Gabi Link von der Bürgerinitiative Quartierbus hat ihrem Parteifreund, dem Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling, ein Liste mit 1605 Unterschriften übergeben. Er habe versprochen, dass der Quartierbus in diesem Jahr kommen werde. Den kann dann auch Genosse Werner aus der Saonestraße benutzen, der bisher mit dem Rollator zum Einkaufen zum Lidl-Markt fährt.

7000 Zuzüge

„Der Einzelhandel agiert digital, ist aber eine lokale Branche“, erklärt Stefanie Then. Sie sieht eine Chance für gut sortierte Geschäfte, auch wenn „wir in Niederrad nie große Einzelhandelsflächen hatten“. Das soll nach den Vorstellungen des Vorsitzenden der Standortinitiative „Neues Niederrad“, David Roithman, anders werden. Roithman ist auch Projektentwickler. In das Lyoner Quartier ziehen in den nächsten 18 Monaten 7000 Menschen, die Bürostadt gehört komplett zu Niederrad. Für das Lyoner Quartier gebe es kein Verkehrs- und kein Parkkonzept. In der Bürostadt existierten einige Restaurants, die hätten aber am Wochenende geschlossen. Roithman ist überzeugt, dass sich das ändern wird. „Da kommt was“, meinte er. Schließlich gebe es bei den steigende Einwohnerzahlen einen Markt für Gaststätten. Zur Forderung nach der Ausweisung von mehr Gewerbeflächen sagte der Schatzmeister des SPD-Unterbezirks, Roger Podstatny, Planungsdezernent Mike Josef arbeite daran.

Lebendiger Ortsverein

Ein Beispiel wie lokaler Einzelhandel funktioniert, lieferte Petra Korn-Overländer. Bei der Niederräder Buchhandlung können man über das Internet bestellen, Fahrradkuriere lieferten die Ware aus; „schneller als Amazon“. Die Geschäfte müssten sich auf Stadtteil-Plattformen zusammenschließen, aber: Den Plausch und das Schwätzchen im Laden machten Niederrad aus und das könne keine Internet-Plattform ersetzen. Es liege im Trend, lokale Geschäfte zu unterstützen.

Sandra Blecher berichtete über ihre Geschäftsgründung an der Schwarzwaldstraße. Sie biete Kreativ-Workshops an. Die Anbindung ihres Geschäfts an den ÖPNV sei zwar gut, aber es fehlten Parkplätze. Viele ihre Kurse finden nach 19 Uhr statt, ihre Kunden aus dem Rhein-Main-Gebiet kämen häufig nach Dienstschluss mit dem Auto. Bei der Eröffnung habe sie Flyer und Plakate drucken lassen, die ihr „nicht einen Kunden“ gebracht hätten. Die Kunden seien über die sozialen Medien und durch Mundpropaganda gekommen.

Nach den Angaben von Then ist auch die Ärzteversorgung in Niederrad verbesserungswürdig. Von den 105 Ortsvereinsmitgliedern waren rund 35 gekommen – Zeichen eines lebendigen Ortsvereins.

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