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Inhaber Mohammad "Mo" Sharifpour zeigt eine kleine Auswahl seiner Spezialitäten.

Gastro-Kolumne

Nordend: Neues persisches Restaurant Shah setzt auf Speisen mit Safran

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Im Frankfurter Nordend hat mit dem Shah ein neues persisches Restaurant eröffnet. Speisen mit Safran schmücken die Speisekarte.

Frankfurt - Safran gehörte bereits in der Antike zu den teuersten Gewürzen der Welt. Ein Kilo der zarten Fäden schlägt bis heute mit vierstelligen Beträgen zu Buche. Was allerdings kein Wunder ist, schließlich werden sie von Hand aus den Blüten einer bestimmten Krokusart gezupft. In der persischen Küche spielt Safran eine wichtige Rolle. Auch im Shah, dem neuen Lokal an der Ecke von Rohrbach- und Rotlintstraße, stehen mit diesem Gewürz veredelte Speisen auf der Karte. "Ohnehin ist mein Heimatland Iran der größte Lieferant von Safran", erzählt Inhaber Mohammad Sharifpour stolz.

Mit traditionellen iranischen Spezialitäten möchte er seine Gäste königlich bewirten. Deshalb hat er das Restaurant, das er gemeinsam mit Hamid Angiz betreibt, auch Shah genannt. "Das Wort stammt aus der persischen Sprache und bedeutet Herrscher." Fast hätte er sich für Eram entschieden, denn so lautet der Name eines bekannten Gartens in seinem Heimatort Shiraz. Doch Shah ist nicht nur einprägsamer, sondern muss auch kaum erklärt werden.

Betreibern gefällt der Flair im Frankfurter Nordend

Die passenden Räume für ihre Art von Küche und Gastfreundschaft haben die Kompagnons im Nordend gefunden. "Dabei handelt es sich um einen schönen weltoffenen Stadtteil", meint Sharifpour. Die Alternative wäre Alt-Sachsenhausen gewesen. Dort hätten sie ebenfalls ein Lokal mieten können, sich dann aber dagegen entschieden, weil das Viertel kein leichtes Pflaster sei. "Außerdem bildete das Ambiente unseres Vorgängers hier eine gute Grundlage." Denn während der vergangenen drei Jahre war in ihren Räumen das marokkanische Mounir untergebracht.

Renoviert haben die aktuellen Pächter trotzdem, und zwar den ganzen Januar hindurch. Dabei packten sie auch selbst mit an, verpassten den Wänden einen frischen Anstrich und erneuerten den Thekenbereich. Die Küche haben sie mit einem Grill ausgestattet, weil im Iran viele Spezialitäten auf dem Rost garen.

"Und die beliebtesten lassen sich bei uns bestellen, gefolgt von Schmor- und Reis- sowie einigen vegetarischen Gerichten", erklärt Sharifpour das Angebot. Dessen Zubereitung falle in den Aufgabenbereich seines Geschäftspartners, der zudem ein geübter Koch sei. Kennengelernt haben sich Sharifpour und Angiz übrigens in einem Restaurant, wo der eine im Service und der andere in der Küche arbeitete. Weil die Chemie zwischen ihnen stimmte, sind aus den Kollegen schnell Freunde geworden. Im ersten gemeinsamen Lokal wollen sie ihr Heimatland von seiner authentischen kulinarischen Seite präsentieren.

Vielfältige Speisen im Angebot - auch vegetarisch

Wie vielfältig die persische Küche ist, zeigt etwa der Teller mit sechs vegetarischen Vorspeisen. Das gegrillte Auberginenpüree mit feinem Raucharoma macht einen besonders guten Eindruck. Doch der cremige Hummus, die würzig gefüllten Weinblätter und der gebratene Blattspinat mit Eiern und Röstzwiebeln lassen gleichfalls einen versierten Koch erkennen. Das Ganze steht mit 9,90 Euro auf der Rechnung, wobei es sich um einen mehr als fairen Preis handelt, zumal das Gericht auch für zwei Personen taugt.

Die Reise in den Mittleren Osten geht mit Shishlik weiter, in Öl, Zwiebeln, Knoblauch und Safran marinierten Lammkoteletts, die sich zart und saftig mit einer Grilltomate sowie allerhand Reis verspeisen lassen (16,90 Euro). "Die Portionen im Iran sind auch immer sehr groß", erzählt Sharifpour. Für Gäste, die den Eigengeschmack von Lammfleisch nicht mögen, hält Angiz beispielsweise Fessendjan Ba Morgh bereit: Dahinter steckt eine Schale voll sämiger Soße, die aus gemahlenen Walnüssen und Granatapfelsirup besteht. Hinzu kommen einige Stücke gebratene Hühnerbrust, die der Koch ruhig üppiger hätte bemessen dürfen (13,90 Euro). Sei's drum, der als Beilage bestellte goldgelbe Safranreis samt Berberitzen harmoniert gut mit dem süß-säuerlichen Aroma der Soße.

Wer neben iranischen Gerichten auch landestypische Getränke probieren möchte, findet eine ganze Reihe hausgemachter Limonaden, darunter eine süffige Mischung aus Granatapfelsaft und Rosenwasser (3,70 Euro), sowie viele Tee- und Kaffeespezialitäten. Letztere werden zum Beispiel mit Kardamom, Honig und Sahne verfeinert - und natürlich mit Safran.

Shah

Nordend, Rohrbachstraße 41, Telefon (069) 35 10 29 07, www.shah-ffm.de, Mo-So 12-22.30 Uhr, Sitzplätze: 70 innen / 30 außen, Küche: iranisch und vegetarisch.

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