Weit und breit kein Auto unterwegs. So würden sich das viele Bockenheimer in der Leipziger Straße wünschen, damit der Einkauf entspannter zu erledigen ist und man beim Überqueren der Straße nicht immer den Verkehr im Blick haben muss. Der Vorschlag, die Leipziger versuchsweise zu soerren, kommt jetzt wieder auf den Tisch.
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Frankfurt: Weit und breit kein Auto unterwegs. So würden sich das viele Bockenheimer in der Leipziger Straße wünschen.

Frankfurter Verkehrsplanung

Sperrung der Leipziger Straße in Frankfurt ist wieder im Gespräch

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Der Ortsbeirat 2 beschäftigt sich in Frankfurt erneut mit der Sperrung der Leipziger Straße in Bockenheim.

Frankfurt - Die Verkehrssituation in der Schloßstraße und der Umbau von Kettenhofweg und Grüneburgweg zu fahrradfreundlichen Nebenstraßen waren zuletzt die bestimmenden Themen im Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald). Dabei geriet der Dauerbrenner versuchsweise Sperrung der Leipziger Straße in Frankfurt fast in Vergessenheit. Die CDU-Fraktion bringt ihn nun erneut zur Sprache. Für die kommende Sitzung hat Axel Kaufmann einen Antrag formuliert. "Wir wollten die Leipziger Straße in der ideologischen Diskussion zu fahrradfreundlichen Nebenstraßen nicht auch noch behandeln", erklärt er das lange Zögern.

Mittlerweile gebe es mit Stefan Majer (Grüne) auch einen neuen Verkehrsdezernenten, der seit September im Amt sei. Die Zeit sei reif auszutesten, wie "der Neue" zur versuchsweisen Sperrung der Leipziger an Samstagen stehe, meint Kaufmann. Ihm geht es darum mit Vertreter aller Fraktionen, des Gewerbevereins Bockenheim, der Wirtschaftsförderung und der Stadtplanung zu besprechen, wie eine Testphase umzusetzen ist.

Sperrung in Frankfurt: Umsetzung scheitert am Geld

Vor zweieinhalb Jahren hatte die mittlerweile aus dem Ortsbeirat ausgeschiedene Eva-Maria Nimmerfroh (FDP) die Initiative angestoßen. Ihr Vorschlag: Die Einkaufsstraße an Samstagen auf dem Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Markgrafenstraße für den Verkehr sperren, damit der Einkauf entspannter ist. Das war kontrovers diskutiert worden, mündete aber letztlich in einen mehrheitlich verabschiedeten Antrag an den Magistrat. Die vom einstigen Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) befürwortet halbjährige Testphase scheiterte aber am Geld. Der Magistrat hatte argumentiert, dass eine Umsetzung mit enormen Aufwand (neue Beschilderung, Schranken, Drehen von Einbahnstraßen) und somit Kosten verbunden sei.

Dass die CDU das Thema anpackt, begrüßt die FDP-Fraktion. "Wir sind zuversichtlich, dass wir als Ortsbeirat gemeinsam einen brauchbaren Lösungsvorschlag erarbeiten, der auch den Magistrat überzeugen wird und finanzierbar ist", meint FDP-Fraktionsvorsitzende Sophie Hartmann.

Ortsbeirat 2

Montag, 17. Januar, 19 Uhr, Georg-Büchner-Schule (Aula), Pfingstbrunnenstraße 15 - 17

Laut Stephan Lüdecke vom Verkehrsdezernat ist die Verkehrsberuhigung der Leipziger Straße im Sinne der Verkehrswende sehr erstrebenswert. "Zielgerichtet wäre aber eine dauerhafte Fußgängerzone (oder zumindest in Teilabschnitten) mit Andienung am Vormittag. Sollte der Ortsbeirat entsprechende Beschlüsse fassen, werden wir uns in dieser Wahlperiode damit befassen."

Leipziger-Straße in Frankfurt: Viele Fragen sind offen

Auch eine Fußgängerzone wurde vor Jahren schon diskutiert. Holger Wessendorf, Vorsitzender des Gewerbevereins Bockenheim aktiv, steht der Sperrung und einer Fußgängerzone eher skeptisch gegenüber. "Alle bisherigen Vorschläge sind unausgegoren, weil die Andienungssituation nicht geklärt ist", sagt er. Wie der Lieferverkehr ablaufen soll und wie die Anwohner auf ihre Grundstücke gelangen, sei bislang immer ungenügend beantwortet worden. Ihm fehlt der große Wurf.

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Der soll möglichst an einem Runden Tisch mit Experten entstehen, zu dem die Wirtschaftsförderung im Auftrag des Magistrats einladen will. Wegen der Pandemie stockt das Vorhaben derzeit aber. Wie der Stand der Dinge ist, welche Vertreter am Tisch diskutieren und was besprochen werden soll, möchten die Grünen wissen und legen einen Antrag dazu vor. Das Grünen-Papier sei weiterreichender als das der CDU, sagt Grünensprecherin Katrin Haus. Für sie sind neben der teilweisen Sperrung vor allem Barrierefreiheit und Verbesserung der Aufenthaltsqualität wichtige Punkte, die zu klären sind. An der Diskussion sollen möglichst auch Hausbesitzer beteiligt werden. Und natürlich müsse die Rolle des Ortsbeirates geklärt werden. (Matthias Bittner)

Im Ortsbeirat 2 ist die Sperrung der Leipziger Straße bereits länger Thema, wie unsere Serie zu den Stadtteilen in Frankfurt zeigt.

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