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Spielstraße im Nordend steht nichts im Weg

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Von: Thomas Remlein

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Dank des Spielmobils und seines Programmangebotes kann der Heideplatz immer mittwochs zu einem Spielplatz-Dorado werden.
Dank des Spielmobils und seines Programmangebotes kann der Heideplatz immer mittwochs zu einem Spielplatz-Dorado werden. © Christian Christes

Es ist eine Idee, die aus Großstädten stammt: Einmal in der Woche wird eine Straße gesperrt, damit Kinder spielen können. In Frankfurt ist es der Heideplatz, der bis zum 28. Oktober jeweils mittwochs von 14 bis 19 Uhr für Kinder reserviert ist. In Berlin ist jetzt ein ähnliches Projekt vom Verwaltungsgericht gestoppt worden.

Damit auch Großstadtkinder einmal die Woche auf der Straße toben können, hat das Straßenverkehrsamt den Heideplatz im Nordend in eine temporäre Spielstraße verwandelt. Immer Mittwochnachmittag von 14 bis 19 Uhr wird dann die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge und Fahrräder gesperrt.

Abenteuerspielplatz dabei

Stattdessen locken dann Rutsche, Hüpfburg, Roller und allerlei Aktionen des Spielmobils vom Abenteuerspielplatz Riederwald Jung und Alt auf die Straße. Damit haben die Kinder aus der Nachbarschaft mehr Bewegungsfreiheit, und es werden attraktive Angebote für Kommunikation, Spiel und spontanes Treffen geschaffen.

Droht aber jetzt nach dem Berliner Entscheid auch der Spielstraße im Nordend das Aus? In Berlin hatte eine Anwohnerin der Gudvanger Straße am Prenzlauer Berg geklagt – und Recht bekommen. Jeden Dienstag zwischen 10 und 18 Uhr war die Straße in den vergangenen Wochen ausschließlich von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt worden. Autos durften dann weder durchfahren noch parken. Das Bezirksamt Pankow hatte das befristete Umhertollen als Veranstaltung angemeldet – ähnlich wie ein Straßenfest oder einen Wochenmarkt. Das Gericht dagegen sah in der Aktion keine Veranstaltung. Anders als ein Straßenfest habe die temporäre Spielstraße kein Programm oder Inhalt. Es sei einfach nur gesagt worden: „Wir machen aus der Straße einen Spielplatz.“ Das Bezirksamt Pankow kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.

Muss jetzt auch die Spielstraße in Frankfurt dichtgemacht werden? „Muss sie nicht“, sagt Ingmar Bolle vom Verkehrsdezernat der Stadt. Denn in Frankfurt fährt zu den Zeiten der Straßensperrung regelmäßig das Spielmobil des Abenteuerspielplatzes Riederwald von Michael Paris vor. „Und damit ist es eine regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung, die als Sondernutzung genehmigt ist“. Damit sei die Spielstraße rechtssicher.

Forschungsprojekt

Angestoßen und finanziert wurden die temporären Spielstraßen im Nordend in den vergangenen Jahren mit Geld aus dem vor sieben Jahren gestarteten Bundesforschungsprojekt „Vernetzte Spiel- und Begegnungsräume“, das inzwischen abgeschlossen ist. Über 3000 Kinder und Erwachsene beteiligten sich jedes Jahr. Um die Fortsetzung der Aktion zu ermöglichen, hat der Ortsbeirat die Initiative ergriffen und übernimmt in diesem Jahr die Finanzierung aus seinem Budget.

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