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Symbolfoto: dpa

Schnaps und Co.

12 Spirituosen aus Hessen, die Sie kennen müssen

Vom Bembel-Gin über den Vogelsberggeist bis zum traditionellen Korn: Wenn es um Brände, Schnäpse und Liköre geht, macht den Hessen so schnell keiner was vor. Wir stellen Ihnen zwölf regionale Spezialitäten vor.

Seit 1843 soll dieses Bad Homburger Original mit 43 Kräutern nach gutem Essen den Magen aufräumen. Laut Firmenangaben kamen auch die deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II in den Genuss des Tropfens. Die konnten aber noch nicht wissen, dass der Nutzen des hochprozentigen „Kräuters nach dem Essen“ mittlerweile medizinisch widerlegt ist. Wem der Reichspostbitter schmeckt, kann damit natürlich, wie einst die Hohenzollern, trotzdem die Post abgehen lassen.

Bembel-Gin: Einst Fusel der Londoner Unterschicht, hat der Gin mittlerweile einen beachtlichen Aufstieg zum weltweit genossenen Szene-Getränk hingelegt. Die Schöpfer von Bembel-Gin gehören auch zu seinen Liebhabern. Sie schwören jedoch auch auf den guten Apfelwein, schließlich kommen sie aus Hessen. Damit sich niemand mehr zwischen beiden Getränken entscheiden muss, haben sie den Bembel-Gin kreiert. Dieser soll einen authentischen Apfelgeschmack mitbringen und wird, wie der Name es vermuten lässt, in eine Bembel abgefüllt.

Lauterbacher Pfefferminzlikör: Pfeffi – „ist das nicht dieses komische, grüne Zeug aus dem Osten?“, wird sich so mancher jetzt sagen. Doch das ist zu kurz gedacht. Mittlerweile kann die minzige Erfrischung, von manchen spöttisch als „Mundspülung“ bezeichnet, auch aus hessischer Produktion genossen werden. Mit 25% gehört dieser „Fruchtlikör“, wie der Hersteller ihn wirklich bezeichnet, zwar noch zu den „leichteren“ Getränken auf dieser Liste. Kräftiger als seine „Brüder“ aus dem Osten ist er damit aber allemal. Die intensive grüne Färbung spricht jedenfalls für sich.

Lauterbacher Volgelsberggeist: Malerisch und pittoresk kommt die Altstadt auf dem Etikett von Vogelsberggeist daher. Schaut man jedoch nach unten links, wird man auf den Alkoholgehalt von 56% Prozent hingewiesen. Damit ist jener Likör der Spitzenreiter dieser Liste.

Bierkey Mokka Weizenbier-Brand: Weizen-Bier ist nicht nur zum Trinken gut. Es kann auch als Basis für „potentere“ Getränke dienen. Aus Mömbris stammt ein aus Schöfferhofer-Weizen gewonnener Bierbrand. Der Geschmack kommt Whisky recht nahe, schließlich sind die Rohstoffe sowie die Lagerung sehr ähnlich. Zudem soll eine gewisse Kaffee-Note schmeckbar sein. Damit vereint diese Spirituose Brau- und Brennkunst.

Kronberger Maronenlikör: Dieser in einer schlanken Flasche daherkommende Likör scheint wie gemacht für die Herbstzeit. Die hellbraune Färbung erinnert an Herbstlaub und stammt von den verwendeten Esskastanien. Das Bild wird durch einen wiederverschließbaren Korken abgerundet.

Barley Whesskey: Dieser Whisky trägt seine Herkunft stolz im Namen und beweist damit damit, dass Whisky nicht aus Schottland, Irland oder den USA kommen muss. Sogar die verwendete Gerste stammt aus Hessen. Laut Hersteller soll diese zu einem Geschmack beitragen, der einem „Spaziergang über reife Getreidefelder unserer Heimat“ gleichkommt. So eine weiche Formulierung kann nur aus Hessen kommen.

Alter Schlitzer Kornbrand

: Auf dem „Herrengedeck“ fühlt er sich traditionell am wohlsten: der Korn. Bevor er dort landet, lagert

Alter Schlitzer Kornbrand

in Eichenfässern, was die für Korn ungewöhnliche Färbung erklärt. Mit 40% übertrumpft dieser Tropfen locker so manchen selbsternannten Doppelkorn. Ob man die empfohlene Trinktemperatur von 20 bis 22 Grad einhält, bliebt den Korn-Kennern jedoch selbst überlassen.

Frankfurter Kranz Likör: Der Frankfurter Kranz ist als Torte eine Institution in Deutschland. Für eine Dreieicher Brennerei ist das Grund genug, einen gleichnamigen Sahne-Likör anzubieten. Mit 15% weist er zwar den geringsten Alkoholgehalt aller Getränke in dieser Liste auf, doch der sahnigste ist er auf jeden Fall!

Gude Nacht Haselnuss: Freunde des nussigen Geschmacks kommen bei diesem Likör aus der Region voll auf ihre Kosten. Auch wenn dieser Tropfen mit 29% Alkoholgehalt nicht so brachial daherkommt, wie manch anderer Vertreter auf dieser Liste, sollte man ihn bewusst genießen, wenn man seiner Runde nicht vorzeitig „Gude Nacht“ sagen will.

Weidmann & Groh Holunderbrand: Holunderlikör ist seit jeher ein beliebtes Präsent auf dem Land. Wem das jedoch zu trivial erscheint, kann auch zum Holunderbrand greifen. Der schmeckt deutlich kräftiger.

Asbach Uralt: In einer Zusammenstellung hessischer Spirituosen darf er nicht fehlen: der Asbach aus Rüdesheim. Einstmals als „deutscher Cognac“ gefeiert, muss er sich seit 1921 Weinbrand nennen, was seiner Beliebtheit aber keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, „Asbach Uralt“ ist im Deutschen zu einem geflügelten Wort avanciert. Auch wenn sich die mittlerweile zu Underberg gehörende Marke ein Stück weit von ihrem „Opa-Image“ emanzipieren will, steht sie doch wie kaum eine andere für alte, deutsche Behaglichkeit.

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