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Auf diesen Feldern am Riedberg wurden Feldhamster gefunden. Sie werden dem Bau der zweiten Sportanlage aber nicht verhindern.

Sportanlage kann kommen

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Der Feldhamster zwischen Riedberg und Kalbach ist auf dem Rückzug – die neue Sportanlage wird kommen. Auf eine Umsiedlung der Nager verzichtet die Stadt, weil die mittlerweile recht kleine Population ohnehin keine Zukunft mehr hat.

. Die neue Sportanlage östlich der Altenhöferallee wird gebaut. Was in der Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg) im Juni von der Unteren Naturschutzbehörde verkündet wurde, hat der Magistrat jetzt in einem Bericht schriftlich bestätigt. Damit ist auch klar: die Feldhamster-Population, die es sich in den Feldern zwischen Riedberg und Kalbach gemütlich gemacht hatte, steht dem Bau der Anlage nicht mehr im Weg.

Vor zwei Jahren war das Feldhamstervorkommen in Frankfurts jüngstem Stadtteil zufällig entdeckt worden – weil ein Riedberger in seinem Kellerschacht ein totes Nagetier fand. Fünf Baue wurden damals gezählt, ein Jahr später im Frühjahr waren es bereits neun, nur wenige Monate später kamen die Fachleute auf elf. Diese befanden sich eben genau auf der Fläche, auf der die für die wachsende Bevölkerung mittlerweile viel zu kleine Sportfläche an der Altenhöferallee erweitert werden sollte.

Vor allem die beiden Sportvereine – SC Riedberg und Riedberger SV – sowie der Ortsbeirat 12 machten immer wieder deutlich, wie wichtig diese zusätzlichen Sportflächen sind. Schließlich leben schon jetzt mehr als 10 000 Menschen auf dem Riedberg, 5000 Einwohner werden noch hinzukommen.

Doch die unter strengem Schutz stehenden Feldhamster werden das Projekt nicht weiter gefährden – lediglich drei Baue wurden im Frühjahr diesen Jahres noch gezählt. Dieses Ergebnis zeige, dass die kleine Feldhamsterpopulation am Riedberg bereits im Niedergang begriffen sei und keine Zukunft mehr habe, heißt es im Bericht des Magistrats. Bedeutet: Die Zeiten der Nagetiere auf dem Riedberg sind vorbei. Zwar wird es in der Nacherntezeit eine weitere Zählung geben.

Allerdings gehen die Experten von keinen gravierenden Änderungen dieses ungünstigen Ergebnisses aus. Das hatte Christa Mehl-Rouschal von der Unteren Naturschutzbehörde schon im Juni prognostiziert: „Das Überleben des Feldhamsters ist nahezu ausgeschlossen“, sagte sie in der Sitzung des Stadtteilparlaments.

Ungünstig sind diese Ergebnisse, weil der Feldhamster vom Aussterben bedroht und stark geschützt ist. In Frankfurt setzen sich deswegen die Untere Naturschutzbehörde und die AG Feldhamsterschutz auch für den Erhalt der Tiere ein, allerdings nicht mehr auf dem Riedberg. Hier wurde der Hamster zu spät entdeckt, entsprechende Schutzmaßnahmen durch die Landwirte hätten bei dieser kleinen Population wohl leider keinen Erfolg mehr gehabt.

Für die wenigen Tiere, die jetzt noch auf den Feldern am Riedberg wird es kein neues Zuhause geben, zumindest nicht in freier Wildbahn. Denn eine mögliche Umsiedlung von Feldhamstern berge viele Unsicherheiten, heißt es im Magistratsbericht. Viele vergleichbare Fälle zeigten zudem, dass diese leider häufig nicht erfolgreich seien und die Population an einem neuen Standort noch schneller zurückgehe. Deswegen erübrige sich die Frage, die Nagetiere einzufangen und nördlich der Straße „Am Weißkirchener Berg“ anzusiedeln, wie der Ortsbeirat in einem Fragenkatalog vorgeschlagen hatte. Allerdings soll zumindest versucht werden, einen Teil der Tiere einzufangen, in die Zucht zu geben und das Genmaterial zu sichern.

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