Zum Schutz der Fahrradfahrer wird die Kreuzung Grüneburgweg/Oberlindau in Signalfarbe markiert. Das ist nur ein Teil der Maßnahmen, die geplant sind. FOTO: Visualisierung: Stadt Frankfurt
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Zum Schutz der Fahrradfahrer wird die Kreuzung Grüneburgweg/Oberlindau in Signalfarbe markiert. Das ist nur ein Teil der Maßnahmen, die geplant sind.

Sachsenhausen

Sporthalle Süd bleibt ein Trauerspiel – Dringende Maßnahmen nötig

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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Der Kampf an der Sporthalle Süd zieht sich schon lang. Kaum waren die Duschen saniert, sind sie wieder von Legionellen befallen.

Frankfurt – Das Trauerspiel um die Sporthalle Süd scheint kein Ende zu nehmen. Die Duschen in der in die Jahre gekommenen Turnhalle an der Willemerstraße waren saniert worden und gerade wieder hergestellt, als das Amt für Bau und Immobilien (ABI) sie schon wieder dicht machen musste. Legionellenbefall, das alte Problem, war wieder aufgetaucht. Allerdings, so stellte das ABI fest, liege das an der Wasserleitungen, die zur Halle führten, nicht an den Duschen selbst. Diese Woche gab es eine erneute Untersuchung, das Ergebnis steht noch aus.

Die Duschen konnten seit Jahren nicht genutzt werden. Das Problem sollte mit deren Sanierung eigentlich behoben werden. Diese hatte ihrerseits bereits einen jahrelangen Vorlauf. Die Duschanlage sollte schon im August 2019 wieder nutzbar sein. Das Datum verschob sich immer wieder. Seit vergangenem Jahr ist auch eine Machbarkeitsstudie im Geschäftsgang, die eine Sanierung der gesamten Halle untersucht.

Sporthalle Süd in Frankfurt: Längst nicht mehr zeitgemäß ausgestattet

Die Stadt hat ihren Standpunkt aber bereits klargemacht, sagt, dass sie einiges tut, um die Halle in Schuss zu halten. Die Beleuchtung in den Fluren und Umkleiden wurde im Juni 2019 erneuert, zwei Gymnastikräume hergerichtet. Die Halle sei zwar schon älter, befinde sich aber "mit Ausnahme der Duschen in einem funktional einwandfreien Zustand". Das sehen die Vereine, die sie nutzen, anders.

"Ich könnte ein Buch über diese Sporthalle schreiben", sagt der Abteilungsleiter Handball von der TG Sachsenhausen, Peter Tandetzki, lakonisch. Die 13 Mannschaften der Handballer nutzen die Halle fast täglich. "Dabei ist sie zu klein, es bräuchte eine Großsporthalle vor allem für die Ballsportarten, die hier trainiert werden", sagt er. Die denkmalgeschützte Halle sei längst nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. "Sie ist nicht barrierefrei. Die Toiletten befinden sich im Keller, sind für Rollstuhlfahrer also nicht nutzbar ohne fremde Hilfe. Aber auch das Equipment vom Medizinball bis zum Sprungbrett ist in die Jahre gekommen.".

Langer Kampf für kleine Maßnahmen an der Sporthalle Süd

Die Probleme der Halle würden seit jeher nur im Schneckentempo von der Stadt gelöst. So störte es die Handballer etwa jahrelang, dass die Basketballkörbe ins Handball-Spielfeld hineinragen. "Wir haben dann endlich erreicht, dass die Körbe so angebracht werden, dass sie beweglich sind", berichtet Tandetzki.

Ebenfalls lange kämpfte der Verein dafür, einen Raum zu bekommen, in dem Bälle und Zubehör gelagert werden können. "Den Raum bekamen wir schließlich auch und waren ganz happy. Bis wir mitbekamen, dass auch andere ihn nutzen, etwa die Putzleute, die Schule hat auch Schränke darin in Benutzung. Die Gefahr besteht immer, dass etwas abhanden kommt oder kaputt geht. Wessen Versicherung dann aufkommt, auf diese Frage erhält man keine Antwort", bemängelt der Handball-Leiter.

Duschen und Parkplätze sind die größten Probleme an der Sporthalle Süd

Dass die Duschen nicht gehen, ist indes das größte Problem. "Es erschwert das ganze Vereinsleben. Das Treffen und Zusammensitzen nach dem Sport fällt flach, weil niemand erstmal nach Hause zum Duschen fährt, um dann noch mal zurückzukommen", schildert Tandetzky. Auch bei Spielen, zu denen Gästemannschaften nach Sachsenhausen kommen, sei es einfach peinlich, dass keine Duschen zur Verfügung stehen.

Hinzu komme das Problem der fehlenden Parkplätze. "Es haben schon Trainer aufgehört, weil ihnen die Anfahrt mit Parkplatzsuche zu mühsam wurde". Schiedsrichter, die sonntags kommen, parken im Parkhaus, der Verein übernimmt die Kosten. Die Willemerschule, zu der die Sporthalle Süd als Schulturnhalle gehört, verfügt über einige Lehrerparkplätze. Doch der Vorschlag, die Parkplätze abends zu nutzen, sei mit hanebüchenen Argumenten von den Ämtern abgeschmettert worden. "Uns wurden schon so viele Steine in den Weg gelegt, es ist unglaublich", so Tandetzky. "Man hat das Gefühl, man ist ein Störfaktor. Die Tatsache, dass Vereine wichtige Kinder- und Jugendarbeit leisten, scheint letztlich keine Rolle zu spielen." (Stefanie Wehr)

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