Sportlerin unter Dopingverdacht

  • VonChristian Scheh
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Die Zollfahndung Frankfurt und Staatsanwaltschaft München ermitteln wegen Dopingverdachts gegen eine Sportlerin aus Nordhessen. Die 31 Jahre alte Frau soll ihre Leistungsfähigkeit mit Tabletten gesteigert haben, die einen verbotenen Wirkstoff enthielten.

Bei dem hessischen Sportler, gegen den, wie in der gestrigen Ausgabe berichtet, Ermittlungen wegen Dopingverdachts laufen, handelt es sich nach Angaben des Frankfurter Zollfahndungsamts um eine Wettkampfsportlerin aus Nordhessen. Behördensprecher Hans-Jürgen Schmidt teilte gestern mit, dass die 31 Jahre alte Frau bereits im Februar bei einem Wettkampf in Bayern positiv auf das Dopingmittel Metandienon getestet worden sei. Nach einer Anzeige der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) mit Sitz in Bonn untersuchten die Zollfahnder im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I am vergangenen Montag die Wohnung der Sportlerin und zwei weitere Objekte in Kassel und Umgebung.

124 Tabletten

Um wen es sich bei der Sportlerin unter Dopingverdacht handelt und was ihre Disziplin ist, wollten Zollfahndung, Staatsanwaltschaft und NADA gestern nicht bekanntgeben. Die Strafverfolger teilten aber mit, dass in einer Wohnung, in der sich die Verdächtige nach eigenen Angaben öfter aufgehalten habe, 124 Tabletten verschiedener Arzneimittel sichergestellt worden seien. Darunter seien auch mehrere Tabletten mit dem verbotenen Wirkstoff Metandienon gewesen.

Um überprüfen zu können, ob die Sportlerin die gefundenen Präparate eingenommen hat, sei die Verdächtige um Haar- und Urinproben gebeten worden, die sie auch freiwillig abgegeben habe, berichtete die Zollfahndung. Ermittelt wird nach Angaben der Behörde wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das neue Anti-Doping-Gesetz. Der Frau drohe im Fall einer Anklage eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Das neue, verschärfte Anti-Doping-Gesetz ist wie berichtet am 17. Dezember vergangenen Jahres in Kraft getreten. Es sieht auch bei Wettkampfsportlern, die sich selbst dopen, eine Strafverfolgung vor. Zollfahnder Schmidt berichtet, dass die Menge der im Umfeld der hessischen Sportlerin sichergestellten Dopingmittel jene Menge, die juristisch noch als gering gilt, um beinahe das Sechsfache überstiegen habe.

Ausgelastete Behörde

Bei der Staatsanwaltschaft München I handelt es sich um eine Schwerpunktbehörde zur Verfolgung von Dopingdelikten, mit der die Frankfurter Zollfahnder schon häufiger zusammenarbeiteten. Die Ermittler vom Main bearbeiteten im Jahr 2014 etwa die Hälfte aller Fälle von Arzneimittelkriminalität, die bundesweit beim Zollfahndungsdienst anfielen, nämlich 991 von 1929 Fällen.

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